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Welschlauf die Zweite

Bericht von Werner Millonig

 Ziel! Mein erster Marathon ein wenig mehr als 5 Stunden, ist aber gar nicht so wichtig, ich fühle mich einfach nur mehr glücklich. Eine Medaille – vielleicht die wertvollste für mich! Ich sehe meine Frau und meine kleine Tochter und pack es nicht vor Freude. Bereits beim Wirten bei Bier und steirischem Backhendl ist es klar, nächstes Jahr bin ich wieder dabei und dann werde ich darauf hin trainieren und meine Zeit um einiges verbessern.

 So beendete ich meinen Bericht 2010 über den Welschlauf. Es war mein erster Marathon, mittlerweile sind es 3 – zwei davon der Welschlauf. Ob des Streckenprofils des Laufs durchaus unkonventionell.  

Aber von Anfang an:

 In diesem Jahr stand für mich der Welschlauf unter besonderen Vorzeichen. Da ich mitten im Triathlonaufbautraining bin, sollte er als Longjog-Ersatz fungieren – ich wollte aber wegen der positiven Erfahrungen im letzten Jahr einfach dabei sein - ein Pflichttermin! Der Lauf ist traumhaft und die Gegend ist einfach wunderbar, daher beschlossen meine Frau und Ich dieses Jahr bereits einen Tag vorher anzureisen und auch bis Sonntag zu bleiben, um dies auch gründlich zu genießen.

 Der „Gasthof zur schönen Aussicht“ in Wies war der Stützpunkt für das weitere Vorhaben. Trotz des entspannten Ansatzes den Lauf als Trainingslauf zu betrachten, war eines klar: die Zeit vom Vorjahr musste wegen meines guten Trainingsstatus verbessert werden - und das deutlich!

 Kurz nach der Anreise war ein Besuch beim Wirten im Zielort des letzten Jahres Pflicht. Das Backhenderl und die gebackene Leber riefen laut – OK vielleicht nicht ganz die Nahrung zur Vorbereitung auf den Marathon, aber es war ja noch Nachmittag und bis zum Schlafen gehen, ist das ja auch verdaut – und Kraft werde ich bestimmt auch diesmal brauchen. Sonst war der Freitag gemütlich. Wir holten noch die Startnummern ab und trafen bereits dort andere „Freunde des Laufsports“. Ein ruhiger Abend im netten Gastgarten des Gasthofes rundete den Freitag ab und dann habe ich auch noch gut geschlafen – eigentlich seltsam, aber mir sollte es recht sein.

 Wettkampftag – 7 Uhr Frühstück danach runter zum Zielort nach Wies und mit dem Bus die Anfahrt zum Startort. Beeindruckend wie eine Marathondistanz auch mit dem Bus in dieser Gegend extrem weit wirkt. Am Startort fanden sich auch die anderen Vereinskollegen ein: Heinz Müller, Ernst Aigner, Helmut Treitler, und Siegi Knar nahmen die Herausforderung Welschlauf über die gesamte Distanz mit 1440 Höhenmeter an. Manfred Reither war zwar in Ehrenhausen, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen nicht starten. Schnell war klar, Siegi und Helmut hatten sich Zeiten vorgenommen, wo ich einfach nicht mit kann. Die anderen hatten sich, so wie auch ich, nicht so richtig deklariert. Also war es nahe liegend gemeinsam zu laufen. Ich lief nach Gefühl und trotz immer wärmer werdender Temperaturen, waren Heinz, Ernst und Ich gemeinsam konstant am Weg. Als wir die Halbmarathondistanz erreichten und die Starter noch alle auf den Startschuss warteten wurde mir erstmals so richtig bewusst, dass, die 4 Stundenmarke, die mir vor dem Rennen eher unerreichbar schien, durchaus realistisch ist. Hoch motiviert bin ich dann bis ca. Kilometer 31 weiter im Dreierpack gelaufen.

 Dann begann das Rennen für mich erst richtig. Es kamen wieder giftige Anstiege gepaart mit aufkeimendem Ehrgeiz die 4 Stundengrenze beim Welschlauf zu durchbrechen – heiß war es mittlerweile auch! Ich löste mich von meinem hervorragenden Team und startete ein Wettrennen gegen die Uhr und die Topographie.

 „Erster heftiger Anstieg: Fast alle gehen - ich kann laufen! Zweiter heftiger Anstieg: Scharenweise überhole ich „Gehende“ (auch Halbmarathonstarter, die vorher bei mir vorbei „geflogen“ sind). Heute ist ein besonderer Tag! Abwärts bin ich ohnehin noch nie so schnell gelaufen, wie an diesem Tag. Also weiter rauf zu km 39, dann nur noch runter ins Ziel! Es scheint mir immer noch plausibel, das für mich große Ziel zu erreichen. Kurz nach Kilometer 42 höre ich die Kirchturmuhr von Wies, denke kurz nach – nur mehr einen 200m oder zumindest einen 100m Weltrekord und ich schaff es mit der Nettozeit – hoffentlich werden die beiden Rekorde auch anerkannt!“

 Euphorie ist was Wunderbares! Am Schluss fehlten mir 18 Sekunden und meine beiden persönlichen Fans beim Zieleinlauf. Freundlicherweise hat Helmut meine Frau und meine Tochter noch weg geschickt, weil er meinte, sie hätten noch ausreichend Zeit bis zu meiner Ankunft im Ziel, sich ein Eis zu holen. Na ja - akustisch haben sie meinen Zieleinlauf via Moderator mit bekommen. Das dadurch verpatzte selbst gemachte Zielfoto muss ich wohl vom Profi kaufen und an Helmut weiter verrechnen.

 04:00:18 deutlich meine kühnsten Vorstellungen selbst übertroffen! Aber auch ein kleines Ziel nicht erreicht. Ist es nicht wunderbar! Mir ist es bis zum Schluss echt gut gegangen und ich bin immer noch total glücklich! Das ist für mich auch das wichtigste, weil genau deswegen, betreibe ich diesen Sport.

 Ah ja – und nächstes Jahr bin ich wieder dabei und ratet einmal welches Ziel ich habe?

 Sportliche Grüße

 Euer Werner

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