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Freunde des Laufsports Austria
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24h-Lauf in Irdning von 06.07. - 07.07.2013 

Bericht von Kurt Ulreich

 

Vor genau 20 Jahren war ich bei diesem Extremlauf, er wurde im heurigem Jahr zum 24en mal ausgetragen, am Start.

 Die vielen positiven Erfahrungen die ich in dieser Zeit, ich war nicht bei allen Läufen aber doch bei sehr vielen dabei, habe dazwischen so manches Jahr aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt, gemacht habe, waren Grund genug es wieder einmal mit Startnummer zu versuchen.

 Durch einige Änderungen im Umgang mit meinem Körper, ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass es doch Sinn macht mehr auf seinen Körper zu achten und Signale wahrzunehmen, habe ich wieder die Fitness bekommen die so ein Abenteuer erlauben sollten.

 Gutes Lauftraining in den ersten Monaten des Jahres gemeinsam mit Ida, ihr Wunsch erstmals einen 100er und das ohne Stress, wenn möglich in unter 12 Stunden zu laufen, war eigentlich ausschlaggebend dafür für Irdning zu nennen, den ein 100er sollte sich schon auch für mich ausgehen.

 Später auf Grund beruflicher Überlastung von Ida, sie hat die letzten zwei Monate kaum trainiert, es war nicht daran zu denken dass sie eine solche Distanz laufen wird, sie wollte aber starten um die Atmosphäre zu schnuppern und dann vieleicht aufhören, änderte sich die Ausgangslage etwas.

 Ich blieb bei meinem Vorhaben zu starten, den 100er zu laufen und dann schauen wir einmal was so passiert, ich war gefühlsmäßig ja so fit wie schon lange nicht und meine Laufkollegen erklärten mir andauernd was alles möglich sein könnte, ich jedoch war sehr skeptisch den ich kenne meinen geschundenen Körper und ich vertraute dem Frieden keine Schmerzen zu haben nicht.

 Leider sollte ich recht behalten, zumindest was mich betrifft, bei Ida lag ich jedoch, im positiven Sinne total daneben.

 Aber jetzt der Reihe nach:

 Freitag Anreise nach Wörschach, wir wohnen bei der Fam. Moser und das bereits seit vielen Jahren. Am Nachmittag fahren wir nach Irdning dem Veranstaltungsort. Viele Laufkollegen/innen unseres Vereines FDL sind bereits vor Ort. Monika die für viele Kollegen das Quartier an der Strecke organisiert hat, Andi unser Tausendsassa der die Staffel aber auch so manche Einzelläufer nicht nur organisiert sondern neben seinen eigenen sportlichen Aktivitäten auch betreut und zusätzlich auch noch die aktuelle Berichterstattung auf unserer hp durchführt.

 Wir bauen unsere Zelte für die Laufveranstaltung auf. Tische, Sesseln, Liegen, Kühlschrank werden aufgestellt und Andis technische Kommandozentrale für die Berichterstattung und der musikalischen Berieselung wird installiert. Die Freunde des Laufsports aus Wien sind, wie immer wenn es gemeinsame Aktivitäten gibt, bestens vorbereitet und organisiert.

 Samstag 14:00 Uhr, mit dem Startschuss geht das lange Warten auf das was da kommt zu Ende und wir starten.

 Natürlich starten wir mit den unterschiedlichsten Erwartungen und Zielsetzungen und ich hoffe das viele ihre persönlichen Erlebnisse noch auf unserer hp veröffentlichen werden.

 Ich für meinen Teil fühle mich gut, obwohl ich die letzten Tage mit einer schweren Verkühlung zu kämpfen hatte, habe meinen geplanten 100er in zwei 50er eingeteilt und hoffe dass mich Ida, am morgen wollte sie noch abreisen , sie war frustriert weil sie sich nicht entsprechend vorbereiten konnte um an eine Leistung in Richtung 100 Kilometer zu denken, einige Zeit begleiten wird.

 Nun stand sie neben mir am Start und wie es bei einem Wettkampftypen und so einer ist sie, eben ist, freute sie sich auf einmal auf diesen Lauf um zu sehen was ihr Körper trotz schlechter Vorbereitung bereit ist herzugeben.

 Wir pendeln uns schnell auf unser geplantes Tempo von 6:20 min/km bis 6:30 min/km ein und haben richtig Spaß am laufen, treffen viele alte Laufkollegen aus meinen früheren Zeiten in der Ultralaufszene, viele beglückwünschen mich für die Entscheidung wieder einmal zu starten und wir wünschen uns gegenseitig das beste, schön wieder einmal mit Startnummer dabei zu sein.

 Bei unserem eigenen FDL-Verpflegungs und Betreuungsstand ist zu meiner Freude auch mein jüngerer Sohn Martin zu meiner und Idas Betreuung angereist und motiviert mich natürlich zusätzlich, es macht alles ganz einfach großen Spaß.

 Das Wetter ist optimal, nicht zu heiß und kein Regen, also tolle Bedingungen die wir auch gleich dafür nützen um die ersten 50 Kilometer in 5 Stunden und 28 Minuten (wir orientieren uns Zeit und Distanzmäßig an unseren Uhren mit GPS) zurück zu legen. Ida an meiner Seite spielt sich bei dieser Distanz in dieser Zeit und zeigt trotz ihrer fehlenden Trainingskilometer zu meiner Überraschung keinerlei Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil, sie hat das Kommando, schaut auf unser Tempo, erinnert mich zusätzlich zu meinem Sohn Martin daran genügend Flüssigkeit zu mir zu nehmen und zu essen, für mich unfassbar was sie bis zu diesem Zeitpunkt schon leistet.

