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Freunde des Laufsports Austria
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Die Sektion Triathlon beim Verein „Freunde des Laufsports“ berichtet über die erste Saison seit Aufnahme der Aktivitäten oder:

Ein (fast) versöhnlicher Ausklang in Königsdorf

Bericht Werner Millonig

Seit März 2011 habe ich mich eifrig auf das Saisonziel Waldviertler Eisenmann am 13. August vorbereitet. Allerdings ist die erste Saison im Triathlon nach dem Motto „Aller Anfang ist schwer“ ganz anders verlaufen, als geplant.

Triathlon ist eine hochkomplexe Sportart, bei der es sehr viele Komponenten zu berücksichtigen gibt. Neben der Form in den drei Einzeldisziplinen spielen, wie ich schmerzhaft erfahren musste, natürlich auch das Material eine wesentlich wichtigere Rolle als „nur“ beim Laufen. So habe ich dieses Jahr, als Lehrjahr, meine Erfahrungen machen dürfen.

Von Beginn an:

Die Vorbereitungszeit war bis Ende Juni problemlos. Verletzungsfrei und in der Form meines Lebens habe ich, wie bereits berichtet (http://test.freunde-des-laufsports.at/index.php?option=com_content&view=article&id=188:triathlon1162011&catid=51:mitgliedsbeitraege&Itemid=96 ) meinen ersten Triathlon in der olympischen Distanz erfolgreich beenden können.

Im Juli haben dann die ersten Probleme begonnen, ich war über meine Höchstform ein wenig drüber und das Training ist mir immer schwerer gefallen. Die Einheiten, da ausschließlich nach Puls trainiert, wurden immer langsamer. Bis dahin habe ich eine stetige Steigerung der Geschwindigkeiten bei geringerer Kreislaufbelastung verzeichnet und ich war total euphorisch. Doch diese Verunsicherung Mitte Juli, hat mich dazu veranlasst, eine Notbremse zu ziehen und meine Einheiten zu reduzieren. Gefühlsmäßig ist es mir auch bis Mitte August wieder ein wenig besser gegangen, jedoch haben mir dann wieder die ganz langen Einheiten für „den Kopf“ gefehlt.

Mit sehr vielen Fragen im Kopf und auch noch einigermaßen durch sonstigen Stress belastet, bin ich dann ins Waldviertel zum Waldviertler Eisenmann gefahren. Im Nachhinein war es eine Riesenenttäuschung und die vielen negativen Signale im Vorfeld, hatten wesentlich mehr Bedeutung, als ich ihnen Aufmerksamkeit schenken wollte. „Es wird schon irgendwie gehen, ich habe ja auch gut trainiert“ waren im Kopf und nicht meine üblichen Gedanken: „Ich werde das machen!!“

2,3 km Schwimmen war die erste Disziplin, bereits knapp vor dem Start kam es zu den ersten Problemen – meine Schwimmbrille war offensichtlich beim Transport kaputt geworden. Ich hatte keine Ersatzbrille mit und so habe ich ganz hektisch jemand gesucht, der eine mit hat und bereit war - so knapp vor dem Start - mit mir aus dem Wasser zu gehen und sie mir zu borgen. Gerade rechtzeitig zum Start wieder zurück, ging es dann auch schon los. Nach der ersten von zwei Schwimmrunden begannen die ersten Krämpfe und ich kämpfte bei der Wassertemperatur von ca. 16 °C eine Runde lang vergeblich dagegen an. Aus dem Wasser heraus, war ich trotzdem einigermaßen glücklich, endlich zu meinen stärkeren Disziplinen - das Radfahren und später das Laufen – zu kommen. Jedoch war der Krampf hartnäckig, meine linke Wade war unbrauchbar. Als ich dann noch bemerkte, dass ich meinen Zeitnehmungschip im Wasser versenkt hatte, war meine Psyche bereits ziemlich angeknackst. In der Wechselzone hatten wir dann organisiert, dass ich irgendwie gewertet werden kann und mit totaler Verspätung ist es dann los gegangen.

84km Radfahren sollten es werden. Diese Strecke ist durch ihr welliges Profil und mit ihren teilweise steilen Anstiegen extrem unrhythmisch und mit einer krampfenden Wade nicht zu bewältigen. Nach der ersten äußerst schmerzhaften Runde, habe ich einsehen müssen, dass jede weitere Belastung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer schwereren Verletzung führt. Und für mich hat, nach wie vor der Spaß und der gesundheitsfördernde Aspekt des Sportes, höchste Priorität.

