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Welschmarathon – ein Hindernislauf der besonderen Art mit 1440 Höhenmetern

Bericht von Helmut Treitler

 Am Freitag erfolgt bereits zeitgerecht die Anreise und nachdem ich mein Zimmer im näheren Umkreis von der Zielankunft Wies bezog, machte ich mich auf dem Weg nach Leutschach, um meine Startunterlagen für den Marathon zu besorgen.  Dort traf ich auch auf einige Kolleginnen und Kollegen von unserem Verein.  Da ich mich so ziemlich in der Mitte der Strecke befand, entschied ich mich, einen Teil des Marathons mit dem Auto abzufahren. Aufgrund des bereits eingeprägten Streckenprofils war ich so auf einiges vorbereitet. Was ich jedoch bei meiner Fahrt sah, überraschte mich ein bisschen. Das dauernde Auf und Ab mit vielen Kurven lies das Ganze noch intensiver wirken und ich war heilfroh, nicht mein Beifahrer gewesen zu sein. Und die teilweise heftigen Steigungen lösten so einige Irritationen bei mir aus. Aber nun war es zu spät und ich musste da durch.

 Am Samstag  nach einer eher schlaflosen Nacht – wie sollte es vor einem Marathon anders sein – stärkte ich mich mit einem Frühstück und trat den Transfer zum Start nach Ehrenhausen an. Um 9.00 Uhr hatte es bereits knappe 16 Grad und die Sonne schien ungetrübt vom Himmel. Also ein Wetter, das die Bedingungen noch erschwerte. Pünktlich um 10.00 Uhr erfolgte der Startschuss und der Marathon begann schon mal mit einem Bergaufstück, das knappe 8 Kilometer dauern sollte. Von der Steigung her war das kein allzu großes Problem. Erst danach ging es das erste Mal so richtig bergab, was für mich eine gewisse Entlastung darstellte. Bis zum Start der Halbmarathonis ging es immer wieder bergauf und –ab mit teilweise heftigen Anstiegen. Da es mir sehr gut ging, entschied ich mich, meine Zielzeit auf unter 4 Stunden anzupeilen und somit war für mich klar, dass ich noch vor dem Halbmarathonstart (dieser begann um 12.00 Uhr in der Mitte der Strecke) bei den Athleten vorbei kommen sollte. Einige Minuten vor deren Start passierte ich diesen Teil der Strecke und ich durfte die tollen und intensiven Anfeuerungsrufe der Laufkollegen und deren Fans genießen. Da gingen die Beine wie von selbst und das war sehr motivierend. Noch einige Kilometer das übliche auf und ab und bei Kilometer 26 sollte es dann für eine längere Zeit so richtig bergab gehen. Da ich es beim Hinunterlaufen laufen ließ, spürte ich meine Oberschenkel so intensiv, dass ich meinte, ich hätte einen Oberschenkelumfang wie Vinzenz Hörtnagl (für die jüngeren Leser könnte man auch Matthias Steiner nennen) zu seiner besten Zeit. Unten angekommen war ich das erste Mal mit einer ebenen Strecke konfrontiert, die ca. 4 Kilometer dauerte. Das war mal was Anderes und folge dessen auch ungewohnt. Eine Erholung war auch dieser Streckenabschnitt nicht, da die Sonne mit aller Stärke auf uns schien und kaum ein Wind ging, der ein bisschen Abkühlung bringen hätte können. Bei Kilometer 32 in Wuggau kam eine Steigung auf mich zu, die mit einer Rampe zu vergleichen war. Bereits beim Betrachten des Streckenprofils im Vorfeld, war für mich klar, dass ich diesen Teil der Strecke schnellen Schrittes erledige, da der Zeitverlust sich in Grenzen halten würde. Diese Entscheidung war die absolut richtige und ich bekam auch von einigen der Zuseher aufmunternde Zurufe, dass das eine sehr g´scheite Vorgangsweise sei. Voll motiviert oben angekommen, begann ich wieder in den Laufschritt zu verfallen, was ich versuchte, bis zum Schluss durch zu halten. Die Steigungen auf den letzten Kilometern fühlten sich immer extremer  an und es wurde nicht leichter, diese zu bewältigen. Aber mit dem Herunterzählen der Kilometer war es doch irgendwie möglich. Immer wieder hörte ich von Laufkollegen und Zusehern, dass es von nun an nur mehr bergab gehen würde. Es kam anders und die nächste Bergetappe war zu überwinden und das Ganze schien kein Ende zu nehmen. Ab KM 40 war es mir irgendwie egal und von da an ging es wirklich nur mehr abwärts und  ich quetschte das Letzte aus mir heraus. Ich wollte nur mehr ins Ziel. Die Stimmung von Wies wurde immer hörbarer und nach etwas über 3:45 Stunden war die Ziellinie endlich erreicht.  Nachdem ich mich erholt habe, die Medaille umgehängt bekam, begab ich mich sofort zur Labestelle für uns Läufer. Also was ich da sah, überraschte mich insofern, da es im „Sammelbecken“ an nichts fehlte. Nach einigen kleinen Bechern Bier und Aufstrichbroten begegnete mir der endophingesteuerte Werner Milonig, der mich umarmte und mir seine Zeit von 4:00:28 bekannt gab. Im selben Atemzug sagte er: „Na, dann werde ich nächstes Jahr die 4 Stunden knacken!“ Dass er sich zum Vorjahr um über eine Stunde verbesserte, sollte da auch noch erwähnt werden. Unglaubliche Leistung!! Siggi Knar war wieder einmal unser Aushängeschild und erreichte mit 3:16:51 den 10. Gesamtrang. Gratulation an beide. Weiters gratuliere ich Heinz Müller zu einer Zielzeit von 4:13:53 und Ernst Aigner, der trotz massiver Rückenschmerzen gefinisht hat.

 Für mich war der Welschmarathon eine Reise wert und die bezaubernde Kulisse entlang der berühmten steirischen Weintraße entschädigte für die Strapazen. Einen Marathon zu absolvieren, der aufgrund seines Streckenprofils keinen Rhythmus zuließ, ist schon was sehr besonders.Die Organisation war bestens und die Labestationen im 2 KM-Abstand waren mehr als ausreichend. Auch war die Versorgung danach mehr als perfekt. Viele Variationen an Aufstrichbroten, Obst, Getränke, Radler und Bier. Das lies gleich einmal das Herz höher schlagen.  Ob ich nächstes Jahr da wieder antreten werde, lasse ich mal offen.

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