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ÖSTERREICHISCHE MEISTERSCHAFTEN IM 12h LAUF
Bericht von Pauline Moshammer
 
Am Nachmittag des 25.6. treffe ich in Grieskirchen ein, organisiere mir die Startnummer und quartiere mich in der Polytechn. Schule für die nächsten 2 Nächte ein. Die Nacht zum 26. ist der reinste Horror, ich bin natürlich nervös, aber noch schlimmer ist die neben der Schule gelegene Diskothek. Irgendwann packe ich meinen Schlafsack und versuche irgendwo ein ruhiges Plätzchen zu finden. Im „Keller“ finde ich wenigstens 1 Stunde Schlaf.
Pünktlich um 6:30 Uhr fällt dann der Startschuss für  12 lange Stunden. Diesmal versuche ich wirklich mich an die Rundenzeit von 6.45 -6.55 zu halten. Um ca. 7:00 Uhr sehe ich schon Kurt und Martin, die dann schon meine Betreuung übernehmen. Meine 2 Betreuerinnen aus Wien werden etwas später ankommen. Kurt lobt mich bei jeder Runde, da es mir wirklich gut gelingt mein Tempo zu halten.
Wie ich bereits geahnt habe, überholt mich Regina Strasser relativ bald, doch diesmal halte ich mich an den Rat von Christian und Kurt und gehe nicht auf Angriff über. Eine weitere Dame ist fantastisch im Rennen und wie sich später herausstellt, ist Ulrike Striednig Weltmeisterin im Triple-Triathlon – also eine Profiläuferin.
Meine Betreuung ist einfach toll, Sylvia, Conny und Martin machen es einfach genial. Nach jeder Runde wird mir die genaue Rundenzeit gesagt. Doch plötzlich bekomme ich von den Aufsehern eine erste Verwarnung. Ich frage wofür und erfahre, dass ich Betreuung außerhalb der Betreuungszone in Anspruch nehme. In der ÖM-Regel steht, dass die Betreuungszone 400 m vor u. nach der Startlinie ist. Da ich die Regeln nur überflogen habe, glaubte ich, dass meine Betreuer nicht weiter als 40 m von meinem Versorgungsplatz weg dürfen – für mich war mein Platz meine Betreuungszone. Also gut, Sachen packen und ab in die Betreuungszone.
Nach 6 Stunden steigen dann Helmut und Kurt ins Rennen ein. Helmut peilt die 70 km an, muss aber nach 2 Stunden k.o. geben. Kurt begleitet mich 2 Stunden lang und legt dann eine „kurze“ Pause mit Pumuckl und Co für ein gemütliches Getränk ein.
Mir geht es immer noch relativ gut, die Rundenzeiten bleiben konstant, bis auf ein paar Ausnahmen: eine Blase aufstechen, Hosen u. Leibchen wechseln,… und natürlich habe ich auch ein kurzes Tief. Regina und Ulrike sind nicht mehr zum Einholen, aber die Bronzemedaille in der ÖM scheint immer greifbarer. Ich müsste schon tot umfallen, um diese Medaille aufzugeben.
2 Stunden vor Schluss steigen Helmut u. Kurt wieder ins Rennen ein und sie merken, dass ich noch die Kraft habe, von ihnen getrieben zu werden und ihre Kommentare auszuhalten, nur die letzte Stunde kann ich nicht mehr zurück reden, was schamlos ausgenützt wird! Bei der letzten Runde hören wir, dass ich 118,4 km intus habe. Kurt sagt, dass wir nach der letzten Steigung noch einen Machosprint hinlegen werden. Ich bin nur noch froh, wenn alles vorbei ist und ich umfallen kann. Letzte Zielüberquerung – ich habe 119,5 km – die 2 treiben mich bis aufs äußerste an, noch 2 min, mir tut alles weh, ich möchte nur noch heulen und sitzen, da höre ich 10,9,8,..0. Ich falle am Boden und möchte nie mehr aufstehen. Helmut und Kurt fallen mir um den Hals – sie sind mächtig stolz auf mich.
Ich habe schon viele Läufe gemacht, aber dieser Lauf war wirklich der Beste und Schönste in meiner bisherigen Laufkarriere. Es hat einfach alles geklappt!! Obwohl ich um 16m!!! die 120 km nicht erreicht habe (woran natürlich nur Kurt schuld ist), bin ich überglücklich.
Vielen, vielen Dank an meine BetreuerInnen Sylvia, Conny und Martin, an meine gnadenlose Antreiber Kurt und Helmut und die guten Ratschläge von Christian.