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Rund um Wien-Lauf 2015

Bericht Helmut Treitler

 

 

Im September entscheid ich mich, den Rund um Wien-Lauf doch noch in meinen Laufkalender aufzunehmen. Die Monate Juli und August nutzte ich nach meinem verpatzten Irdning-Lauf zur Regeneration, bei dem ich nicht ganz gesund angetreten bin und ich meinem Ehrgeiz Tribut zollen musste. Daher war die Vorbereitungszeit für diesen Lauf sehr kurz.

 

Zwei Trainingsläufe, die unser TomTom organisierte, wurden Transdanubien absolviert. Das ist überhaupt ein Teil von Wien, den ich wenig bis gar nicht kannte. Daher waren diese Testläufe sehr hilfreich.

 

Am Freitag trafen wir (TomTom und ich) uns mit Pauline und holten die Startnummer ab. Gleichzeitig wurden die Rücksäcke gecheckt und bis zum Start in Verwahrung genommen. Wir labten uns noch mit dem von den Veranstaltern angebotenen Kaiserschnarren. Danach ging es nach Hause.

Wie es vor solchen Läufen üblich ist, konnte ich mich die Nacht nicht wirklich entspannen. Um 5 Uhr läutete der Wecker, nach einem kleinen Frühstück ging es mit dem Auto Richtung Start. Auf meinem Weg dorthin, nahm ich TomTom mit. Wir waren pünktlich um 6:30 Uhr in der Turnhalle des Ella Lingens Gymnasiums.

 

Nach der Läuferbesprechung ging es mit vollem Gepäck ins Freigelände zum Start. Pünktlich um 7 Uhr wurde gestartet. Es war relativ kühl und nebelig. Nun war es die hohe Kunst, im Pulk das richtige Anfangstempo zu finden. Am Kahlenberg angekommen, der über den Nasenweg gehend bewältigt wurde, lichtete sich das Teilnehmerfeld. Jetzt war Tempodisziplin gefordert. Da es mein Ziel war, mit Igor zu laufen, versuchte ich in seiner Nähe zu bleiben. Ab Kahlenberg liefen wird zu dritt - Igor, sein italieneischer Freund, mit dem er den Adamello Ultra Trail absolvierte und ich. Somit ergab sich eine Gruppe erfahrener Ultras. In der Zwischenzeit lichtete sich der Nebel und die Sonne kam zum Vorschein. Nun hatten wir eine herrliche Herbststimmung. Meine zwei Begleiter nutzten die Gelegenheit, mir die Gegenden zu erklären, die wir passierten. Das witzige war, dass mir, der schon seit 1987 in Wien beheimatet ist, zwei Italiener Wien zeigten – und wenn es nur die Außengrenzen sind;-)

 

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass wir unterschiedliche Geschwindigkeitsrhythmen hatten. So ergab es sich, dass jeder sein eigenes Tempo lief und wir uns trennten. Kurz vor Hütteldorf schloss Igor wieder auf mich auf. Er lief ein Bergab-Tempo, das für mich zu schnell war. Bis Auhof liefen wir wieder gemeinsam. Ab da war mir Igor zu schnell, musste ihn ziehen lassen und ich lief von da an  größtenteils alleine. Bis zum Zentralfriedhof schloss ich auf einige Läufer auf, die ein zu schnelles Anfangstempo wählten und passierte diese. Bei der Labestelle Zentralfriedhof begegnete ich der Vorjahressiegerin Anita Waiß. Nach dem Verlassen der Labe beobachtete ich Anita aus sicherer Distanz. Da erkannte ich relativ schnell, dass das ein Tempo ist, das bis zum Ziel machbar sein sollte. Wir schlossen uns zusammen, gründeten eine „Solidargemeinschaft“ und liefen bis ins Ziel gemeinsam. Zusätzlich nahm ich damit ihre Radbegleitung in Anspruch. Das hatte zur Folge, dass ich mich nicht mehr auf den Weg konzentrieren musste. In der Lobau erfolgte ein Wechsel von Anitas Radbegleitung. Es war ihr Lebensgefährte Andreas – ein sehr netter, gesprächiger Tiroler. Dadurch, dass wir uns viel zu erzählen wussten, war es wirklich kurzweilig – Details bleiben unter Verschluss. Die Kilometer purzelten so dahin. Bei Anita merkte man, dass sie schon ein bisschen zu kämpfen hatte. Andreas und ich pushten sie in dieser Phase. So gelang es uns, bei der vorletzten Labe, die bis dahin führende Dame zu überholen. Anita sollte bis zum Ziel die Führung nicht mehr aus der Hand geben. Nach der letzen Verpflegung in Gerasdorf realisierte ich, dass wir eine 14 Stundenzeit schaffen sollten. Bei Kilometer 122 passierten wird die letzte Steigung. Beim Bergaufgehen begegnete ich plötzlich Igor, was für uns beide eine große Überraschung war. Nach einem kurzen Infoaustausch entschloss Igor, sich unserer 2 Personen-Gruppe anzuschießen. In dieser Phase meinte Anita, dass sie kein Problem hätte, wenn wir unser machbares Tempo laufen würden. Das kam für mich jedoch nicht in Frage. Wir blieben in unserer Gruppe, pushten die Damenführende nochmals ordentlich, wie es sich unter Laufkollegen gehört. Um 21:36 Uhr kamen wir gemeinsam und überglücklich ins Ziel.

 

Trotz der Tatsache, dass ich ca. zwei Stunden früher als ursprünglich geplant ins Ziel kam, freute ich mich sehr, als mich Veronika in Empfang nahm. Dies war dadurch möglich, dass heuer das GPS Tracking eingesetzt wurde. So konnte man die Läufer übers Netz während des Laufs beobachten.

 

Mein Fazit: Es war ein wirklich beeindruckender Lauf mit einer Wahnsinnskulisse. Das Wetter hat perfekt mitgespielt. Wieder einmal durfte ich neue sympathische Leute kennen lernen. Die Damensiegerin ins Ziel begleiten zu dürfen, sehe ich als ein hohes Privileg;-)) Wenn man diese Distanzen laufen will, ist das ein Lauf, den man absolut empfehlen kann.