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Silvesterlauf  - Vorbereitungslauf

Bericht von Gerhard Kaufmann

 Nach dem Florenz Marathon Ende November habe ich im Dezember leicht weitertrainiert und als nächstes den Silvesterlauf in Stetteldorf (10km) ins Auge gefasst.  Die Strecke kannte ich vom vorigen Jahr. Damals hatte ich eine Zeit von 40:25. Für heuer dachte ich mir als Vorbereitung  ein Zeit um 40:50 wäre ok.

Zehn Tage vor dem Lauf machte ich noch ein Intervalltraining 8x1000 in Wien, um für den Silvesterlauf zu sehen,  wie sich das Tempo anfühlt  - und das Gefühl war gut.

 In Stetteldorf sah ich dann seit Monaten wieder die bekannten Gesichter vom Laufcup . Es war zum a….frieren kalt so -5 Grad.  Ich hatte diesmal noch genügend Zeit die 2,5km Runde zum Einlaufen anzusehen.  Es gab keinen Wind,  die Strecke war trocken, also bis auf die Kälte gute Bedingungen. An einer Stelle nach Durchqueren eines Hofes gab es Eisplatten. Da dachte ich mir,  wenn geht laufe ich  in der Mitte, da ist es noch am besten. Sonst war die Runde ziemlich eckig. So 12

 90 Grad Kurven und wellig(5x rauf und runter).  Zum Ziel hin natürlich rauf. Nach dem Einlaufen traf ich noch Wolfgang. Ihn hatte ich schon lange nicht mehr gesehen und er sagte mir,  dass er eine Achillessehnenverletzung hatte und 3 Monate pausieren musste.  Er fragte, was ich laufen will -  er möchte so um die 3:55 - 4:00 als Einstieg wieder probieren, ich sagte so 4:00 bis 4:05  und meinte das seine Zeit mir zu schnell wäre, aber auch, weil ich ihm nicht ganz glaubte, da er sonst so 36 er Zeiten auf 10km läuft.  Das übliche Understatement unter Läufern ? Ich reihte mich in der Mitte ein und hielt mich nach meinem Gefühl beim ersten Kilometer zurück,  aber mit 3:48 war ich doch sehr überrascht und sagte mir  langsamer. Dadurch überholten mich einige Läufer. Nach der ersten Runde hatten mich 2 bekannte Gesichter in meiner Altersklasse überholt und ich blieb an diesen dran. So liefen wir die zweite Runde zu fünft,  wobei auch noch ein jüngerer und ein mir Unbekannter dabei war.  In der dritten Runde wurde das Tempo etwas langsamer und ich setzte mich an die Spitze der Gruppe. Ich wollte das Tempo wie vorher weiterhalten und war dann allein vorne. Am Ende des Anstiegs zum Ende der dritten Runde kam die Wettkampfuhr mit einer Zeit von 29:20 zum Vorschein also deutlich unter 40 er Endzeit. Irgendwie konnte ich es nicht glauben.  1 Runde noch, die 39er Zeit hole ich mir.  Noch einmal beim Start runter um die Kurve, dann rauf, zur Hauptstraße runter und auf der anderen Seite wieder rauf. Dann das größte Gefälle der Runde wieder runter und dann ist der erste Kilometer erreicht. Und ca.100m Splittweg rauf noch 1,5 Kilometer.

Nun ein gerader Abschnitt und ein Keuchen hinter meinem linken Ohr. Wer ist da wieder zu mir gekommen, umdrehen? -  nein. Probiere das Tempo zu erhöhen, um dem fremden nervenden Keuchen zu entfliehen - doch leichter gedacht als getan -  die vielen Wellen hinterlassen in den Beinen seine Spuren. Witzig, nach 8,5 Kilometer zu glauben,  man kann einem keuchenden Läufer,  der zu einem aufgeschlossen hat,  entfliehen. 1 Kilometer(4 Minuten) kann so lang sein und vorbei geht der Kerl auch nicht. Da endlich geht einer vorbei, aber hallo, was ist los,  der hat ein Tempo,  als ob er  erst 1 Runde hinter sich hat. Da kannst dich nicht anhängen,  250 Meter vor dem Ziel geht noch einer vorbei. Da probiere ich dran zu bleiben,  aber beim letzten Anstieg zum Ziel die Erkenntnis -  nein,  das wird nichts. Die Wettkampfuhr erscheint 39:10 und sprint ins Ziel, fertig mit 39:18. Hände schütteln im Ziel mit meinem letzten Kontrahenten der 22 Jahre jünger ist und dieser meinte, er wollte heute nicht so schnell laufen.  Kenn ich diese Aussage nicht von wem. Bei der Siegerehrung saß ich mit Wolfgang und anderen zusammen. Dieser war mit 37:33 äußerst zufrieden als Vorbereitung auf die neue Saison,  ebenso sein Kollege,  der im 5km Bewerb Zweiter geworden war.  Ein anderer am Tisch war derjenige,  der mich mit Tempo zum Schluss überholt hatte. Er dachte sich, das wir in der gleichen Altersklasse sein müssten . Aber wir haben es beide als 5. und 6. nicht auf das Podest der M40 geschafft. Mit einer Marathonzeit von 2:53 voriges Jahr in Wien ist er aber auch eine Klasse besser als ich. Damit hatte ich auch die Erklärung wieso er zum Schluss noch so ein Tempo laufen konnte. Wir waren mit dem Lauf zufrieden wobei die anderen um ca. 1-2 Minuten langsamer als Ihre Bestzeit gewesen sind. Ich musste aber zugeben  meine Bestzeit egalisiert zu haben,  was mir ein wenig peinlich war,  da ich vorher von einem Vorbereitungslauf sprach.

Somit habe auch ich mich schuldig gemacht dem Läuferunderstatement verfallen zu sein.

 Zu Hause fragte mich meine 8-jährige Tochter: Bist du erster geworden – nein,  zweiter – nein, dritter – nein, letzter – nein.  Ist der Wolfgang mitgelaufen – ja. Hat er einen Pokal gewonnen – ja. Dann  Sie: Du musst dich anstrengen wie er.

Das nach einer persönlichen Bestzeit.

Meine Tochter hatte voriges Jahr von Wolfgang bei einem Lauf, den er gewonnen hatte, den Alterssiegerpokal geschenkt bekommen und den für die Gesamtwertung behalten. Das hat sie beeindruckt 2 Pokale zu bekommen.

Das Leben ist hart willkommen in der Realität.   

Prosit und keine Verletzungen im neuen Laufjahr - von Gerhard