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Irdning die Zweite

Nachdem ich im Vorjahr die Premiere hatte, entschloss ich mich unmittelbar danach, 2012 wieder bei diesem Event anzutreten. Mit dem Trainingsplan vom Vorjahr, startete ich im Jänner mit meinem 6 Monats-Plan. Diesmal noch zielorientierter mit größeren Umfängen. Dadurch hatte ich mehr lauffreie Tage. Läufe wie Kahlenberg-Doppelrunde und Kahlenberg-Greifenstein-Runde, die über 6 Stunden hinaus gingen, wurde immer öfter eingebaut. Der Höhepunkt der Vorbereitung war die Neusiedlerseerunde mit 122 km, die ich im Gegensatz zum Vorjahr sehr gut vertrug. Ab da wusste ich, dass die Vorbereitung sehr gut verlaufen ist.

Am Freitag in Irdning angekommen, checkte ich die Startnummer und begab mich in mein Quartier. Aus dem extrem überhitzen Wien angekommen, wollte ich endlich mal am Land eine angenehme kühle Nacht genießen. Aber irgendwie strahlte da die Vorfreude vom 24er herein. Am Samstag nach einem ausgiebigen Frühstück begab ich mich zur Laufstrecke und deponierte noch vorher meine Sachen beim FdL-Platz.

Endlich um 14:00 Uhr war es soweit. Bei strahlendem Sonnenschein erfolgte der Start. Mit meinem „Begleiter“ Klaus war vereinbart, mit ca. 6:30 min/km ins Rennen zu finden. Klaus hatte das Ziel, die 200 km Marke zu knacken und ich wollte die 210 km erreichen. Da war es klar, dass wir gemeinsam die Sache angehen werden. Nach ca. 3 Stunden legten wir kurze Gehpausen ein, um ja nicht zu schnell zu werden. Die Speicher waren voll. Trotzdem mussten wir damit haushalten. 24 Stunden sind eine lange Zeit. Die ersten Überrundungsmanöver ließen wir vollkommen relaxed über uns ergehen. Es war fast so, dass wir diese genossen, da wir nun wussten, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Der Wolkenbruch, der noch vor der Dämmerung einbrach, war für keinen der Läufer angenehm. Das war die Zeit, wo es sehr ruhig wurde auf der Laufstrecke. Klaus und ich dachten keine Sekunde darüber nach, ob wir uns irgendwo unterstellen sollten. Nach ca. 3 Stunden hörte der Regen auf. Ich entschloss mich dazu, mit meiner Garnitur weiter zu laufen und hoffte, dass diese im Laufe der Zeit trocknen würde.

Nach ca. 8 Stunden löste sich meine Pulsuhr auf. Dadurch hatte ich kein Kontrolle mehr über meine Zeiten. Mit dem Ereignis hatte ich nicht gerechnet. Währenddessen schlich sich ein höheres Tempo ein, was in der Phase des Rennens nicht von Vorteil ist. Ich entschied mich dann, an der Pentek-Uhr im Start/Ziel Bereich zu orientieren, was eine permanente Rechenaufgabe zur Folge hatte. Je länger das Rennen dauerte, desto schwieriger wurde das Rechnen.

In der 10. Stunden verlor ich Klaus, der Magenprobleme hatte und das Tempo nicht mehr halten konnte. Nun war ich auf mich alleine gestellt. Die Nacht verlief wieder spitzenmäßig. Das war die Zeit, in der im mich im Klassement nach vor arbeitete. Der Morgen gestaltete sich sehr vielversprechen, das es bewölkt war. Dadurch war die Temperatur sehr angenehm. Leider was es jedoch um ca. 10:00 Uhr vorbei. Die Sonne kam durch und es wurde wieder heiß. Irgendwie verlor ich die Lust am Laufen und legte Gehpausen ein.

Mit den Infos von Kurt ausgestattet, wusste ich über meine Platzierung Bescheid. So wusste ich, dass der 3.Platz in der ÖM gewissermaßen abgesichert war. Ich war 2 Runden vor Reinhold Strasser vom Laufteam Donautal. Als ich beobachtete, dass er wieder ins Laufen kam, musste ich dagegen halten. Wäre ich weiter gegangen, wäre der Vorsprung sehr schnell geschmolzen. Es war eine dauerndes hin und her. Ein echtes gegenseitiges Pushen. Reinhold erzählte mich nach der Siegerehrung, dass er mich herausfordern wollte. Es ist ihm gelungen. Dadurch war ich gezwungen, immer wieder ins Laufen zu kommen. Gegen Ende des Rennens holte ich mir noch die Info von den Rundenzählern, wie viel ich denn auf meinem Konto habe.

Die letzte Runde ist echt ein wahrer Genuss nach all den Strapazen. Ich bedankte mich mittels Abklatschen bei den über die vielen Stunden aufgebauten Fans. Diese Art von Gänsehaut-Stimmung erlebt man nur bei einem 24er.

 Ich war überglücklich, nachdem ich erfuhr, die 213 km geschafft zu haben. Ziel war die 210 km zu erreichen und die Platzierung sollte sich demnach ergeben. Immerhin wurde es der 3. Platz bei den Österr. Meisterschaften und der 2. Platz in der Teamwertung. Das war mehr, als ich in den kühnsten Gedanken fixiert hatte.

 Ganz besonders will ich Ingrid erwähnen, die sich doch "weichklopfen" lies und die Premiere eines 12 Stundenlaufes ablieferte. Gratulation zum 1. Platz und zum Erreichen Ihrer eigenen Zielvorgabe. Trotz Schwierigkeiten hat sie sich durchgebissen. Sensationell.

 Gratulieren will ich auch Heinz-Peter Bergmann und Klaus Sauerkrenn, die bei Ihrer Premiere eine supertolle Leistungen ablieferten und so den Teamerfolg möglich machten.

 Die FdL-Läufer (inklusive Staffel) haben tolle Leistungen geleifert. Da waren einige Ergebnisse, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Gratulation an alle, die sich da durchgebissen haben.

 Ich kann mich nur meinen Freunden anschließen und mich recht herzlich für die tolle Unterstützung und sensationelle Betreuung bedanken. Diesen Teamgeiste habe ich bis jetzt noch in keiner Gruppe erleben dürfen. Erst dadurch ist es möglich, solche Leistungen abzurufen, da man sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren hat.

 Bedanken will ich mich auch nochmals bei Reinhold Strasser, der mich durch seine "Provokationen" wieder zum Laufen motiviert hat. War echt toll dieses Match.

 Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Events und wünsche euch allen weiterhin viel Spaß beim Training.

 Euer Helmut