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Umrundung des Neusiedlersees am 21.05.2011

Bericht von Pauline und Helmut

 Dieses Projekt wurde von Christian Ulreich vor ca. ½ Jahr geplant und ausgeschrieben. Ursprünglich waren mehrere Personen vorgesehen, die sich das antun sollten. Aufgrund verletzungsbedingter Ausfälle blieben nur mehr wir (Pauline und Helmut) übrig.

 Schon im Vorfeld wurde seitens Christian nichts dem Zufall überlassen. Abstimmung-Meetings, Umrundung des Neusiedlersees mit dem Fahrrad, Erstellen der Unterlagen für die Radbegleiter und die exakte Planung des Ablaufs.

 Treffpunkt war am 21.05. um 5:45 Uhr vor dem Hotel Wende. Am Vorabend wurde uns ein Überraschungsgast angekündigt. Dieser war Günter Pechhacker, der auf Grund eines Seminares in der Nähe war und uns ca. 3 Km lang begleiteten sollte. Vor dem Start noch einige Fotos für Monikas Bericht. Pünktlich um 6:00 Uhr ging es los. Wir starteten mit Trixi und Monika, die sich als Radbegleiter zur Verfügung stellten. Sie sorgten dafür, dass wir immer ausreichend mit Getränken und Gels versorgt waren. Später sollte noch Tom mit frisch gebackenem Ströck-Gebäck folgen, der unmittelbar nach seinem Nachtdienst mit dem Zug nach Neusiedl fuhr und sich auch noch als dritter Radbegleiter zur Verfügung stellte. Nach ca. 2 Stunden war das Team nach Toms Ankunft vervollständigt. Christian fuhr, wann immer es ging, mit dem Auto der Radstrecke B 10 zu, um die Radbegleiter zu versorgen. Er ließ es sich nicht nehmen, uns immer wieder entgegen zu laufen und sollte auch am Ende des Tages auf etliche Kilometer kommen – das ist typisch für ihn. Bevor wir die Grenze zu Ungarn erreichten, passierten wird noch den Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel. Monika erzählte uns einiges über Fauna und Flora, was für uns eine gewisse Ablenkung darstellte. Plötzlich fragte uns Monika, ob wir den Wiedehopf kennen. Wir  synchron: „Wiede wos?“ Das ist ein Vogel, der eine aufrichtbare Federhaube hat und im Seewinkel angesiedelt ist. Wieder etwas dazu gelernt! Somit war der Bildungsauftrag auch erfüllt.

 Bei KM 42 erreichten wir die Grenze zu Ungarn. Der Radweg wurde bedeutend schlechter und nach einigen Kilometern wurde es hügeliger. Die Sonne schien mit voller Stärke und es gab kaum Schatten. Das sind Bedingungen, die der Pauline voll entgegen kommen. Helmut hat mit diesen Verhältnissen gewisse Probleme. Nach ca. KM 70 ergab sich eine Situation, die keiner eingeplant hatte. Helmut konnte das Tempo von Pauline nicht mehr mithalten. Somit ergaben sich 2 Gruppen, was auch für alle Betreuer einen Umstellungsprozess mit sich bringen sollte. Trixi „übernahm“ Pauline und Tom den Helmut. In dieser Phase erkannte Christian, der glücklicherweise sehr in der Nähe war, die Heftigkeit der Situation und kümmerte sich massiv um Helmut. Er setzte seine ganze Erfahrung ein, um die Situation zu retten. Helmut kam wieder ins Laufen. Von da an trennten sich die Wege.

 Pauline:

Nachdem ich erkannte, dass Helmut wirklich mit der Hitze zu kämpfen hatte, war es besser, wenn jeder sein eigenes Tempo lief (obwohl ich genoss Helmut leiden zu sehen – stelle sich mal einer vor, er konnte nicht mehr zurückreden!) Also liefen wir jeder seinen eigenen Weg.

Mir ging es bis ca. KM 90 ausgezeichnet, aber dann fing es an hart zu werden. Also, liebe Trixi und liebe Monika, wenn ich nicht mehr freundlich reagierte, dann war das meinem Laktatüberschuss zuzuschreiben – irgendwann setzt das Hirn aus, man will nur noch, dass diese Tortur ein Ende hat. Wichtig ist nur, dass die Füße den Laufschritt beibehalten und man versucht, die Schmerzen zu ignorieren.

