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24h Stunden Lauf Irdning am 3./4.Juli – Mein erster 100 `er

 Am Freitag ging es bereits vormittags mit Peter und seinem Sohn (als Fahrer) zum größten Ultralauf-Event Österreich nach Irdning. Hier fand der heißeste jemals in Österreich gelaufene 24 h Lauf statt (sag ich einmal nur so). Nach einer amüsanten Autofahrt zugedröhnt von den verschiedensten von Peter zusammengestellten Musikrichtungen erreichten wir nach ca. 3 Stunden Irdning bei bereits sehr heißen Temperaturen. Erwähnen möchte ich nur eine kurze Irrfahrt in der Nähe von Mürzzuschlag (falsche Autobahnabzweigung). Belohnt wurden wir aber für dieses Maleur mit einem schönen Pausenplatz – mitten auf einer im nirvana endenden Feldstraße.  

Als Erster wurde das Rennbüro anvisiert in Hoffnung das prall gefüllte Starterbag entgegennehmen zu können. Jedoch wurde dankenswerter Weise unsere Startunterlagen bereits von Christian und Tom Tom abgeholt, sodass wir mit leeren Händen dastanden. Unser Campingplatz wurde nach einigen Verwirrungen gefunden und schnell unser Quartier in Form eines Zeltes aufgeschlagen. 

 

Da unser Körper Fleisch in Form eines Schnitzels verlangte, erkundigten wir die Umgebung mit dem Auto nach einem gescheiten Schnitzelwirt. Wir fuhren wieder retour nach Liezen, konnten jedoch nur chinesische, türkische und italienische Küche vorfinden. Ein kurzer Anruf bei Christian genügte und wir fanden beim Kirchenwirt in Aigen das für uns passende Lokal. Schnell verdrückten wir unsere Schnitzeln, Peter als Draufgabe noch eine Kardinalschnitte. Lediglich auf unser geliebtes Bier haben wir auf Rücksicht auf den bevorstehenden Lauf doch verzichtet. Die Bestätigung, dass unsere Fleischzufuhr nicht gerade die beste Wettkampfnahrung kurz vor dem Rennen darstellt, holten wir uns dann von Christian und Tom Tom, welche ebenfalls zum Wirten nachkamen. Die Beiden aßen vermutlich der Vorbildwirkung wegen Kaiserschmarrn. 

 

Am Nachmittag ging es wieder zurück nach Irdning, um die letzten Vorbereitungen für den Start um 19 00 Uhr zu treffen – nochmals die Füße im Badeteich baumeln lassen, nochmals ein schönes WC aufzusuchen, das Läuferbriefing von Peter Wundsam und dem Veranstalter über sich ergehen zu lassen, der Irdninger Blasmusik zu lauschen, seinen persönlichen Rastplatz positionieren etc. 

 

Kurz vor 19 00 Uhr gingen wir dann mit „voller“ Hose zum Start, wo leider die besten Startplätze bereits vergeben waren. Für mein Ziel,   die 100`er Marke erstmals zu knacken, reichten ja auch die hinteren Startplätze. Da es noch tropische Temperaturen hatte. versuchte ich möglichst kräftesparend zu laufen – also so langsam wir möglich. Nach jeder 5 Runde machte ich eine kurze Pause, um mich frisch zu machen. Die Hoffnungen, dass es mit den Temperaturen hinuntergeht, wurden rasch begraben und so stand doch eine schwüle Nacht bevor Diese überstand ich im Großen und Ganzen gut, lediglich zwei längere Döspausen gönnte ich mir. So erreichte ich nach 12 Stunden knappe 70 Kilometer, also hatte ich für die weiteren 30 Kilometer wiederum 12 Stunden Zeit. Doch leichter gesagt als getan. Da Schattenpassagen so gut wie keine vorhanden waren, wurden ab Sonnenaufgang die Läufer von der Sonne wiederum lieb erwärmt (uns war ja noch kalt von dieser Nacht). Ab ca. 09 00 Uhr war es wieder extrem heiß – bis zur Mittagszeit rasant ansteigend bis zu mindestens 35 Grad – am Asphalt gefühlte 50 Grad (und mehr). An ein Laufen war für mich nicht mehr zu denken. Die letzten 20 Kilometer musste ich gehend, besser gesagt schleichend, zurücklegen. Während Peter die Füße in einem lauschigen Schattenplatz bereits hochlagern konnte (nach 105 km hatte er genug), quälte ich mich Runde für Runde über den 1,2 km langen Rundkurs. Auch die vom mir immer vorgesungenen Lieder „Ice Ice Baby“ – eine Lied aus den 90 `er Jahren - oder „Eisbär“ von Minisex, wo man ein Eisbär am kalten Polar sein möchte, halfen mir nicht mehr wirklich weiter. Nach über 19 Stunden konnte ich aber meinen ersten 100`er erfolgreich beenden. Auf die restlichen 5 Stunden bis zur Ende der Veranstaltung um 19 00 Uhr wurden dankend verzichtet. Stattdessen packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren wieder zum Kirchenwirt, aber diesmal auf ein BIER.  

 Unterm Strich war es ein unvergessliches, heißes Lauferlebnis. Der Läuferspruch „24-Stunden-Lauf ist so`n bisschen wie betreutes Wohnen“ beschreibt eine solche Veranstaltung sehr passend. 

Darüber hinaus habe ich mir wiederum die Bestätigung geholt, wie schön es ist, im heißen Büro sitzen zu dürfen. 

ultralightlaufende Grüße 

Alex  

                 Foto aufgenommen nach 101 km