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Vienna City Triathlon Olympische Distanz am 11.06.2011

 Bericht Werner Millonig

Noch vor zwei Jahren erschien mir die Bewältigung einer Strecke von 51,5km nur durch Muskelkraft schier unvorstellbar. Nichtsdestotrotz überkam mich die Idee einen Ironman Wettbewerb (Langdistanz) in ferner Zukunft zu beenden.

Was sind schon 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen? Eigentlich jedes für sich ein tagesfüllendes Programm. Was kann ich davon am besten? – Naja - gehen habe ich als erstes gelernt! Schwimmen und Radfahren erst später. Also versuchte ich mich im Marathon laufen. Schnell Anschluss bei den Freunden des Laufsports gefunden und siehe da ein wenig mehr als 1 Jahr und schon konnte ich eine Marathonstrecke bewältigen.

Daher ging ich in die Phase 2 über: Wie trainiere ich die Kombination der drei Ausdauersportarten und vor allem, wie lerne ich schnell Schwimmen? Wieder bei einem Verein (EKTC TRI Klosterneuburg) gute Trainingsmöglichkeiten gefunden: Im Happyland ins kalte Wasser des Sportbeckens gestoßen, habe ich seit November meine Schwimmtechnik insofern verfeinert, als dass ich jetzt doch mehr als 50m Kraulen kann und ich nicht ständig, dass Gefühl habe zu ersaufen. Noch schnell einen Trainer gecheckt und seit März nach einem Trainingsplan trainierend, steht einer Teilnahme am Ironman 2012 in Klagenfurt (fast) nichts mehr im Wege.

Die erste Nagelprobe am Weg dorthin sollte ein Vorbereitungswettkampf sein. Nach Rücksprache mit dem Trainer (er wollte, dass ich an einem Sprintbewerb teilnehme) einigten wir uns auf die olympische Distanz. Beim Sprinttriathlon sind mir die Einzeldistanzen, frei nach dem Motto für weniger als eine halbe Stunde laufen, bücke ich mich nicht, um meine Laufschuhe anzuziehen, mittlerweile viel zu kurz. Aber Schwimmen ist in Relation wieder verdammt weit beim Olympischen Triathlon, aber ein wenig Abenteuer muss ja sein!

Angemeldet war ich schnell, der Vienna City Triathlon wird es werden! Doch eine Woche vor dem Bewerb überkam mich eine noch nie da gewesene Nervosität: Ich kann nicht schwimmen! Dauernd geistert mir das im Kopf herum. Zuhause bin ich allen schon am Nerv gegangen, meine Frau wollte mir sogar Baldriantropfen ins Essen mischen. Es war jedenfalls die schlimmste Woche seit langem, weil ich einfach nicht wusste, was mich erwartet.

Dann war es endlich soweit, ich bin - wie immer - überpünktlich beim Start gewesen und habe mit dem ganzen Equipment in die Wechselzone eingecheckt. Alles gut vorbereitet und dann habe ich mich noch gut mit Babyöl eingeschmiert, damit ich auch fein in den Neoprenanzug gleite. Endlich weicht auch die Angst einer gewissen Vorfreude.

Nach der Wettkampfbesprechung, schnapp ich mir den Neo und gehe zum Wasser, schaue auf die Schwimmstrecke sehe die Bojen und denke: Es ist schon weit! Ich kann nicht schwimmen! In meiner Angst entdecke ich dann vertraute Gesichter meine „Freunde des Laufsports“ – alles wird leichter und sogar beim Anziehen meines Schwimmanzuges bekomme ich Unterstützung.  Schnell ein paar Fotos gemacht und die Gedanken werden bereits positiver.

Der Startschuss und los geht’s: Wie ich es gelernt habe: Auf ins Getümmel! Nicht nachgeben! Aber dann ein heftiger Schlag auf dem Kopf und einmal tief das Wasser aus dem Entlastungsgerinne eingeatmet - ich halt mich doch besser raus und schwimme so dahin. Nicht besonders gerade und zielstrebig, aber immerhin. Zwischen 750 und 1.000 Meter habe ich eine wirkliche Krise, aber auch die vergeht und die rettende Brücke naht und ich kann nach knapp 37 Minuten aus dem Wasser steigen. Ich schaue auf die Uhr und bin schon ein wenig enttäuscht. Ich habe mir einfach ein bisschen mehr erwartet.

In der Wechselzone (ich war eher bei den Langsamsten) überkam mich jetzt endgültig die Freude auf den Bewerb, ich schnappte mir das Rad (die Prinzessin) und los geht’s. Die erste Runde diente zur Streckenbesichtigung und zur Einschätzung der beiden Wenden. Siebenmal musste die Strecke gefahren werden Siebenmal wurde ich von den Freunden des Laufsports lauthals angefeuert – Welche Wohltat! Auf meinem Garmin sind fast 35km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ersichtlich. Wau! Es geht gut. Ich überhole immer mehr und der Spaß wird immer größer. Die letzte Runde nehme ich ein wenig die Geschwindigkeit raus, schließlich muss ich ja gleich laufen. Der Radabschnitt erfüllt mich mit Zufriedenheit und in der Wechselzone passt auch alles.

Raus auf die Laufstrecke - meine Muskeln kennen diese Umstellung vom Koppeltraining, daher ist auch das kein Problem. Ich schaue auf die Uhr noch keine 2 Stunden sind vergangen, ich bin wieder voll im Plan. Ich versuche immer im Schnitt unter 5 Minuten pro km zu laufen. Trotz relativ warmer Temperaturen gelingt mir das vollkommen gleichmäßig. Eine für mich wirklich gute Laufleistung! Wie ich es mir erwartet habe. Ich bin voller Euphorie und so beende ich auch meinen ersten Triathlon im Jubel meiner „Fans“. Die Sektion Triathlon bei den Freunden des Laufsports ist geboren.

Dieser Zieleinlauf war - nicht nur wegen der Cheerleader - ein unvergessliches Ereignis!

Die recht guten Leistungen am Rad und beim Laufen ermöglichten, dass ich noch fast 100 Teilnehmer überholt habe und trugen natürlich wesentlich neben den Radlern im Ziel zu meinen Glücksgefühlen bei, Der Waldviertler Eisenmann kann kommen. Dort wird es sicher noch um einiges härter, aber ich freue mich total darauf. – und die Schwimmstrecke ist wenigstens nur um 800m länger ;)

PS: Außerdem finde ich gelbe Badehauben unheimlich fesch!

Sportliche Grüße, Werner Millonig