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3. Welt-Dow-Syndrom-Benefizlauf

17.3.2013 in Fürth / Bayern

Bericht Julie

... Kein Ende in Sicht…

Letztes Jahr nach Irdning deklarierte ich, wegen meines Fussblasen Problems wird es nur ein Irdning fuer mich geben. Nun, Hoffnung ist ein starker Antrieb und nur Verrückte ändern ihre Meinung nicht. Hoffnung und Verrücktheit werden noch weiter unten erwähnt, aber es scheint so als ob es evt’l ein Irdning 2013 für mich geben könnte…

Widerwillig befand ich mich am 24 Februar vom tiefsten Winterschlaf direkt im Marsch von Tulln nach Wien. Ich Weichei wollte nicht (Wetterprognosen und Schnee Lage waren gegen uns, musste unbedingt in der Arbeit diese Woche sein, könnte mir keine Verkühlung erlauben, bla bla bla bla…), hatte aber mein Wort gegeben und Monika wollte es durchziehen. Und sie hatte recht. Es war doch eine winterliche Herausforderung aber das Wetter hat sie verzaubert, es hat erst leicht genieselt als wir schon in Wien beim Donaukanal waren und es war alles gut. Es ging, es geht. Moni, Chapeau!

Das Größte nach Tulln war für mich, dass ich dabei 0,0 Fussblasen hatte. Bin mit Wollsocken und Wanderschuhen gegangen. Hatte mir gedacht „ich versuche es, ich habe nichts zu verlieren, das Ganze wird für mich sowieso eine Katastrophe“. Na von wegen. Es war ein Geschenk: ich kann 40 km gehen ohne eine Fussblasen zu bekommen – yippeee! Hiermit hat die Hoffnung mein Wesen wieder erobert und ich war wieder dabei: Irdning 2013, woat nua!

Und somit ging’s zur nächsten Trainings Einheit: 6 Std Down-Syndrom Benefizlauf in Fürth/Bayern. Wirklich, „a Sechserle“ als Trainings Einheit! Monika wird über das großartige Event berichten. Es war sehr rührend, eine tolle Sache, ein Privileg dabei zu sein und es zu unterstützen.

Also, erst mal 6 Std. laufen. Ich bin mit schon getragenen Laufsocken und meinen neuen speziellen Laufschuhen vom Podologen gestartet. Monika hatte gesagt „nach einer Stunde wechseln“. Was ich zu gerne gemacht habe. Meine geliebte Asics waren wie Pantoffeln nach einer Stunde in diesen Foltergeräten. Moni bestätigte aber: „Siexst, so soll es sein, es arbeitet“.

Also es läuft… Dann sind immer wieder Fragen gekommen, von „habe ich das Richtige angezogen? über „halten meine Glieder das alles aus? ich habe doch Magnesium genommen… ist das gut was ich gerade mache? bin ich normal? was ist normal? Bananen und Schoko Kekse sind das beste für mich, oder? ich habe doch mehr in Irdning gemacht, warum ist das so schwer? habe ich genug getrunken? zu viel? muss ich wirklich nochmal pipi gehen? wie lange dauert’s noch? was, nur mehr 40 Minuten? kann ich noch Gas geben? Jaaaa, ES LAEUFT!“ bis am Ende… „Leiwond so a Sechserle, wann ist das nächste Training?“

Die Frage die mich aber am meisten beschäftigt hat war: wie viele Kilometer habe ich? Eine Runde hatte 1,3km. Mein erhofftes Ziel war 50km. Ich bin mathematisch extremst nicht begabt und meine neue Polar meistere ich auch noch nicht ganz. Die Rechnerei war für mich eine Plage. Sobald ich endlich kalkuliert hatte was 20 Runden + 20 mal die ,3 waren hatte ich wieder 2 Runden mehr und musste wieder von vorne anfangen. Aber, ca. 30 Minuten vor Schluss sagte der Moderator als ich durch die Halle kam „Ju-lie-eee Fre-che-tttte, 35 runden, das bedeutet 46 km“. Und so aktivierte ich kurz mein mathematisches Können und dachte „mit 3 Runden und a bissi was geht es sich aus“. Und so war es. Geschafft.

Es war natürlich etwas mehr und nicht so selbstverständlich. Ich war aber gut drauf, gar nicht so strapaziert, happy. Zwei Blasen, nicht der Rede wert im Vergleich zu dem, was ich letztes Jahr auf meinen Füssen produziert hatte und ich bin noch am Experimentieren. Ich habe beim Laufen oft an die Paulinas und Ingrids unserer Umgebung denken müssen … Ihr habt meine tiefste Bewunderung. Die Fragen gehen weiter… Ab wann kann man sich als „Ultra“ betrachten? Ist das gut? Gibt es Grenzen die nicht zu überschreiten sind? Wird es gefährlich? Wann wird es zur Sucht? Ich freue mich aufs Nächste und Fürth habe ich erst ein paar Tage hinter mir – ist das normal? Ich habe aber ein Zeichen bekommen: ich bin ein paar Runden mit Robert Wimmer gelaufen (www.robertwimmer.de). Das hat alles relativiert! Es gibt Leute die noch „mehr anders“ sind als wir. Das bringt die Verrücktheit wieder in eine Perspektive wo ich mir denke „hey, warum nicht? Wenn meine Füße sich so weiter verhalten, so a Sechserle ist süß!“

Und somit, fürchte ich: im Moment ist von meiner Seite kein Ende in Sicht... An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit.

 

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