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Freunde des Laufsports Austria
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Mitgliederbeiträge

Koasalauf Scholze

 

Michaela und ich leben ja, wie viele von euch sicher wissen, seit einigen Jahren in Kufstein. Lauftraining in Tirol heißt etwas vereinfacht dargestellt, entweder am Inn zu laufen, oder eben bergauf und bergab. Damit haben wir uns gedacht, sind wir auch für die Herausforderung Koasamarsch gut gerüstet....

Unser Frühjahrslauf war in den letzten Jahren immer der Welschlauf. In diesem Jahr waren aber einerseits die Schneebedingungen für’s Langlaufen und Skitourengehen zu gut und andererseits unsere Trainingsmotivation nicht so, dass wir später in der Laufsaison gestartet sind. Da bot sich dann der Koasamarsch in Ebbs Mitte Juni als Event an. Noch dazu, wenn man in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ebbs wohnt...

Der 49. Koasamarsch besteht aus mehreren Bewerben, 3 Trailruns über, 44km (2100hm), 33km (1700hm) und 21km (1000hm); und 4 Wanderungen (33, 21, 12 und 5 km) in Summe nehmen ca. 700 Teilnehmer dran teil. Wenn schon - denn schon - haben wir uns für die längste Laufdistanz angemeldet. Das Training lief dann im Frühjahr etwas durchwachsen. Einerseits wenig Zeit durch die berufliche Belastung, andererseits hatten wir beide auch einige Problemchen (Michaela das Wadl, ich das Gewicht!).

Aber hilft alles nix, am vergangenen Sonntag sind wir dann beide gesund, einigermaßen gut vorbereitet und ausgeschlafen um 07.00 am Start in Ebbs gestanden. Das Wetter und die Bedingungen waren ideal (trocken, nicht zu heiß) und durch die gleichzeitig stattfindende ÖM im Bergmarathon war auch für gute Pacemaker gesorgt ;-).

Los ging’s von Ebbs direkt an den Fuß des Zahmen Kaisers und dann in einer 14 km Schleife über Straßen und Forstwege zum steilen Anstieg hinauf zur Vorderkaiserfeldenhütte (17km, ca. auf 1300m). Ich bin von Anfang an bergauf mehr gegangen, als gelaufen, da ich keinen richtigen Rhythmus bekommen habe. War aber schon in Ordnung. Den steilen Anstieg in den Zahmen Kaiser kann man ohnehin nur (mit Stöcken bewaffnet) gehen. Ab der VKFH beginnt dann der Trail, bergauf, bergab über Wanderwege. Und da zeigt sich dann, dass Trailrunning viel mehr als bergauf und bergablaufen ist und viel mit Technik und Überwindung zu tun hat. Links und rechts sind sie an mir vorbeigezischt, die jungen Burschen und Mädls, genauso wie die Pensionistinnen! Wenn man die Technik des Trailrunning nicht so gut beherrscht, verliert man da anständig an Zeit. Macht aber nix, ich wollte ja nicht gewinnen, sondern nur gut durchkommen.

Also weiter Richtung Hochalm und Stripsenjochhaus (26km, ca. 1600m). Dazwischen liegen viele Anstiege, einige Bergabstücke, Geröllfelder, schmale Wanderwege und alpines Gelände. Hätte man Zeit, sich auf die Natur und die Umgebung zu konzentrieren, dann ist das eine super Gegend mit herrlichem Ausblick auf den Wilden Kaiser und das Kaisertal. Allerdings lohnt es sich auch, die Augen auf den Pfad gerichtet zu halten, denn sonst landet man schneller auf der Böschung, als man denkt (Michaela: „Ich hab es auf dem Weg zum Stripsenjochhaus ausprobiert..... Glücklicherweise waren meine Reflexe noch gut genug und mit hineinkrallen ins Gras und Gestrüpp konnte ich wieder auf den Weg hinaufkraxeln“). Im Großen und Ganzen läuft (oder geht) man von dort weg immer bergab, mit zwischenzeitlichen Gegensteigungen. Die Oberschenken brannten da schon, ich hab aber einen ganz guten Rhythmus gefunden und konnte alle Bergab-Passagen zügig laufen. Es werden dann auch die Wege breiter und man läuft schlussendlich das bekannte Kaisertal Tal auswärts und den Kaiseraufstieg (Stufen) hinunter. Die letzten 5 Km zurück nach Ebbs bin ich dann mehr gegangen, als gelaufen, weil mir schlicht die Motivation gefehlt hat. Nach knapp 07:18 war ich dann wieder fertig und glücklich am Ausgangort im Ziel. Michaela kam ein paar Minuten später ebenfalls überglücklich ins Ziel getrabt...und vor allem mit einer schönen Salzkruste bedeckt!

