Herzlich Willkommen
Freunde des Laufsports Austria
Lauftreff jeden MO und DO
Treffpunkt 18:25 h - Prater Hauptallee—Stadionparkplatz

NW - PW jeden MI 10:00 h Eingang Stadioncenter
Vom Winde verweht ...
Bericht von Andi Riedmann
 
Eigentlich eine „kurze“ Erweiterung zu Anikos Bericht, da ich in derselben Trainingsgruppe auf den Halbmarathon hintrainiert habe. Es ist es aber vielleicht wert, dass ich etwas mehr aushole.
Dazu einen geistigen Sprung zurück zum Frauenlauf 2009. Dort habe ich mir als Zuseher noch gedacht, ich könnte vermutlich nicht ganz den 5min/km Schnitt auf 10km halten. Jetzt sehe ich die Situation etwas anders, aber dazwischen war ein bewegtes Jahr. Nach meinem Einstieg bei den Freunden des Laufsports habe ich es zumindest geschafft, dass ich im Herbst eine persönliche Bestzeit für den Halbmarathon von 1:44:44 hinlegen konnte.
Nach dem langen kalten Winter bewegte ich mich in der Trainingsgruppe für Marathonzeit 3:29 und entdeckte aber meine Leidenschaft für die langen Läufe und dann in weiterer Folge für die Kahlenbergrunden. Da mir als Ersatzkandidat für die Staffel in Wörschach – Irdning der Einsatz drohte, habe ich versucht doch das Tempo zu steigern. Nicht immer ganz ungefährlich, da der Leistungsprung dann sehr oft einher geht mit einer Überlastung. Unerwarteter Gewichtsverlust von ca. 7-8% und die dementsprechende Leichtigkeit beim Laufen bewegte mich dann doch dazu es zu riskieren und der schnelleren Truppe beizutreten.
 
Trainingsgruppe Halbmarathon 05/2010
 
Kurzfristiges Ziel mit Trainingsstart im April – Halbmarathon im Mai – Adolf Gruber Gedenklauf. Mittendrin mit einem kleinen Testlauf am Landstrasserlauf – Distanz 10km. Testlauf hat gut und schnell funktioniert, deshalb arbeiten wir konzentriert und exakt ab diesem Zeitpunkt auf den Halbmarathon in einer Zeit von 1:29 hin.
In der Schlusstrainingsphase hätte ich das Ziel schon fast aufgegeben. Letztes Wochenende vor dem Lauf hatte ich Füße wie Blei und ein Gefühl also könnte ich keine 2km schnell laufen. Hätte ich den Plan alleine ohne Anleitung durchgezogen, hätte ich an der Stelle abgebrochen. Mir wurde allerdings versichert „…das gehört so…“
Fallen die letzten Monate unter das Thema "vom Winde verweht" beginnt am Wochenende des Halbmarathons der wahre Sturm. Der hat dann Aniko und Erich zu der Überlegung gebracht nach Regensburg zu fahren. Dort war dann das Wetter doch bedeutend besser. Da ich noch nicht diese Lauferfahrung habe, war mir es persönlich lieber im Prater zu starten. Gewohnte Umgebung, die Nacht davor im eigenen Bett, keinen Reisestress, bekannte Laufstrecke und Organisation – einziges Fragezeichen war das Wetter.
Teilweise mit der Einstellung „mir is es wurscht“ bin ich relativ zeitig in der Prater Hauptallee gestanden. Es war die Temperatur ok. Dazu leichter Nieselregen und stellenweise sehr viel Wind – teilweise Sturmböen. Nicht einmal Hunde will man bei so einem Wetter und Uhrzeit vor die Türe schicken. Dementsprechend wenig Betrieb auf der Hauptallee. Trotzdem wollte ich es durchziehen und meldete mich an.
Optimal „eingewärmt“, nach der Methode des Erfinders dieses Ausdruckes (=>Aniko), ging ich an den Start. Natürlich versemmelte ich diesen wieder einmal und drosselte ab dem nächsten km das Tempo. 3 Runden zu je 7km – erste Runde kein Problem. Ich suchte Wegbegleiter, leider fielen mir diese immer nach kurzer Distanz zurück. Es gibt also Leute die starten noch schlimmer als ich. Zweite Runde war ok – trotzdem merkte ich schon, dass die Kraft weniger wird und versuchte das Tempo zu halten. An eine Aufgabe war nicht zu denken, da Helmut in der Dreifachfunktion (Zuseher, Fotograf & Betreuer => besten Dank) ebenfalls unter den widrigen Bedingen aushielt. Die Blamage wollte ich mir nicht antun. Ich auf der Strecke immer eigentlich alleine unterwegs – weit vor mir keiner – weit hinter mir keiner – mühsam. Km für km kämpfte ich gegen den streckenweise wirklich starken Wind. Ich versuchte abzuschätzen, wann ich die Schlussattacke starten sollte und ein paar 100m vorher setzte ich zum Schlusssprint an. Als ich über die Matte lief, hörte ich dann 1:30:3irgendwas. Für ca. 2,34 Sek. dachte ich, verdammt – nicht geschafft! Als mir dann die kraftlosen Gehhilfen bei jedem Schritt bewusst wurden, stellte sich aber dann schnell ein Gefühl der Zufriedenheit ein. Exakte Zeit: 1:30:35!
Vielleicht jetzt einmal das Ziel verpasst, allerdings insgesamt ein riesiger Schritt und somit ein toller Erfolg!
 
Was bei der Geschichte natürlich besonders hervorzuheben ist. Trainingsplan wurde von Christian und Aniko erstellt. War eher kurz und straff gehalten, hat aber sensationell funktioniert. Ich bin immer wieder überrascht und beeindruckt, was eigentlich möglich ist mit einer guten Vorbereitung und einem sehr gut durchdachtem Plan. Danke also an dieser Stelle an die Trainingstruppe und wieder einmal an die Freunde des Laufsports!
 
…und es geht weiter!
Habe die Ehre, euer Andreas