Trotzdem habe ich das erste Mal, seit ich vor 2 Jahren mit Ausdauersport begonnen habe einen Wettkampf und eigentlich meinen „Saisonhöhepunkt“, aufgeben müssen. Da ich ja nicht jedes Wochenende einen Wettkampf mache und sowohl die Vorbereitung als auch meine Trainingseinheiten sehr akribisch plane, kann sich sicherlich jeder vorstellen, wie schmerzhaft dieses „Aufgeben“ für mich war.

Eine halbe Woche später und wieder schmerzfrei, stand bereits fest: So möchte ich meine erste Triathlonsaison nicht beenden! Ich versuchte, mich in Podersdorf für die Halbdistanz anzumelden, jedoch war die Anmeldung bereits geschlossen.

So habe ich Königsdorf entdeckt und mich auch sofort für die Halbdistanz am 04.09. angemeldet. Die letzten beiden Wochen habe ich dann auf die Einhaltung der Trainingspläne keinen Wert mehr gelegt und nach Gefühl trainiert oder auch manchmal einfach nicht trainiert und plötzlich ist auch wieder meine Leichtigkeit zurück gekehrt.

In Königsdorf habe ich endlich eine Halbdistanz gefinisht (klingt ein wenig übertrieben, bei lediglich zwei Versuchen) - ich hatte das erste Mal den Chip die gesamte Zeit bei mir und bis auf einen schweren Materialdefekt am Rad war ich sehr zufrieden. Jetzt bin ich das 3. Mal bei einem Triathlon gestartet und jedes Mal war irgendwas Neues an Überraschung da. Diesmal konnte ich meine Stärke beim Radfahren nicht nutzen, da ich nach 30 km mein vorderes Laufrad kaputt gemacht hatte. Bis dahin lag ich ganz gut im Rennen-  ich war nicht Letzter beim Schwimmen und habe permanent aufgeholt – bis mir eine Speiche gerissen ist. Ich musste zweimal stehen bleiben und habe mehr oder weniger kunstvoll die gerissene Speiche um zwei andere geflochten, da ich sie nicht abreißen konnte und dann habe ich nur gehofft irgendwie mit einem super eiernden Vorderrad ganz gemütlich 14 km bis zum Start/Ziel Bereich zu kommen. Dort bin ich ins Schwimmbad gelaufen und habe ganz laut nach meiner Frau geschrien - das haben zumindest einige Zuschauer sehr lustig gefunden. Sie hatte den Autoschlüssel und am Auto war noch ein Rennrad. Also zum Auto, Rad runter, rein ins Bad, Laufrad runter, Schlüssel und Rest vom Rad übergeben, Laufrad montiert und schon war ich - glaub ich - Letzter. Aber diesmal wollte ich einfach finishen. Die 2. Radrunde war gut, aber knapp 25 Minuten, die ich bei der ersten verloren hatte, konnte ich natürlich nicht mehr wett machen. Die Wechselzeiten waren wie immer mäßig und das Laufen war bei 33°C und drückender Schwüle, wobei die Strecke fast permanent der Sonne ausgesetzt ist, einfach furchtbar. Die Verlockung nach der ersten Runde im Schwimmbad zu bleiben war schier übermenschlich, aber auch da habe ich an diesem Tag gegen mich gewonnen. Ich  bin einfach weiter und habe mich von Labestation zu Labestation gerettet. Dann habe ich irgendwo Barbara, eine Laufkollegin aus der facebook Gruppe,  getroffen und wir haben uns gegenseitig motiviert, weiter zu laufen und nicht zu gehen. Das hat dann die letzten 2 km auch gut geklappt. Und schon waren wir nach 05:53 Stunden im Ziel.

 An diesem Tag wäre ich auf allen Vieren durchs Ziel gekrabbelt (war aber eh nicht notwendig) um diese Saison einigermaßen für mich abzuschließen.

Mein Kopf ist wieder Höchstform und meine Willensstärke ist wieder zurück. Und wenn man Multisport betreibt, kann alles Mögliche passieren. Ich bin fit und nichts schmerzt und somit bin ich auch äußerst zufrieden! Und jede einzelne Erfahrung dieser Saison - auch die schmerzhaften - möchte ich nicht missen und genau diese werden mich schließlich zu meinen Zielen führen.

Am Samstag beginne ich mit meinem Training - einfach nur zum Spaß und zum Wohlfühlen - was mir gerade einfällt! Ich freu mich auf eine weitere nette Wintersaison bei den „Freunden des Laufsports“

 

Sportliche Grüße

Werner         img_2527

 

schwimmen_knigsdorf_04.09.2011

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