Eines hab ich mir fest vorgenommen: sollte ich nochmals ein derartiges Abenteuer angehen, werde ich vorher das Trail-Laufen trainieren!!!

Das Rennen hat bei den Damen übrigens Claudia Rosegger in 04:55:30 und bei den Herrn Isaac Kosgei in unglaublichen 04:03:19 gewonnen. Ich glaube, die beiden haben das vorher schon einmal gemacht...

 

Letztes Jahr bin ich noch ganz fasziniert neben der Strecke gestanden und hab mich gefragt wie man es schaffen kann 50km zu laufen.

Dank der Motivation durch die Freunde des Laufsports war ich heuer schon mittendrin in diesem Bewerb.

Um zehn Minuten vor neun Uhr hab ich es gerade noch rechtzeitig zum Gruppenfoto für den 50km Bewerb geschafft. Auf diesem Foto sind außerdem noch Sabine, Trude, Heinz, Siegi, Manfred, Peter und die Staffelläufer. Die 100km Läufer waren zu diesem Zeitpunkt ja schon längst auf der Strecke. Um Punkt neun Uhr ist es dann auch für uns losgegangen.

Obwohl wir ja auf der Hauptallee eigentlich Heimvorteil haben, muss ich zugeben dass ich die Strecke unterschätzt habe. Speziell der Streckenteil entlang dem Heustadelwasser, erfordert höchste Aufmerksamkeit, da der Weg durch die Baumwurzeln sehr uneben ist. Besonders am Ende des Rennens wurde das für mich eine echte Herausforderung, da die Füße immer schwerer wurden.

Glücklicherweise sind aber alle FdL wohlbehalten im Ziel angekommen.

Angeführt von unserem Schnellsten: Sigi; der 50km in vier Stunden laufen kann!

Auch zwei Staffeln hatten wir im Bewerb: beide am Stockerl. Ganz oben am Treppchen, die Herren-Vierer-Staffel mit Herwig, Erich, Livio und Michael. Am dritten Platz (für mich sensationell!) die Mixed-Zweier-Staffel, bestehend aus Monika und Alex. Alex, das erste mal seit einem guten halben Jahr wieder im Laufschritt unterwegs, konnte vom Walkingmodus nahtlos in den Laufmodus umschalten, und auch Monikas Formkurve zeigt seit drei Wochen steil nach oben.

Nachdem wir unsere Mission erfüllt hatten, haben wir uns darauf konzentriert unsere beiden Teilnehmer im 100km Bewerb anzufeuern. Ludwig Wolf und Pauline Moshammer.

Einen besonderen Tag hatte unsere Pauline, die gleich gegen ihre gesamte Klasse angetreten ist. Pauline, eigentlich Lehrerin, konnte ihre Schützlinge dazu motivieren als Mannschaft gegen sie zu laufen. So haben sich alle 13 Kinder zu einer Staffel zusammengetan die auf den klingenden Namen „Moskillers“ getauft wurde.

Entsprechend motiviert gingen die Moskillers ans Werk und waren um eine halbe Stunde schneller als ihre Lehrerin, die ihre Kids im Vorfeld sogar selbst trainiert hat.

Eine großartige Idee, die auch von einigen Freunden des Laufsports unterstützt wurde.

Unter dem professionellen Coaching von Christian Ulreich haben sich auch Helmut, Christian Magadits und Trixi als erfahrene Begleitläufer für die Kinder zur Verfügung gestellt.

Nach einem langen Tag mit viel Sonne und ein bisschen Regen, genossen wir die Siegerehrung. Mit fünf Siegern in den Altersklassen durch Trude, Sabine, Siegi, Pauline, Ludwig und den beiden Staffeln waren wir da prominent vertreten.

Abschließend kann ich sagen: Mitlaufen ist viel besser als zuschauen.

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