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Freunde des Laufsports Austria
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Mitgliederbeiträge

Vogau - Mein erster 6 h
von Gerhard Kaufmann
 
Ich hatte mich erst ca 1 Monat vor der Veranstaltung für den Lauf entschieden und angemeldet, da ich bis dahin hauptsächlich für 10 km und HM trainiert hatte.
Am 8.5. fuhren also meine Partnerin Monika und meine jüngste  Tochter Miram (7) mit mir nach Vogau. Ich holte meine Startnummer ab und wir gingen dann gleich weiter zum Stand der Freunde des Laufsports. Nach einer Begrüßung und der Frage von Christian nach meinem Ziel für die 6 Stunden antwortete ich, dass ich den 70ger mir schon erhoffen würde. Ich deponierte  meine 2 Trinkflaschen plus 3 weitere zum Umfüllen auf ein Tischchen. Ich überlegte kurz, ob ich dafür den Trinkgurt nehmen sollte, entschied mich aber dagegen, was im nachhinein ein Fehler war. Dann der Gang zum Start und Countdown.
Die erste Runde lief ich nach Puls und schaute erstaunt 10:02. Das sind nicht die 09:15-9:30 die ich vorhatte. Aber ok, das waren erst 10min von 6 Stunden. Also fürs erste weiter so. Ich wurde überrundet und dachte "Net schlecht das Tempo". Am Ende der ersten Stunde war ich bei einer Rundenzeit von 09:30. Am Beginn der zweiten Stunde wurde ich auch von Christian überholt und ich dachte " Na ja, er wollte ja 76 km, aber nach fast einer Stunde überrundet, das ergibt mehr Abstand zwischen uns". Ich hatte keine Ahnung, wie ich lag. Die Trinkflaschen nahm ich auf und dann immer eine Runde mit, was nicht optimal war und mir selber nicht besonders gefiel, aber jetzt konnte ich daran nichts mehr ändern. Nach so Gedanken war ich auf einmal bei einer Rundenzeit von ca. 09:00-09:10 min angelangt und ich fühlte mich gut bei dem Tempo. Andererseits war dieses wieder schneller als meine vorgenommene Zeit, egal das probiere ich weiter . Ich wartete schon darauf, dass ich von Christian das 2. Mal überholt würde, aber auch nach der Hälfte kam er noch immer nicht. Irgendwann sagten mir die beiden  Betreuer am Stand, dass eine Flasche von mir weggekommen sei und ob sie etwas von vorne besorgen sollten, was ich verneinte. Schön langsam spürte ich die Muskeln, aber nicht dort, wo ich es befürchtet hatte, nämlich im rechten Knie und Bein sondern am Hals und Nacken bis zur Schulter. Die Muskelverspannungen wurden dann immer ärger und auch schmerzvoller. Die Leute beim Stand riefen mir immer noch zu, ob sie was besorgen sollten. Ich verneinte genervt und hatte eigentlich den Überblick verloren, wieviel ich noch hatte.