2 KM vor dem Ziel sahen wir einen Läufer, den ich noch „packen“ wollte. Er war aber zu schnell, daher fuhr Monika vor und erzählte ihm, dass hinter ihm eine Läuferin sei, die schon 120 km intus hätte. Er wartete auf mich und so machte ich die letzten 2 km noch eine Laufbekanntschaft (was sicher nicht auf mein Aussehen zurückzuführen war!)

Nach 13 St. 22 min. erreichte ich überglücklich das Hotel Wende. Es war ein fantastisches Erlebnis, das ohne die großartige Unterstützung von Trixi, Monika, Tom und Christian nicht möglich gewesen wäre – vielen, vielen Dank – ihr wart Spitze!!!!!

Ich kann mich glücklich schätzen, Mitglied dieses Vereins zu sein – ohne Team sind solche Leistungen nicht möglich!

(In Irdning werde ich ein Schatten von Helmut und Christian sein)

 Helmut:

Nachdem mir Christian einige Tipps und Anleitungen gab, wie ich meinen Ast überwinden könnte, fixierte ich das Ziel, mit allen Mitteln läuferisch nach Neusiedl zu kommen und nicht aufzugeben. Nachdem ich bei KM 78 wieder österreichischen Boden betrat, türmten sich am Himmel Gewitterwolken auf, die endlich das erste Mal Schatten brachten. Die Abkühlung war deutlich spürbar.  Aufgrund der damit erreichten Erholung  kam ich wieder in einen soliden Laufschritt. Aus dem erhofften Regen wurde nichts, da sich die Wolken verzogen. Irgendwie hantelte ich mich bis KM 110 und danach wechselte ich meine Laufschuhe. Von da an wusste ich, dass ich nur mehr gute 11 KM hatte. Da es aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit mittlerweile sehr angenehme Temperaturen hatte, entschied ich mich, dieses letzte Teilstück durchzulaufen. Sehr zu meiner Überraschung, ging es mir extrem gut. Auch tat ich mir relativ leicht, ein gutes Tempo zu halten. Die ganze Zeit wich mir Tom nicht von der Seite. Er war ein perfekter Betreuer, der sich um meine Versorgung super kümmerte und mir immer wieder gut zusprach. Die letzten Kilometer kam mir wieder Christian entgegen. Irgendwie war er überrascht, dass ich nach meinem Einbruch noch einen relativ guten Laufschritt hatte. Mit aufmunternden Worten von meinen beiden Begleitern kam ich knapp vor 20:00 im Hotel Wende an, wo mich Monika mit einem Bier in Empfang nahm. Es war für mich ein unbeschreibliches Gefühl, mit diesen neu gewonnen Erfahrungen an meinem Ziel angekommen zu sein. Das sollte eine gute Basis für meinen ersten 24 Stundelauf sein, den ich heuer in Irdning absolvieren werde.

 Wir wollen uns nochmals bei unseren Betreuern Monika, Trixi und Tom bedanken. Ihr wart echt super und ohne euch wäre das ganze Projekt nie so reibungslos abgelaufen. Unser ganz besonderer Dank gilt natürlich unserem Christian, der es wieder einmal geschafft hat, ein sehr aufwändiges Projekt aus dem Boden zu stampfen. Er war es, der sich um Alles im Detail von der Planung bis zur Durchführung gekümmert hat und nichts dem Zufall überließ. Also wir freuen uns schon auf das nächste Projekt.

***

 Diesem Super-Duo-Bericht möchte ich nicht mehr viel hinzuzufügen, außer vielleicht: ICH bedanke mich bei Euch für dieses einzigartige Erlebnis, das ich lebenslänglich in allerbester Erinnerung bewahren werde !

Ihr habt den Wiedehopf kennengelernt, und ich konnte die Erfahrung machen, dass sich 120 Rad-KM nicht im Ansatz so anfühlen – wohl in Anbetracht der Ehrfurcht vor Eurer Leistung. Ich freue mich auf das nächste Abenteuer, ich werde mich um den Betreuer-Job reißen ...

Eure Monika

 

die Fotos von diesem Abenteuer sind beim Life Tiker (Start) verlinkt !!!!!!!!!!!!!!!!!!