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Lauftreff jeden MO und DO
Treffpunkt 18:25 h - Prater Hauptallee—Stadionparkplatz

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WM in Brive am13. - 14. Mai 2010

Bericht von Joe, Ludwig und Pauline

 

Treffpunkt war um 5 Uhr in Schwechat und um 7.05 Uhr ging es los Richtung Paris. Unsere geplante Sightseeingtour in Paris fiel wegen der Kälte und dem Regen buchstäblich ins Wasser. Die Sprachkenntnisse ließen die Speisekarte im Bahnhofsrestaurant „chinesisch“ erscheinen, dementsprechend fiel die Wahl des Menüs aus (Joe`s Canard schaute keineswegs wie eine Ente aus!).
Die 4-stündige Zugfahrt bis Brive war angenehm, den Regen konnten wir vom warmen Abteil betrachten. Am Ankunftsort wimmelte es nur so von Athleten aus aller Welt – insgesamt waren 32 Nationen mit 81 weiblichen und 153 männlichen Startern gemeldet.
Am Mittwoch Vormittag war dann mit dem Eintreffen von Reinhold unsere gesamte Mannschaft vor Ort. Das Wetter war weiterhin äußerst unangenehm: Regen, Regen, Regen und Kälte!!!! Wer glaubte am Nachmittag noch etwas entspannen zu können, der irrte gewaltig, da volles Programm zu absolvieren war:
12:00 Uhr Mittagessen in einer Pizzeria
16:00 Uhr Treffpunkt der Nationen am Place de Winston Churchill (Retourfahrt zum Hotel zahlte sich kaum aus), danach Parade durch die Altstadt bis zur Rennstrecke, Eröffnung der WM durch die Rennleitung und der I.A.U.
18:30 Uhr Busfahrt zur Pastaparty
ca.20:30 Uhr Ankunft im Hotel.
Jetzt stand noch eine Teambesprechung an, die Sachen für das Rennen sollten auch noch hergerichtet werden (Getränke mixen, Kleidung packen,…) – die Zeit war eigentlich zu kurz.
Am nächsten Morgen wurden wir um 7:45 Uhr mit dem Bus zum Start gebracht. Gott sei Dank hatte es zum regnen aufgehört, aber die Temperatur war trotzdem viel zu niedrig. Die Zeit bis zum Start verbrachten wir eingewickelt in Decken und mit Haube und Handschuhen. Um 9:30 Uhr spazierten die LäuferInnen in die Altstadt, wo um 10:00 Uhr der Startschuss für  ein langes Rennen erfolgte.
Die ersten paar Stunden liefen alle nach Plan, aber langsam machte einigen Läufern der selektive Kurs (sehr kurvig, 1 gröberer Anstieg, 3 kleinere Anstiege, Wechsel von Asphalt zu Sand, Unebenheiten,…) zu schaffen. Sigrids erste Krise konnte mit einigen psychologischen Tricks überwunden werden, aber leider hatte unser Mental Coach bei Andi keinen Erfolg – er konnte nach einigen Stunden nicht mehr überredet werden weiterzumachen, da er sein geplantes Ziel außer Reichweite sah. Also, der  1. Mann war aus dem Rennen, aber bei den Herren waren ja noch 5 weitere Läufer  vorhanden- wobei bei den Damen keine aus dem Rennen scheiden durfte – also alle 3 Damen auf der Strecke halten. Schön langsam begann es  dunkel zu werden und die mentale Einstellung für die Nacht begann. Zwischendurch erfuhren wir, dass auch  Clemens aus dem Rennen wegen einer Verletzung ausgeschieden war. Auch Sigrid  hatte schwer zu kämpfen und es war nicht sicher, ob sie im Rennen blieb. In der Nacht entschied sie auszusteigen, sie begleitete mich aber die letzten 2 Stunden bei meinem „Spaziergang“. Joe hatte nach ca. 13,14Stunden extrem Kreuz- und Sprunggelenksschmerzen, die er nur mit ein paar Schmerztabletten eindämmen konnte- aber er hielt tapfer durch!!  (Hier muss noch erwähnt werden, dass er mit einem Muskelfasereinriss im Sprunggelenk gestartet ist), Ludwig machte den Riesenfehler,  trotz der Kälte nichts Warmes anzuziehen und musste daher einen Schüttelfrost überstehen- auch er hat sich tapfer geschlagen !!!  Nach ca. 19 Stunden musste leider auch Regina mit schlimmen Kreislaufprobleme K.O. geben – somit blieb ich als einzige Dame übrig. Bei den Herren sah es  besser aus, hier waren noch Joe, Ludwig , Harald und Gerhard im Rennen. Dies sollte aber nicht so bleiben – nach ca. 20 Stunden musste auch Gerhard wegen Magenprobleme aufgeben – also die restlichen 3 Herren mussten durchhalten, was sie auch bravurös schafften.
Joe Wagner:              213,346 km
Harald Oswald:          208,304 km
Ludwig Wolf:              205.983 km
Gerhard Eggenreich:  183,254 km
Clemens Huemer:       138,116 km
Andreas Pfandlbauer: 124,324 km
Mannschaftswertung der Herren : 16. Platz von 26
Pauline Moshammer:  187,527 km
Regina Strasser:          166,954 km
Sigrid Antoniuk:            144,897 km
Mannschaftswertung der Damen: 14. Platz von 16
 