Nun nervten mich die Geher in der Innenspur vor allem in den Kurven und auch die Überholmanöver von langsamen Läufern, die zum Teil in einer Reihe liefen und dann blöd redeten. Dieses Verhalten fand ich unfair. Einmal hatte ich fast einen Sturz, als eine Läuferin spontan nach links rannte und mich genauso überrascht mitnahm. Einmal kamen auf der Innenspur in der Nähe der Bühne in der Kurve 2 Kinder mit Ihren Fahrrädern entgegen. Einmal blies mir eine Böe ein Absperrband um den Hals. Jedes Ausweichmänover, Abbremsen .. kostete jetzt sehr viel Kraft und Energie und nervte mich. Ich kam mir wie auf einem Hindernisparcour vor. Ich war mental angeschlagen. Nach 4 Stunden sah ich Monika, meine Partnerin und Miriam bei Start und Ziel wieder und klatschte sie dann immer ab. Die Zeiten wurden langsamer, die Gedanken an eine Aufgabe kamen intensiv hoch. Der Hals-Schulter Bereich schmerzte noch immer  und ich konnte nichts dagegen tun. Vom Gefühl schleppte ich mich von Runde zu Runde, obwohl die Zeiten nicht so schlecht waren . Ich dachte 2 Runden lang ans Stehenbleiben bei meiner Partnerin bis ich es wirklich tat. Tränen kamen hoch, der Hals schmerzte und ich sagte ihr, dass ich aufgebe. Die Zeit war ca. 4:40. Einer vom Laufclub lief vorbei und sagte, was ist. Ich sagte nein. Irgendwann war dann das Gefühl der Enttäuschung draußen. Gleichzeitig meinte Monika, dass es schade wäre, wenn ich jetzt aufgeben würde. Nach 5-6 min Stehen lief ich also wieder los und die ersten 300m waren hart in den Beinen. Nicht wieder stehen bleiben sagte ich mir. Dann bin ich die erste Runde wieder in 09:35 gelaufen. Ich war darüber überrascht und Monika rief mir zu, dass ich sehr gut im Rennen liege. Genau hatte ich es nicht verstanden. Da kam der Biss in mir wieder hoch, dass ich das Ergebnis zumindest halten wollte. Die Muskelschmerzen im Hals Schulterbereich waren gerade noch erträglich  aber nun wurden auch die Beine müde, aber ich hatte wieder einen Kampfwillen in mir und sagte mir noch 7 Runden für die letzten ca. 70 Minuten. Ich zählte die Runden bis zur 6. Stunde hinunter. Ich trank in der letzten Stunde nichts mehr. Nach den Problemen mit dem Getränk, war das ein Fehler . Die letzten 2 Runden - Ich sagte mir,  verabschiede dich vom Kurs. Die letzte Runde -  auf einmal war eine Gruppe von ca. 20 Leuten mit Transparenten vor mir, wie beim Fußball . Wohin? Stehenbleiben ist auch nicht gut - die letzte Runde - also raus aus dem Kurs, was auch nicht ungefährlich war - müde matt. Nach dem Ziel bin ich dann nicht mehr weitergelaufen obwohl noch 3 min waren. Ich blieb bei Monika  und Miriam stehen. Aus fertig Schluß. Tränen Freude Schmerz - Danke an Monika.. Erster Gedanke „Nie mehr ein 6 Stundenlauf.“
Monika meinte ich schau ziemlich weiß aus. Wasser trinken, das tat gut. Wir gingen dann zum Stand und mir wurde dann sehr kalt und ich wollte nur mehr ins Quartier und warm duschen. Monika sagte mir dass ich 10. war, als sie nachschaute. Nach dem Duschen sind wir doch zur Siegerehrung.  Auf dem Weg zum Tisch sah ich das Ergebnis 9. Platz und 6. AK. Also habe ich nach dem Stehen (5-6 min) noch jemanden überholt.
 
