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MURRADWEG – EIN ETWAS ANDERES LAUFABENTEUER

Pauline Moshammer

Da ich die einzelnen Etappen erst verdauen musste, bzw. ich technisch nicht so versiert bin, möchte ich jetzt meine Eindrücke und Gefühle niederschreiben .Über die einzelnen Tagestouren und Nächtigungen wurde ja schon von Karin und Kurt berichtet.

Als mir Kurt schon vor langer Zeit vorschlug, den Mur Radweg zu laufen, stimmt ich natürlich ohne jegliche Bedenken zu. Damals wusste ich noch nicht, auf was ich mich einlassen würde – ein Tal ist für mich flach und nicht bergig!!!!! Aber alles der Reihe nach:

Die Wanderung zum Ursprung der Mur am 3. 8. war wirklich einzigartig: wunderschöne Berglandschaft, gutes Essen auf der Sticklerhütte, fantastisches Wetter und keine allzu große Anstrengung. Wunderbare Voraussetzungen für die nächsten Strapazen.

Am Sonntag ging es dann los mit unserem langen Laufabenteuer bis Bad Radkersburg. Wetter hätten wir uns kein besseres wünschen können (vielleicht ein bisschen zu heiß), nur die Höhenmeter waren schon etwas deftig: 476m aufsteigend, 778m absteigend. Beim 1. Stopp in Neggerndorf erfuhr ich, dass Karin mit dem Rad unterwegs war, da sie ein Muskelproblem hatte. Sie war so nett und hat mich danach begleitet, somit war ich in besten Händen (auch Handy-mäßig). Der 1. Tag endete in Murau mit 69 km, danach brachten uns Micha und Fredi (mein Mann)

mit den Autos nach Ranten (11 km), wo wir nächtigten. Läuferisch überstand ich diesen Tag sehr gut, wollte zuerst auch noch nach Ranten laufen, aber als ich hörte, dass es nur bergauf ging, nahm ich den Luxus des Taxis in Anspruch.

Nächster Tag ebenfalls wieder heiß, heiß, heiß,… Karin und ich starteten etwas früher, da ich die 11 km bis Murau laufen wollte (mein Ziel war es die Garmingesamtkilometer auf 15.000 zu bringen, dazu brauchte ich 354 km und nicht „nur 343“). In Murau trafen wir Kurt und Ida um gemeinsam weiterzulaufen. In Teufenbach verlor ich jedoch irgendwie die Orientierung und musste nach einem Umweg „alleine“ weiterlaufen, nicht „alleine“, da ein großer, schwarzer Hund bis Lind (ca. 10 km!!!!) mit mir lief. Danach gaben wir ihn fix und fertig bei der Gastwirtin ab, die zufällig anwesende Polizei kümmerte sich um ihn – er war wirklich ein treuer Begleiter!!!!!!! Ab jetzt wurde ich dazu verdonnert ein Handy bei mir zu haben, was rückblickend echt notwendig war. Hier verabschiedete sich Micha von uns, die die Heimreise nach Wien antrat – schade. Aber mein Mann hat mich immer bestens betreut!!! Bis Judenburg ging es dann wieder mit viiiiiielen Höhenmetern weiter. Läuferisch ging es mir gut.

3. Tag: Wetter nichts Neues - aber an diesem Tag rette mir Karin das Leben, da die Probleme mit den Hämorriden begannen. Stundenlanges Leiden fordert wirklich enorme Willenskraft um nicht aufzugeben- man fragt sich immer wieder nur „WARUM“????? Die Antwort lautet:“ Weil ich es schaffen kann!!!!“ Mein Mann wollte mich nach dem Stopp überreden mit dem Auto mitzufahren, aber die Devise heißt Zähne zusammenbeißen und durch. Karin Danke, dass du so geduldig mit mir warst! Es war zwar die kürzeste Etappe (44 km) aber dafür die schrecklichste: fast nur Bundesstraße, kein Schatten, keine Möglichkeiten für Verpflegung……..In St. Stefan trafen wir Kurt und Ida in einer Konditorei und glücklicherweise erfuhren wir, dass wir nur mehr 5 km hätten. Endlich kamen wir in St. Michael an.

4. Tag: Heute gilt es die Königsetappe mit 78 km zu überstehen, daher liefen Karin und ich schon um 6:30 Uhr weg, Kurt und Ida schon um 6:00 Uhr. Es lief ganz gut, der 1. Stopp in Picheldorf war in 22 km. Ich freute mich jedes Mal meinen persönlichen Betreuer Fredi zu sehen, da ich eine kurze Rast einlegen konnte. Kurt und Ida verpflegten sich meistens unterwegs und benötigten nicht den Autodienst. Wir planten zwar 3 Stopps, aber nach Mixnitz (44 km) merkte ich, dass es ausgezeichnet lief und ich die restlichen 34 km ohne Stopp auskäme. Das war gut so, denn Ida musste in Fronleithen nach einem Arztbesuch mit furchtbarem Ausschlag von Fredi abgeholt werden. Meine treue Begleiterin Karin brachte mich gesund bis Gratwein. Hier trafen wir Christine und Roman, die die nächsten 2 Tage mit uns leiden werden!!

5. Tag: Wir liefen alle getrennt weg, da jeder natürlich sein eigenes Tempo einschlug, also Karin und Christine, Ida begleitete Kurt am Rad, Roman und ich. Heute lief es wieder nicht so gut, außerdem hatte ich Riesenprobleme meinen Autostopp zu finden, er stand in Feldkirchen bei einer Gärtnerei – nur gab es 3 Gärtnereien. Heute wäre ich ohne Handy verloren gewesen!!! Der Gedanke, dass es nur mehr ein weiterer Tag bis zum Ziel war, hielt mich aufrecht. Beim 2. Stopp in Wildon (43 km) ging es mir schon besser und ich wusste, ich würde es durchdrücken, komme, was wolle. Laut Einheimischen konnte man bis Leibnitz und Wagna entlang der Bundesstraße laufen, die direkt zum Hotel führte. Es sollte kürzer sein, aber trotzdem waren es 60 km, statt 53.

Letzter Tag: Roman und ich liefen gemeinsam weg, obwohl ich Intervalltraining machen musste um Roman einzuholen hatte ich nach einiger Zeit keine Probleme und es lief wie geschmiert. Beim Stopp in Misselsdorf verabschiedete sich Roman, da es nur mehr 300 m zum Quartier waren. Ich hatte noch 22 km bis zum Ziel. Kurz vor der Ortstafel wartete ich auf Kurt, um mit ihm gemeinsam einzutreffen!!! Es war ein schönes Gefühl sein Ziel erreicht zu haben, obwohl viele Schmerzen und Sinnesfragen dabei waren möchte ich dieses Erlebnis nicht missen. Danke Kurt, dass du mir es ermöglicht hast, auch Danke an meinen Fredi, dass er mich so gut betreut hat und viel Geduld aufgebracht hat, natürlich auch ein Danke an Karin, die 3 Tage lang an meiner Seit ausgeharrt hat. (Apropos ich habe jetzt 15.001,74 km auf meinem Garmin).

Ich glaube, ich werde jetzt ein bisschen rasten.

Eure Pauline