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Mein ganz persönliches Lauferlebnis der etwas anderen Art in Vogau.

von Kurt Ulreich
 
Ich habe im Laufsport schon viel erlebt, habe viele Wettkämpfe bestritten, viele Erfolge gehabt,  aber auch so manche Niederlage hinnehmen müssen. Das in Vogau Erlebte gehört aber zu den ganz besonderen Erlebnissen.
Mit einer großen Delegation am Freitag als Betreuer angereist, war es nach achtwöchiger Verletzungspause kein Thema, auch nur im geringsten an Laufen zu denken. Am Donnerstag davor musste ich nach wenigen Minuten einen ersten Laufversuch nach der Pause vorzeitig abbrechen.
Da ich zum 6h-Lauf schon seit langer Zeit angemeldet war, wollte ich an den Start gehen, die 1,8 km lange Runde einmalig gehend bewältigen und dann aussteigen, um mich um meine Laufkollegen kümmern.
Es sollte aber ganz anders kommen ……………………………………………………………………………………..
Am Freitag nach einer endlos langen Autofahrt (Unfall auf der Autobahn, anstelle zwei Stunden, sind wir fast 5 Stunden unterwegs) holen wir alle Starnummern vom Veranstalter.
Ich, nachdem ich ja nichts vorhabe, bleibe mit meinem Lauffreund Jürgen noch einige Stunden, um mit unseren steirischen Freunden mit einigen Bierchen das Wiedersehen zu feiern. Ich kann ja ohnehin nicht laufen, also was soll‘s.
Der nächste Tag, die Laufkollegen bereiten sich auf den Start vor: eincremen, bestimmte Stellen mit Pflaster versorgen, Getränke herrichten, letzte taktische Besprechungen und ab zum Start. Ich hingegen sehe mir das rege Treiben gemütlich an und hänge mir knapp vor dem Start meine Starnummer und den Chip um, um dann gemütlich zum Start zu gehen und meine angesagte eine Runde zu bewältigen.
Um 14:00 Uhr wird gestartet und ich beginne mich mit dem Starterfeld in Bewegung zu setzen. Nach einigen Metern stelle ich fest, dass ich in einer laufähnlichen Bewegung unterwegs bin. Ganz langsam wie auf rohen Eiern bewege ich mich vorwärts in Erwartung meiner schon gewohnten Schmerzen.
Die Runde geht vorbei, ich brauche 14 Minuten für die 1,8 km lange Strecke. Wie schon gesagt, in laufähnlicher Bewegung, was ja auch die Zeit aussagt. Keine bzw nur leichte Schmerzen, also noch eine Runde in etwa der gleichen Zeit. Da sich mein körperlicher Zustand nicht verschlechtert, beschließe ich so lange zu laufen bis die ersten schon gewohnten Probleme auftauchen, längstens jedoch eine Stunde. Da die Schmerzen erträglich bleiben, erhöhe ich mein Tempo auf 11:30 min pro Runde und nach zwei Stunden beschließe ich (natürlich gegen jede Vernunft, nach acht Wochen Pause ein Anschlag auf die Gesundheit) wenn möglich alle sechs Stunden auf der Strecke zu bleiben. Das Wettkampffieber hat mich erfasst und sorgt dafür, dass logische Gedanken keinen Platz haben. Ich will herausfinden, wie es sich anfühlt, nach so langer Pause sechs Stunden in Bewegung zu bleiben. Immer vorausgesetzt, die Verletzungsprobleme der letzten Wochen bleiben erträglich. Ich überrunde unseren lieben Othmar H. nach zwei Stunden zum ersten Mal. Er murrt nur „dachte du willst nur eine Runde gehen“ und jetzt?????????
Dieses Gequatsche stachelt mich noch mehr auf und ich beschließe auf allen vieren weiter zu machen wenn es notwendig ist, nur um im Bewerb und vor Othmar zu bleiben.
Ernst Aigner läuft einige Runden mit mir und macht mir Mut, so lange zu laufen, solange ich keine Schmerzen bekomme. Die Schmerzen bleiben erträglich und ich beginne die vierte Stunde.
Jetzt aber ist es soweit, keine Schmerzen, aber von eine Sekunde auf die andere ist (natürlich nicht verwunderlich) die Kraft weg. Die Beine schmerzen, eigentlich schmerzt der ganze Körper. Jetzt allerdings packe ich Tugenden aus, von denen ich nicht mehr wusste, sie zu besitzen. Der Killerinstinkt, ohne den ein guter Ultraläufer nicht auskommt, wenn er Erfolg haben will, ist auf einmal geweckt. Ich will meinen Körper unbedingt überlisten und die sechs Stunden, egal wie, beenden. Tempo wieder reduzieren und versuchen einen Fuß vor den anderen zu bringen. Auf diese Weise, und das Erfolgserlebnis, meinen lieben Freund Othmar weitere Male zu überrunden sowie die bissigen Kommentare meines Sohnes Martin sorgen für das Gelingen der nächsten zwei Stunden. Meine sicher nicht mehr allzu schöne Erscheinung motiviert dann meinen Lauffreund Andreas Sch., sich in der letzten Stunde meiner anzunehmen. Mit den Worten „Oida, mit laufen hat das nicht mehr viel zu tun“ sorgt er natürlich auch gleich für die nötige Motivation. Er weicht die letzte Stunde nicht mehr von meiner Seite und bringt mich sicher die letzte Stunde ins Ziel. Vor Erschöpfung bin ich kaum mehr in der Lage zu antworten, ich halte mich irgendwie aufrecht und versuche zumindest so schnell in Bewegung zu bleiben, um nicht umzufallen.
Die letzte Runde für`s Selbstvertrauen gelingt unter größter Anstrengung in der Rekordzeit von zehn Minuten und dann ist fünf Minuten vor dem Ende für mich Schluss. Ich möchte nicht mehr auf die Strecke, ich will bei Start/Ziel diesen für mich so brutalen Lauf beenden. Andi bringt mich behutsam in sitzende Position und besorgt gleich einmal Bier zur Belohnung.
Dieser Lauf hat gezeigt, was man mit unbändigem Willen erreichen kann. Er hat aber auch gezeigt, dass logisches Denken in manchen Situationen aussetzt. Ich habe zwar meinen unbändigen Willen gezeigt, habe aber auch sicher meinem Körper nichts Gutes getan. Also, sicher nicht nachahmenswert. Also in das Stammbuch meiner Lauffreunde geschrieben: Nicht immer das machen, was ich mit meinem Körper vorlebe, sondern eher das, was ich immer wieder predige. Nämlich, nicht überehrgeizig sein und sich nach Verletzungen Zeit nehmen und die gänzliche Heilung abwarten.
Viel Spaß beim Sport und g´sund bleiben, wünscht Kurt Ulreich

HOCHZEIT VON GERHARD UND JULITA AM 15.05.2010

 

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen läuteten bei den Freunden des Laufports die Hochzeitsglocken. Nachdem sich am 08.04.2010 bereits Sandra und Christoph das JA zugehaucht haben, war es am 15.05.2010 bei Julita und Gerhard soweit.
In einem wunderschönen Rahmen in einem Feriendorf im Burgenland fand die Vermählung von Gerhard Konrath einem der Mitbegründer der Wiener Laufszene mit seiner Julita statt.
Kurt Ulreich und die große Familie der Freunde des Laufsports wünschen alles Gute, Spaß am Leben und viel Gesundheit.
fdl