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Laufbericht 4. Altenburger Skatstadtmarathon

42 Jahre & 195 Tage – 42,195 km

Bericht Markus Österreicher

 

 Vor Jahren kam mir als Zahlenspieler einmal die Idee, dass es einmal den Tag geben müsste, an dem ich altersmäßig die Marathondistanz erreichen würde: 42 Jahre, 195 Tage. So nahm ich den Kalender zur Hand und errechnete den Sa., 9.6.2012. Sogleich im Outlook festgehalten, erinnerte ich mich jedes Jahr an ein Ereignis, das es nur ein einziges Mal geben würde.

Da ich beruflich und privat in den vergangenen Jahren kaum zum Laufen kam, war es eine Überwindung, für dieses Ereignis, das ich unbedingt begehen wollte, wieder ins regelmäßige Training einzusteigen, 3 Monate vorher, am 9.3.2012 war es dann soweit.

Günter Pechhacker erstellte mir einen Trainingsplan, der zumindest reichen sollte, um den Marathon zu finishen, idealerweise um die 4:30 Std. Da wusste ich aber noch nicht um das Höhenprofil, das mich in Altenburg/Thüringen erwarten sollte.

Nach einer etwas übermotivierten Trainingswoche 3 Wochen vor dem Marathon quälte mich ein Hüftschmerz, den ich mit Gittas und homöopathischer Hilfe etwas in den Griff bekam, aber der Schmerz blieb in den letzten 2 trainingslosen Wochen vor dem Rennen mein Begleiter, sodass ich schon befürchtete, dass ich mein Jubiläum in den Wind schreiben könnte.

Nach Altenburg sind wir dennoch gefahren, Günter hat mich begleitet.

6,5 Std. Fahrt später checkten wir im Hotel ein und begaben uns auf ein gemütliches Abendessen zum Griechen im EG des Hotels.

Am nächsten Tag stand eine Sightseeing/Streckenbesichtigungs-Tour auf dem Programm. Skatstadt Altenburg, doch warum ist Altenburg eigentlich die Skatstadt? Nun, zunächst einmal wurde des Deutschen liebstes Kartenspiel genau hier in der ostthüringischen Residenzstadt Altenburg Anfang des 19. Jahrhunderts erfunden. Außerdem werden hier seit 1509 nach wie vor Spielkarten produziert.

Nach ausführlicher Besichtigung war klar, das ist eine verdammt anspruchsvolle Strecke, mit einigen giftigen Steigungen, da hieß es auf der Hut zu sein.

Bei der Startnummernausgabe entschloss sich Günter zum kurzfristigen Start auf der 5,4-km Stecke.

Der nächste Tag war also der Tag der Wahrheit. Etwas nervös ging es nach dem Frühstück zu Fuß zum Start auf den Markt, wie der Hauptplatz in Altenburg heißt. Der Hüftschmerz war da, aber erträglich. 2 Halbmarathon-Runden waren zu absolvieren, was den Vorteil hatte, besser betreut werden zu können und zu wissen, was in Hälfte 2 auf eine zukommt.

Gleich nach dem Start ging es ordentlich bergauf, um dann in den Stadtwald abzubiegen, eine traumhafte Strecke, die einige km lang andauern sollte. Inzwischen war auch der Hüftschmerz fast weg und ich war guter Dinge.

Die meiste Zeit läuft man außerhalb der Stadt, was bei einer Teilnehmeranzahl von knapp 120 (!) Marathonis bald zu einer einsamen Sache wird, doch in Runde 2 traf ich eine Gruppe, mit der ich dann bis ins Ziel gemeinsam unterwegs sein würde.

Zugegebenermaßen wäre ich froh gewesen, wenn nach Runde 1 (2:23 Std.) das Rennen vorbei gewesen wäre, aber Günter war so begeistert und zufrieden, dass ich bald wusste: Du wirst auch den 5. Marathon deines Lebens finishen, nachdem ich auf besagte Gruppe aufgelaufen war, war ich sogar zu 100% sicher.

Da im Vorfeld zum Marathon über meine Geschichte in einer lokalen Zeitung ein Artikel erschienen war, wurde ich sogar von einigen Läufern erkannt, auch von einem Einheimischen in meiner Gruppe, der seinen 33. Marathon lief und sich dennoch in seiner Heimatstadt verlief, sodass unser Marathon ca. 500 m länger war. Sonst wäre sich sogar eine Zeit unter 5 Std. ausgegangen, aber auch so war es ein einmaliges Erlebnis, das auch dank des tollen Coachings von Günter in der Vorbereitung und während des Laufes so gut über die Bühne ging.

Gegen Ende kam wieder die fiese Steigung über den Altenburger Schlossberg, der am besten gehend bezwungen wurde, doch das war kein Problem mehr, denn da war schon lange klar, dass man es schaffen würde, die letzten 1-2 km waren ein anstrengender Genuss.

Danach erfuhren wir noch, dass Günter die Altersklassenwertung gewonnen hatte, also war der Altenburger Jubiläums-Marathon eine rundum erfolgreiche Veranstaltung geworden!

Der Heimweg zu Fuß zum Hotel und die folgenden Tage zuhause waren hüftschmerztechnisch eine andere Geschichte, aber das war dann schon egal… ;-)

 oesterreicher markus

oestereicher.markus