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Passau-Wien: Das etwas andere Laufabenteuer

Gedanken und Erfahrungen von Pauline Moshammer

Vor langer Zeit entstand in Kurt und mir der Plan einmal etwas einfach Geniales auf die Beine zu stellen-was könnte noch viel verrückter sein, als die Strecke von Passau nach Wien zu laufen.

Gesagt-getan. Nach einer kurzen Vorbesprechung und Kurts Organisation zwecks Unterkünfte, Anreise, Termin,……..ist dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt worden.

Die nackten Fakten und Tatsachen wurden ja schon täglich von meinen Begleitern online gestellt.

Jeden Tag die Distanz (zwischen 50 und 60 km) zu laufen, war auch für mich eine ganz neue Erfahrung und ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Angst vor dem 2. bzw. 3. Tag. Aber nun der Reihe nach:

Am ersten Tag, mit der längsten Distanz ging es mir sehr gut. Vielleicht hatte ich ein bisschen zu hohes Tempo, aber die nächsten Tage war diese Tempo eh nicht mehr möglich. Die Landschaft war einfach wunderbar. Bei Schlögen setzten wir mit der Fähre über die Donau und liefen entlang der Schlögenerschlinge, die wirklich sehenswert ist. Den Aussichtspunkt am Berg sparten wir uns, da es 30 min. steil bergauf gehen würde. Kurz vor Aschach lief mir Ida entgegen und da ich noch genügend Kraft hatte, wollte ich noch einmal Kurt, Michi und Tom sehen, die ca. 3 km hinter mir waren. (Somit kam ich auf 72 km) Überraschenderweise hörte ich, dass Karin nur ca. 5-6 km hinter uns sei!! Karin war wirklich die Heldin des Tages. Die 2 Stopps in Engelhartszell und Schlögen, wo uns mein Mann verwöhnte, waren ebenfalls ideal. (72km in 6:57 min.)

Am 2. Tag ging es mir nicht so gut, da ich ständig Klopausen einlegen musste, Muskulär hatte ich keine Probleme. Aber da es ja kein Wettrennen war, konnte ich mir ja Zeit lassen. Der Dudelsackspieler kurz nach Aschach war wie aus einer anderen Welt, man glaubte in Schottland zu sein-wunderbar. Bei Ottensheim übersetzten wir wieder die Donau mit der Fähre und dieses Mal hatte uns Karin sogar überholt!!!! Bis Linz, wo unser Auto wartete, war es nicht sehr schön zu laufen (hauptsächlich neben der Autobahn). Gottseidank ging es mir jetzt wieder besser. Nach einer kurzen Pause, ging es weiter bis Matthausen. Leider habe ich mich hier ein wenig verlaufen und musste wieder etwas mehr (unfreiwillig!) Kilometer machen. (55km in 5:45 min.)

Der 3. Tag begann mit etwas Angst, da ich wieder die Klopausen fürchtete. Aber es lief wunderbar, ich konnte das Wetter und die Freiheit genießen. Ich versucht auch immer wieder meinen Kopf frei zu machen, teils mit lauter Musik oder auch einfach an nichts zu denken. Auf keinem Fall wollte ich den Fehler machen, und mir in Gedanken vorstellen wie viele Kilometer ich noch zu laufen hätte. Manchmal überholten mich Radfahrer, die wir schon die Tage zuvor sahen, die konnten dann überhaupt nicht glauben, dass wir die ganze Streck laufend zurücklegen. Es war lustig ihre Reaktionen zu sehen (aber sie war immer positiv). Oft fiel ich in einen Trab, wo ich das Gefühl hatte zu schweben. Ich spürte nichts, sondern bin einfach gelaufen-es war ein schönes Gefühl. Die 2 Stopps in Mitterkirchen und Hößgang waren wieder tadellos, alle waren da und wir konnten uns ein wenig erholen. Persenbeugen war nicht mehr weit. (59 km in 6:02 min.)

Am 4. Tag gab es eine Überraschung. Kurz vor Spitz (unsere Übernachtung) kam uns unser allseits geschätzter Helmut entgegen, um uns ein paar Kilometer zu unterstützen. Die Freude war natürlich riesengroß, da musste natürlich ein Extrastopp in einem Heurigen gemacht werden. Mein Mann kam uns ebenfalls mit dem Rad entgegen. Die Wachau, das Wetter und die nette Gesellschaft, das war ja wie aus einem Märchen aus 1000 und eine Nacht!!! Heute hatten wir die kürzeste Etappe. (41km in 4:23 min.)

Am 5. Tag begleitet uns Peter W., der aus Wien angerreist kam. Komischerweise hatte ich noch immer keine Muskelproblem, die der Rede wert gewesen wären. In Dürnstein war die Hölle los, 1000 Touristen, aber einfach wunderschön. Österreich ist schon eines der schönsten Länder der Welt!!! Weiter ging es bis Stein, wo unsere Verpflegung wartete. Beim Kraftwerk Altenwörth überquerten wir wieder die Donau und der 2. Stopp war vor Ort. Bis Kronau (Nächtigung) war es nicht mehr weit. (60km in 6:01 min.)

Endspurt: Eigentlich ist die Zeit viel zu schnell vergangen und der 6. Tag ist schon da. Ab Greifenstein waren wir schon auf heimischen Boden. Etwas, das ich immer schon machen wollte wurde Realität: wir gingen beim „Stausee“ (ich weiß nicht, ob es einer ist) Greifenstein baden-es war herrlich! Weiter bis Klosterneuburg, wo unser letzter Stopp war. Leider hatte sich die Karin in Tulln etwas verlaufen und musste Zusatzkilometer machen. Kurz nach Greifenstein kamen uns Christine, Roman und Werner entgegen und begleiteten uns auf unseren letzten Kilometern. Ab der Reichbrücke liefen wir gemeinsam ins Ziel. Das Gefühl war einfach überwältigend, wir hatten uns ein Ziel gesetzt und jeder hat es geschafft. Der Empfang am Schüttel war enorm-Danke.(43km in 4:19min.)

Eine Riesenüberraschung war auch unser Tom. Wie der die Kilometer herunterspulte –souverän. Gratulation Tom! Ich glaube, wir können alle auf uns stolz sein, dieses Erlebnis kann nicht jeder sein eigen nennen. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich alles gesund erleben durfte.

Auch an unsere Autobetreuung Fredi und Micha ein riesen DANKESCHÖN – ohne euch wäre dieses Unternehmen nicht möglich gewesen!!!!

Eure Pauline

Für alle, die nicht rechnen wollen: 330km in 33:27 min.