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Mein Schwechater Laufsportfest

oder danke an helfende Freunde und vor allem Innen (des Laufsports)

von David Hofbauer

Der Tag begann eigentlich wie jeder andere, ich musste früh raus, wollte nur schlafen und fragte mich ob es das jetzt wirklich sein muss – eigentlich der klassische Morgen eines Schultages, bis auf eine Ausnahme. Auf den köstlichen Kakao am Morgen musste ich verzichten – schließlich habe ich aus den Fehlern meiner Schwester gelernt, die den Kakao am Morgen zu einer perfiden Taktik ausbaute.. (Sie hat als sie kleiner war beim Kids Cup teilgenommen und ihrer Gegnerin, welche sie auch noch beim Bewerb geschlagen hat, auf die Schuhe gekotzt, um sie, wenn auch ungewollt, nach allen Regeln der Kunst zu demütigen!)

Übelkeit aufgrund von sportlicher Anstrengung war mir eigentlich fremd, auch wenn ich mit Übelkeit an sich schon ein paar peinliche Erfahrungen hatte..

Nachdem das Frühstück geschafft war und wir uns angezogen hatten, fuhren wir zum Ort der glorreichen Triumphe und der vernichtenden Niederlagen – gemeinhin auch als Rudolf Tonn Stadion bekannt. Auf dem Weg zu diesem heroischen Ort wurde mir das erste Mal flau im Magen – ich hatte es nämlich geschafft, die ganze Zeit vor dem Bewerb einfach nicht daran zu denken, doch mit dem ersten Nachdenken kamen auch die ersten Zweifel. Bin ich wirklich in der Lage 6 Stunden lang zu laufen? Vor einem Jahr noch, hatte ich meinen Vater, für sein Vorhaben 6 Stunden lang durchgehend laufen zu wollen, für verrückt erklärt und nun hat er mich mit seinem Wahnsinn angesteckt – wenn auch nur zu einem kleinen Teil. Schön langsam ging ich an den Start und fragte mich, was ich jetzt eigentlich machen soll – laufen, eh klar!

Jetzt heißt es, noch einmal alle guten Ratschläge und Hinweise durchzugehen: Lauf langsam, schau dir die Leute in Ruhe an. Falls du nicht mehr laufen kannst, geh, die meisten fangen mit der Zeit zum Gehen an.

So also startete ich mit einem mulmigen Gefühl in die erste Runde und ich müsste lügen wenn ich sage, dass mich die Startsprints nicht überrascht hätten, zwar hatte ich schon sehr früh von meinem Vater den Hinweis bekommen, dass die meisten/unerfahrenen Läufer schnell starten und am Ende keine Kraft mehr haben – allerdings waren hier wieder die meisten noch unerfahrene Läufer vertreten.. Egal, nur nicht davon unterkriegen lassen. Mit der Zeit hat man dann sein Tempo gefunden und zieht verträumt seine Runden. Das hört sich vielleicht ganz nett an, allerdings wäre AKTIVES Laufen von Vorteil gewesen – so brauchte ich dann nach gut einer Dreiviertelstunde den Hinweis, ich solle mir doch endlich etwas zum Trinken nehmen und am besten wäre es jede Runde etwas zu trinken. Trinken, Essen, eigentlich zwei der Gründe warum ich mich dann doch angemeldet hatte, denn 6 Stunden lang laufen UND nichts zu essen zu bekommen, macht mich unausstehlich – eine hofbaurische Familienkrankheit..

Mit der Zeit kam dann auch der erste „Ich mag jetzt nicht, keine Lust mehr, warum tu ich mir das an?!“ Anfall, doch ich zwang mich weiter zu laufen. Nach diesem kleinen Tief ging es mir eigentlich wieder recht gut, doch bekam ich einen Gusto auf etwas Süßes. Also probiert ich einfach einmal alle süßen Getränke durch, was sich neben dem zu wenigem Trinken noch als großer Fehler hinaus stellen sollte..

Es begann ab der dritten Stunde und das in einem denkbar ungünstigen Moment – nämlich als ich gerade ein Stück weit mit meinem Vater und Tom lief, oder eher ging.. Ich dekorierte den Boden um die Sträucher, und wollte mich danach für eine halbe Stunde hinsetzen, um zur Ruhe zu kommen, um dann noch die letzen zweieinhalb Stunden in Angriff nehmen zu können. Doch währen dieser halben Stunde schaffte ich es noch einmal den Boden zu verschönern – allerdings nicht diskret im Gebüsch, nein, sondern mitten auf dem Rasen und für alle gut sichtbar. Ich fühlte mich bloßgestellt und gedemütigt und das auch noch von mir selbst. (das muss man auch mal schaffen!) Später wurde ich dann noch als „Ampel“ beschrieben, da ich es angeblich innerhalb von Sekunden schaffte, die Farbe von knallrot auf blasses weiß zu wechseln (ja ich weiß, dass weiß keine Farbe der Ampel ist, aber würde ich noch mal zu rot wechseln, könnte ich sogar als Österreich Fahne durchgehen!). Was allerdings danach passierte, hatte mich gleichermaßen erstaunt und erfreut! Ich wurde geradezu von einem Heer freundlicher und hilfsbereiter Menschen überfallen, die meine Beine auf einem Sessel hochlagerten und mich in eine Decke hüllten. Ich würde auch ja gerne erzählen, dass ich mich in letzter Sekunde noch aufgerafft habe um den 6 Stunden Lauf zu beenden, aber die Wahrheit, die die meisten hier vermutlich schon kennen ist, dass ich den Rest des Laufs in Decken gehüllt mit hochgelagerten Beinen neben der Strecke verbracht habe und das ist ok. Denn es hat mir gezeigt, was es für liebe und hilfsbereite Menschen es bei „den Freunden“ gibt und dafür möchte ich mich aus tiefstem Herzen bedanken!