Noch einige persönliche Gedanken von Pauline:
Wie schon erwähnt, war es ein sehr selektiver Kurs mit vielen Steigungen und Wechsel von harten auf weichen Untergrund. Wenn ich bedenke, wie nass es die Tage vorher war, müssen wir uns glücklich schätzen, dass es beim Rennen trocken blieb. Aber die Kälte wurde von mir total unterschätzt ! Die ersten 5-6 Stunden ging es mir blendend, ich musste nur schauen, dass ich meine Rundenzeit von 7.50 min. (Schnitt 6:15) einhielt, was mir natürlich nicht immer gelang. Dann begannen meine alten Hämorridenprobleme, mit denen ich schon gerechnet hatte.  Aber sie haben mir sicher 5-6 km gekostet. Nach ca. 2 Stunden konnte ich diese Krise bewältigen und meine Konzentration richtete ich wieder voll und ganz auf das Laufen. Um genau 20.45 Uhr vollendete ich meinen 100-er, da war ich noch voller Optimismus, mein geplantes Ziel, die 200 km erreichen zu können! Es sollte natürlich wieder völlig anders kommen. Eigentlich hätte ich es ja schon aus Erfahrung wissen müssen, aber die Hoffnung dass es doch nicht so schlimm wird , bleibt immer!!! Wie gesagt, lief es bis 2 oder 3 Uhr morgens ganz gut, dann begann der Kampf. Ich versuchte mich mental positiv einzustellen und habe auch ganz oft an meine Familie, Freunde und Bekannte an zu Hause gedacht, die das Rennen via Internet verfolgten. Leider habe ich nicht auf die Kälte reagiert, ich dachte immer, dass es mit dem Sonnenaufgang wärmer werden würde. Dies war aber ein Trugschluss, um 5 od.6 Uhr hatte es 2°C und ich lief mit kurzer Hose und einem dünnen Leibchen mit dem Nationalshirt. Erst nachdem mich Ludwig fragte, ob mir nicht kalt wäre, entschloss ich mich eine Jacke und Handschuhe anzuziehen – aber es war bereits zu spät – ich konnte mich nicht mehr erwärmen. Der nächste Fehler war, dass ich die Gehpausen zu früh einlegte. Ich hielt mich zwar noch lange an die Devise halbe Runde laufen und halbe Runde gehen, aber irgendwann wurden es nur mehr Gehrunden. Ich konnte auch am Schluss nicht mehr die Kraft aufbringen, die letzte Runde zu laufen. Nachdem ich erkannte,l dass sich die 200 km nicht ausgehen , spekulierte ich auf 195. Stündlich schraubte ich meine Ziele herunter – 190???! Auch dies war nicht mehr möglich, also musste sich mind. Wörschach mit 188 ausgehen. Aber leider ließen mich auch meine Rechenkenntnisse im Stich: Bei Stunde 23 hatte ich genau 182 km also musste ich noch 4 Runden schaffen. Eine Runde hatte 1,25 km – für mich waren zu dieser Zeit 4 Runden 6 km !!!! also 188! Leider nicht , daher muss ich mich mit 187,527 km zufrieden geben.
Die WM war wieder eine Erfahrung mehr in meiner Läuferkarriere, die ich nicht missen möchte: Es war zwar viel Schmerz, aber auch viel Spaß dabei  (besonders die Lacheinheiten mit Joe und Ludwig!)
 
Pauline Moshammer
 
P.S.: Hiermit möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Firma pcp (www:pcp.at) bedanken, die mich beim 6h-Lauf in Wals gesponsert hat.