Mittlerweile kann ich mir wieder einen 6 h-Lauf vorstellen. Ich bin froh, dass ich weitergelaufen bin und 67,7 km erreicht habe. Ich habe für mich gelernt, dass der 6 h-Lauf  für mich doch mehr Vorbereitung verlangt, als diesen in ein bestehendes Programm reinzunehmen und geglaubt, dass das Überholen und Überrunden von anderen Läufern einfacher geht.
 
Als Eindruck bleibt eine Veranstaltung, die mir gefallen hat. Der Veranstalter hat sich bemüht.
Erster Eindruck bei der Ankunft war: ein Lauf, der von den Ansässigen gut mitgetragen wird, da die Zeltplätze zum Teil in den privaten Vorgärten der Häuser standen.
 
Danke an alle, die mich unterstützt haben, vor allem an meine Partnerin Monika und vom Laufclub, und Gratulation an alle, die 6 h geschafft haben, geschweige den
12 Stundenlauf -  Hut ab !
Regensburg Halbmarathon
Bericht von Aniko Balint
 
Nachdem wir Dank der tollen Trainingsgruppe “Freunde des Laufsports“ den ganzen Winter gut durchtrainiert hatten, und im legendären Schüttel mit guter Nahrung und Getränken  gestärkt durch den Winter gekommen sind, haben wir uns nach einem kleinen Rückschlag vor dem Linz HM, auf ein neues Ziel, den LCC HM vorbereitet.
Perfekt in Form, voller Aufregung, fieberte ich dem 16.5.2010 entgegen. Der Wetterbericht ließ jedoch spätestens am Freitag meine Vorfreude deutlich in den Keller sinken. In Kälte, Regen, und Sturmböen haben wir genügend trainiert, ich wollte keinen Trainingslauf, ich wollte unter 1:30h laufen. Kurz überlegte ich nach Budapest zu fahren, da dort wegen Sturmwarnung der HM abgesagt wurde, sollte es der Westen sein. Regensburg, war die Lösung. Wir waren sehr spät dran und haben in der fast ausgebuchten Stadt doch noch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Perfekt. Ich war überglücklich und bin mit vollem Enthusiasmus zu Bett gegangen. In Regensburg in letzter Stunde angekommen, wurden wir von sehr freundlichen Helfern empfangen. Neue Erfahrung für mich war, dass mich jeder, und nicht den Erich, fragte ob wir aus Österreich sind, und das machte mich zu einer stolzen fast Österreicherin. Als uns bei der Anmeldung nach einem netten small talk der Streckenplan in die Hand gedrückt wurde, fing mein Enthusiasmus wieder an zu sinken. Wir machten uns auf den Weg in die Altstadt zur Streckenbesichtigung. Die Altstadt ist wunderschön. Enge, hügelige Gassen mit altem Kopfsteinpflaster, ein absolut idyllisches Flair, und wir verbrachten einen wunderschönen Abend mit ein Gläschen feinem Chianti beim romantischen Italiener. Aber ehrlich, meine ersten Gedanken kreisten um die Kopfsteinpflaster, und ich hatte während der Besichtigung das Gefühl, die Organisatoren haben sich bemüht jedes mögliche Kopfsteinpflaster in den Kurs einzubauen, um den historischen Flair des Marathons zu bewahren.
Am nächsten Morgen war vor dem Start eine tolle Stimmung, und wir hatten perfektes Laufwetter. Im vorderen Block trafen wir einen Pacemaker mit einem Luftballon in der Hand “1:29“. Dass war unser Mann, an den müssen wir uns halten, und tatsächlich wurden wir von ihm angesprochen, “Wer läuft alles mit?“ Es hat sich eine tolle Laufgruppe gebildet, mit viel Rücksicht wurden auf Hindernisse und Engpässe gegenseitig hingewiesen. Auf dem Weg hinaus, haben wir die Altstadt in kürzester Zeit passiert, sie fiel mir gar nicht auf. Der Großteil der Strecke war flach und schnell. Die Kilometer waren auf der Strecke für alle drei Bewerbe gut sichtbar markiert, wobei ich durch die einmalige Stimmung auf der Strecke, immer wieder auf die Zwischenzeitnehmung vergas, und überrascht war wie viele Kilometer vergangen waren. Bei km 15 wurde ich langsam ungeduldig und wollte loslaufen, hatte aber zu viel Respekt vor der Altstadt, dieser war jedoch unberechtigt, im Gegenteil der Kurs durch die Altstadt war kurzweilig, und gar nicht so schlimm wie ich vor dem Lauf befürchtet hatte.  Die Kopfsteinpflaster habe ich gar nicht gemerkt, vielmehr hat mich die einmalige Stimmung auf der ganzen Strecke überrascht, und getragen. Ein absolutes Highlight was ich nur weiterempfehlen kann. Auf dem letzten Kilometer hat uns noch unser Zugläufer angefeuert und ins Ziel gezogen. Es war ein einmaliges Lauferlebnis! Als ich im Ziel vor lauter Glück in Tränen zusammenbrach, eilten gleich die Helfer herbei, Erich, erklärte “danke, alles in Ordnung, sie freut sich nur“.
 
Wir hätten den Lauf nicht so genossen, und ich wäre keine PB gelaufen, wären wir nicht so gut vorbereitet nach Regensburg gefahren. Vielen Dank an Christian, den Schüttelköchen und der einmaligen Trainingsgruppe,
 
und vor allem Kurt, daß du das alles möglich machst.
 
von Aniko und Erich.