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Dresden mit Oberelbe-Marathon April 2014

Helmut Wimmer

Begonnen hat alles noch im Vorjahr: Nachdem die Brigitte immer vom Oberelbe-Marathon 2013 geschwärmt hatte und die Absicht erkennen ließ, auch 2014 zu starten, fassten Christl und ich den Entschluss, die Gelegenheit zu nützen und wieder einmal Dresden zu besuchen. Den vollen Marathon traute ich mir mangels ausreichender Vorbereitung zwar nicht zu, aber da dieser Landschaftslauf auch in kleineren Einheiten ausgeschrieben war, plante ich, mich am Halbmarathon von Pirna nach Dresden zu beteiligen. Als wir diesen Plan bei einem unserer Schüttel-Stammtische bekannt gaben, erklärte Monika spontan, sich ebenfalls für den Halbmarathon anzumelden. 

 Und so kam es, dass sich 4 Freunde des Laufsports (Monika, Brigitte, Christl und ich) am Morgen des 25. April 2014 (Freitag) im Intercity Hotel Dresden zum gemeinsamen Frühstück zusammenfanden. Brigitte und Monika kamen mit dem Nachtzug angereist, während Christl und ich schon 2 Tage früher gestartet waren, um uns gemächlich mit dem Auto via Innviertel, Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken unserem Ziel Dresden anzunähern. Leider konnte ich Monika erst jetzt eröffnen, dass ich wegen einer Zerrung am Oberschenkel beim HM nicht starten könne. Sie nahm diese Mitteilung aber nicht weiter tragisch (wahrscheinlich rechnete sie sich allein ohnehin eine bessere Endzeit aus). 

 Da wir unseren Aufenthalt in der Hauptstadt von Sachsen auch kulturell nützen wollten, begannen wir den Tag zunächst mit einer ausführlichen Stadtrundfahrt. Wer schon in Dresden war, weiß um die Schönheit dieser Stadt und welche Kulturschätze sie aufweist. Immerhin inspirierte sie (neben Pirna) den berühmten Barockmaler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, zu seinen wunderbaren Stadtansichten. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dresdens zählen Hofkirche, Residenzschloss, Zwinger, Semperoper, Frauenkirche, Grünes Gewölbe. Darüber hinaus bietet Dresdens Umfeld (Elbschlösser, Meißen) jede Menge lohnenswerter Ziele. Natürlich reichten die paar Tage nicht annähernd aus, dies alles zu erkunden, aber jeder von uns nützte die Gelegenheit für Besichtigungen je nach Interessenlage.

Am Nachmittag behoben wir die Startunterlagen. Anschließend streunten wir noch durch die Altstadt und beschlossen den Abend in einem der vielen gemütlichen Lokale, die Dresden aufweist.

Den Samstag begannen wir schon zeitig mit einem Morgenlauf, der uns von der Semperoper elbaufwärts bis zur Waldschlösschenbrücke und auf der anderen Elbseite wieder zurück in die Stadt führte. Hier konnten wir uns schon einen ersten Eindruck von der Laufstrecke verschaffen. Zu dieser Brücke ist übrigens erwähnenswert, dass ihre Errichtung vor einigen Jahren heftige Diskussionen in Dresden aber auch weit darüber hinaus auslöste und letzten Endes 2009 zum Verlust des UNESCO-Welterbestatus führte.

Anschließend war Eile geboten, denn wir planten einen Ausflug per S-Bahn in die Canaletto-Stadt Pirna, wo am Sonntag der Start des Halbmarathons stattfinden sollte. Die unmittelbar an der Elbe gelegene Kreisstadt Pirna, „Tor zur Sächsischen Schweiz“, präsentierte sich nach den verheerenden Hochwässern der letzten Jahre frisch herausgeputzt mit seinen heimeligen mittelalterlichen Bürgerhäusern von seiner schönsten Seite. Nach einem Stadtrundgang und Aufstieg zur ehemaligen Festung Sonnenstein genossen wir das prächtige Wetter im wunderschön restaurierten Gasthaus Marieneck.

 Auch am Sonntag hieß es zeitig aufstehen. Für die Teilnehmer des Marathons bzw. des Halbmarathons bestand eine bequeme Anreisemöglichkeit zu den Startplätzen Königstein bzw. Pirna per S- oder Regio-Bahn. Für die zahlreichen Begleitpersonen hatte man sich, wie schon in den Jahren zuvor, eine besonders romantische Möglichkeit ausgedacht, den Lauf mitzuerleben und zugleich die wunderbare Landschaft des Elbsandsteingebirges zu genießen: Es wurde der historische Elb-Raddampfer „Dresden“ gechartert, der von Königstein aus die gesamte Strecke des Marathons bis Dresden mit dem Läuferfeld mitfuhr.

 Wie nicht anders zu erwarten, lieferten die beiden Starterinnen der FdL eine saubere Leistung ab. Trotz hochsommerlicher Hitze gelang es Monika den Halbmarathon in 2:20 und Brigitte den Marathon in 5:03 zu finishen (die letzten 7 km durfte ich Brigitte von der Loschwitzer-Brücke - besser bekannt als „Blaues Wunder“ - bis ins Ziel begleiten und so doch noch ein wenig Wettkampfatmosphäre miterleben). Die Veranstaltung war, wie in Deutschland gewohnt, perfekt organisiert und würde sich als vielfach ausgezeichneter Landschaftslauf ein noch größeres Teilnehmerfeld verdienen.

 Am Nachmittag galt es dann Abschied zu nehmen: Brigitte bestieg den Nachtzug nach Wien zurück, mit Monika genossen wir den Abend im Schatten der Frauenkirche im Augustiner-Bräu. Während Monika noch vorhatte, den Montag (bis zu ihrer Abreise am Abend) für weitere Besichtigungen Dresdens zu nützen, verwirklichten Christl und ich unseren Plan, einen Abstecher in die Oberlausitz nach Bautzen zu machen. Hier ist die Minderheit der Sorben ansässig, ein slawischer Stamm, der dort seit über 1000 Jahren seinen Siedlungsraum hat. Kommt man in die  Gegend, überrascht, wie stark diese Minderheit auf Schritt und Tritt in Erscheinung tritt. Dies äußert sich unter anderem in einer durchgängigen Zweisprachigkeit von Ortstafeln, Beschilderung aller Straßen und Plätze etc. Die sorbische Kultur wird dort ausdrücklich gefördert, es gibt jede Menge kultureller und politischer Einrichtungen, die den Bestand dieser als Bereicherung empfundenen Minderheit sichern sollen. Beeindruckt verließen wir die Stadt und fuhren nach Dresden zurück, wo am Abend noch eine Aufführung von „Alcina“ von Händel in der Semperoper auf dem Programm stand.

Unsere Rückreise nach Wien gestaltete sich ähnlich geruhsam wie die Hinfahrt, getreu nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, und so verbrachten wir noch schöne Stunden in Nürnberg, Regensburg und Ried im Innkreis, bevor wir dann am 1. Mai wieder in Wien einlangten.

 Übrigens: Der derzeitige Meldestand für den 18. Oberelbe-Marathon am 26. April 2015 liegt schon bei 318. Näheres unter www.oberelbe-marathon.de .