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24 STUNDEN-LAUF IN IRDNING AM 9.-10.7.2011

Bericht von Pauline Moshammer

Bereits zum 3. Mal trete ich bei einem 24-Stundenlauf als Einzelläuferin an (meine Bestleistung war 188,89 km vor 2 Jahren in Wörschach).

 Am Freitag, den 8.7. komme ich in Wörschach an, beziehe mein Zimmer und treffe mich mit Kurt, Herbert, Christian und Renate. Gemeinsam fahren wir nach Irdning, um das Zelt aufzubauen und die Startnummern zu holen. Dort treffen wir auch unseren Held Helmut und weitere Vereinsmitglieder. Helmut und ich finden, dass wir nach einer Runde Streckenbesichtigung müde genug sind.

Zurück in Wörschach nehmen wir gemeinsam ein Abendessen im Wörschacher Hof ein. Die „junge Partie“ (Fahndi, Roman und deren Freundinnen) gestalten unser letztes Abendmahl etwas lustiger – sie lassen sich vor dem morgigen Tag nicht abschrecken.

Obwohl ich bald schlafen gehe, schlafe ich wie immer die letzte Nacht vor dem Rennen mehr schlecht als recht.

Der Samstagvormittag ist eher nervenaufreibend, da die Nervosität stetig steigt und ich froh bin, wenn wir endlich um 12 Uhr nach Irdning aufbrechen.

Noch einmal alles durchchecken, Anleitungen geben und auf geht’s zum Start. Wir (die Freunde des Laufsports) sind wirklich großartig vertreten: mit einer Megastaffel zu 12 Leuten und 3 Einzelläufer (wobei Christian den Part des Betreuers übernimmt).

Zu meiner Überraschung finde ich Straßer Regina nirgends im Startfeld, aber Stridnig Ulrike (Triple Iron Weltmeisterin) ist anwesend. Gleich zu Beginn halte ich mich, wie versprochen, an das Tempo von Christian. Es fällt mir zwar irrsinnig schwer, wird mir aber später von großem Nutzen sein. Wir (Helmut, Christian und ich ) sind zu Beginn sogar die Letzten!!!! Es ist verdammt heiß (34°C), aber Gott sei Dank macht mir die Hitze ja nicht so viel aus. Ulrike überrundet mich sehr oft, sie hat ein viel zu hohes Tempo, was ihr auch schließlich zum Verhängnis wird (sie gibt nach 55 km auf). Helmut und ich haben laut Zwischenergebnisse immer den gleichen Kilometerstand, wodurch viele glauben, dass wir Hand in Hand gelaufen seien – liebe Leute, die ihr via Internet dabei ward, ich habe Helmut nicht sehr oft gesehen (zu meinem Vorteil oder Nachteil???????)

Schön langsam bricht die Nacht an und mir geht es ausgezeichnet, habe konstantes Tempo, werde ausgezeichnet versorgt und die Stimmung auf der Strecke ist fantastisch. Um ca. Mitternacht erfahre ich, dass ich die Führung übernommen habe, die Kroatin Bezek muss ihr Tempo drosseln und ich kann sie überholen – HURRA!!!!! Aber ich weiß, dass das Rennen noch laaaaaange nicht zu Ende ist. Also weiter am Tempo bleiben.

Um ca. 5 Uhr beginnt es zu dämmern, jetzt beginnt es erst hart zu werden. Ich kann 17 Stunden mein Tempo halten, dann bemerkt Kurt, dass es mit mir bergab geht. Er schwindelt mich zwar etwas an indem er mir zu glauben gibt, dass die Kroatin nur 1,5 Runden hinter mir sei und sie noch sehr geschmeidig laufe – in Wirklichkeit ist sie 4 Runden hinter mir!!!!! Natürlich glaube ich Kurt, bin ja ein gutgläubiger Mensch und glaube nur an das Gute im Menschen! Daher laufe ich weiter.

Um 8 Uhr trifft die Megastaffel einen unvorstellbaren Entschluss: sie pfeifen auf ihr Ergebnis und 1-er ist immer als Begleitung mit uns im Kurs. Jedenfalls habe ich ab ca. 8 Uhr immer eine Begleitung bei mir. Meine lieben Sportsfreunde, ich kann euch nicht sagen, was diese Begleitung für mich bedeutet hat! Ohne euch hätte ich diese Disziplin mit den3 Min. gehen pro Runde sicher nicht so lange aufrecht erhalten – manche haben vielleicht aus der 1 Min. 50 Sek. gemacht – ihr habt mir ja die Uhr weggenommen – ich hatte überhaupt keine Kontrolle mehr. Ich habe dann auch ab und zu 4 Min. eingeführt, bei manchen hatte ich mehr Glück, andere wieder hielten mich strikt an der Leine. Ich kann euch jedenfalls gar nicht genug danken: 1.dass ihr mich trotz meines Verhaltens ausgehalten habt und 2. Dass ihr mich konstant weitergepuscht habt. Ohne euch hätte ich  wahrscheinlich mein Ziel, die 200 km zu erreichen, aufgegeben.

Die Rundenzähler geben mir um 12.50 Uhr Bescheid, dass ich nur mehr 2 Runden für die 200 km brauche. Mein Glücksgefühl ist unvorstellbar: ich habe noch 1Stunde und 10 Min. und brauche nur mehr 2 Runden!!!! Gott sei Dank bin ich dann noch eine Zusatzrunde gegangen, denn die Rundenzähler haben 1 Runde zu viel gezählt. Also ab ca. 13 Uhr habe ich die Begleitung mit der Nummer 1 bei mir – jetzt gehe ich eigentlich nur mehr in Trance weiter, klatsche Hände ab und kann gar nicht glauben, dass all der Applaus mir gehört. Die Schmerzen sind wie weggeblasen – ich fühle nur mehr Triumpf. Es geht sich auch noch genau aus, dass beim Schlusspfiff über die Ziellinie gehe!!!!! Tränen – Freude – Glück – Schmerz alles ist in mir – ich kann es nicht glauben, ich habe Irdning gewonnen und außerdem mein Ziel die 200 km erreicht!!!! Diese Euphorie und diese Glücksgefühl kann ich wirklich nicht beschreiben – es ist unglaublich!!!!!!

Ich kann nur immer wieder betonen, dass es mir eine Ehre ist in diesem Verein zu sein. Alleine hätte ich dieses Ziel sicher nicht geschafft. Der Teamgeist und der Zusammenhalt sind bei uns enorm.

Danke noch einmal an alle, die mir schon bei der Vorbereitung geholfen haben und mich auch beim Lauf so toll unterstützt haben

DANKE

Eure Pauline