 Nach 60 Kilometer merke ich, dass irgend etwas bei mir nicht stimmt. Ich habe Probleme mit der Stabilität bei meinem linken Fuß im Knöchelbereich und gleichzeitig Schmerzen in der linken Pobacke. Mein Ischiasnerv der mich mein halbes Läuferleben, im Oktober 2013 laufe ich seit 35 Jahren, mit Schmerzen verfolgt, seit über einem Jahr aber Ruhe gegeben hat, meldet sich sehr intensiv zurück.

 Ich rede nicht darüber, versuche den Schmerz zu ignorieren, verpflege mich noch gezielter mit Iso, Gel´s, Magnesium u.v.m., fühle mich sonst sehr gut, bin motiviert und will den angepeilten 100er gemeinsam mit Ida die einen immer stärkeren Eindruck hinterlässt, unbedingt fertig laufen.

 Es funktioniert nicht, ich habe Probleme meinen linken Fuß gerade aufzusetzen, in den Kurven würde ich am liebste gerade aus laufen weil ich das Gefühl habe keinen Halt zu haben und habe dadurch auch Probleme das Tempo zu halten.

 Die Entscheidung den Lauf zu beenden fiel mir nicht leicht, wer weiß wann, wenn überhaupt, man wird leider ja auch nicht jünger, ich jemals wieder so gute Voraussetzungen vorfinden würde. Ich sage Ida nach 72 Kilometer, knapp vor unserer FDL – Verpflegstelle, dass ich keine Chance sehe fertig zu laufen, daher aussteige und versuchen werde sie bei dem vor Stunden noch unmöglich erscheinenden, nämlich erstmals einen 100er zu laufen und das Ganze in unter 12 Stunden, zu unterstützen.

 Ich weiß dass sich meine Söhne, Martin vor Ort und Peter der das Ganze aus der Distanz in Wien verfolgte, mehr erwartet haben. Oft genug waren sie als Kinder dabei und haben auf so manchen Erfolg ihres Vaters stolz sein können, sie werden aber sicher erkennen und diese Erfahrung werden viele junge Menschen im Leben machen, dass es auch Sinn machen kann nein zu sagen um auf seinen Körper und seine Gefühle zu hören.

 Der Ausspruch eines erfahrenen Bergsteigers,

 nach einem schwierigen Aufstieg auf einen Berg, wenige Meter vor dem Gipfelkreuz das schon zum Greifen nahe ist, umdrehen um abzusteigen weil alles andere zu gefährlich wäre, ist der wahre Sieg und ermöglicht auf jeden Fall einen neuen Versuch.

 Diese Weisheit kann man auf viele Bereiche des Lebens anwenden, so gesehen ist der Sport, vor allem im Extrembereich, ich und viele andere Sportler auch haben diese Erfahrung schon gemacht, auf jeden Fall eine große Lebensschule.

 Ich ziehe mir frische Kleidung an, setze mich für eine halbe Stunde ins Auto um mich zu erholen, das linke Bein schmerzt, ich habe einen leichten Schüttelfrost, der Frust über den Ausstieg, die überstandene Verkühlung, die Ischiasschmerzen, es bewegt einen doch und alles muss erst verarbeitet werden, dazu braucht man Ruhe.

 Martin kümmert sich inzwischen um Ida, die sich in einen richtigen Laufrausch hineinsteigert und nach jeder Runde die sie dem 100er näher bringt, mehr strahlt.

 Ich begebe mich wieder an den Streckenrand zur Betreuung, bin aber arbeitslos da Ida keine Schwächen zeigt und ihre Verpflegung teilweise bei der offiziellen Läuferverpflegung vornimmt, nur hin und wieder beim FDL – Versorgungsstand stehen bleibt und die letzten Runden immer schneller wird.

 Nach 11 Stunden und 8 Minuten (laut unserem Garmin) ist es vollbracht, Ida hat wieder einmal bewiesen welch großes Kämpferherz sie hat und welchen Spaß ihr dieser Laufsport bereitet, sie hat ihren ersten 100er, hängt noch zwei Runden an weil sie ganz einfach Freude an dem erreichten hat und beendet dann über das ganze Gesicht lachend und keine Ermüdungserscheinungen zeigend den ersten Versuch 100 Kilometer zu laufen, ich bin schwer beeindruckt über das was ich da gerade erlebe. Diese Leistung ist beispielgebend dafür was man mit der richtigen Einstellung, einem großen Kämpferherzen und der nötigen Überwindungsfähigkeit alles erreichen kann.

 Der Ausflug nach Irdning hat sich für unseren Verein wieder einmal mehr als gelohnt, viele tolle Leistungen die Monika in ihrem Bericht schon erwähnt hat sind wieder einmal erbracht und viele neue Erfahrungen von unseren Neueinsteigern gemacht worden.

 Die Freunde des Laufsports haben mit ihrem gemeinsamen Auftreten wieder viel positive Werbung für unseren Verein gemacht und bei vielen Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sehr oft bin ich in den darauf folgenden Tagen die ich noch in dieser Region verbracht habe auf unseren Verein und den Leistungen unserer Sportler angesprochen worden, das macht mich stolz.

 Danke noch einmal an alle unsere Sportler für ihre Leistungen und dem vorbildhaften Auftreten.

 

DANKE, DANKE aber auch an alle die im organisatorischem Bereich mitgeholfen haben die Basis für diesen Erfolg zu schaffen und dadurch einen großen Anteil am gesamtheitlichen Erfolg unseres Vereines bei diesem 24er in Irdning/Stmk.haben.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen auch weiterhin,

 

VIEL SPASS BEIM SPORT UND G´SUND BLEIBEN!