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Das Abenteuer 24-h-Lauf - Bericht Monika

Mein (erster) Vierundzwanzigstundenlauf - Irdning 2012

Bericht Monika

 

Vielleicht interessiert den einen oder anderen aufmerksamen Leser meiner Berichte, was aus dem Projekt „Es geht“ wurde ? Ganz einfach - ist gut GELAUFEN ...

Julie konfrontierte mich Anfang dieses Jahres mit dem Plan: Wir gehen in Irdning die 24 h ... Ich sagte mir: dabei sein will ich sowieso, Erfahrung mit diesem event bringe ich als Megastaffel-Teilnehmerin seit 2005 mit, also: wieso nicht ?

Die ab diesem Entschluss eintretende rasante Besserung meiner Fußleiden sind in erster Linie auf die podologische Therapie und permanente Übungen zurückzuführen, mag aber auch sein, dass ein gewisser Spontanheilungseffekt zum Tragen kam (der eindeutige Befehl an meine Füße: „so, jetzt wird in Irdning 24h gegangen, aus basta“ hat meine Füße zum Programmwechsel von „höllischen Schmerzen ausstrahlen“ auf „Durchhalten“ veranlasst J

Mein erklärtes Ziel waren 101 km. Wie ich diese zuwege bringe, war mir trotz der absolvierten 5 Trainingsmärsche seit März (über diese habe ich teilweise gesondert berichtet) nicht so wirklich klar. Angst gehört nicht zu meinen Charaktereigenschaften und so hieß meine Devise: das Beste daraus machen, abwarten, was mein Körper sagt und genießen so gut und lange wie möglich, und dann schau ma mal ...

Vollkommen entspannt (wirklich), aber voller Neugier gehe ich an den Start (gilt auch für Julie, übrigens gilt sehr Vieles auch für sie, wir haben etwa 12 h lang Seite an Seite unsere km abgespult).

Und jetzt ein Miniauszug unserer 24-h-Reise:

Bei brütender Hitze absolvieren wir Runde um Runde à 2.029 m, entdecken die Vorteile eines kaltgetränkten Schwamms. Wir hatten beschlossen, uns ausschließlich an die Verpflegung der Veranstaltung zu halten, was sich als vollkommen ausreichend erwies.

Schon nach wenigen Runden haben wir jede Menge „Spezialfans“, die uns namentlich anfeuern (Startnummer und Laptop genügt, um es herauszufinden), die Runde ist extrem kurzweilig. Wir absolvieren ganz automatisch unsere Runden in 19 bis 20 Minuten, sehr bald auch immer wieder bergab trabend. Es ist etwas abwechslungsreicher und macht Spaß so, es geht uns sehr gut.

Der auffrischende, angenehme, Wind kündigt Gewitter an. Wolfram’s Technologie verrät uns, in etwa 20 min gibt’s ein richtiges Donnerwetter hier, also absolvieren wir noch eine schnelle Runde und werden dann unter Dach (dem einzigen an der Laufstrecke = Durchfahrt zum Dörfl, unserem tollen Quartier) ein wenig abwarten. Wir verlieren bald die Geduld und machen uns, schuhmäßig etwas umdisponiert, wieder auf den Weg (wir mussten bald wieder rückdisponieren, das richtige Schuhwerk war großes Kriterium für uns beide – aus unterschiedlichen Gründen).

Die Marathondistanz hatten wir in etwa 6 h. Ich wollte erst bei km 50 duschen und meine Kleidung wechseln, habe dann später auf km 60 erhöht. Bei Julie fand diese Idee keinen Anklang, sie hatte Bedenken, nicht mehr weitermachen zu können, wenn sie stoppt (dass bei ihr schon seit Stunden wieder die Blasenplage ausgebrochen war, teilte sie nur sehr leise mit ...). Zwischen km 42 und 60 hatten wir Runde um Runde den Laufmodus eingeschaltet und es lief und lief und lief, toll (in diesem Modus haben wir uns ein ordentliches KM-Zeit-Polster angeschafft).

Die allergrößte Freude hatten wir mit Paulines Aussage, als sie uns überholte „Was ist los mit Euch zwei Wahnsinnigen ....“

Also nach der Dusche ging ich allerbester Dinge wieder auf die Strecke und traf sehr bald Julie wieder. Zwischendurch lief auch mal Andi neben mir her und erkundigte sich nach meinem Befinden (dass er diese Infos – auch – für seine supertollen Live-Berichte haben wollte, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht so bewusst. Erst jetzt konnte ich im blog nachlesen und bin begeistert, hast Du sowas von super gemacht – Danke Andi !!!!)

Tja, und dann bei etwa km 70 bekam ich entsetzliche Schmerzen in den Füßen, grauenhaft, wie in früheren Zeiten ! Ich quälte mich noch einige km weiter und gab dann w.o. Aus der Traum, das wars ! Ich gebe Judit und Wolfram von meinem Rückzug ins Quartier Bescheid. Auf die Frage, ob ich vielleicht wieder geweckt werden will, gab ich mein ok für ca 5:00 h früh –ich hatte offenbar noch einen Funken Restverstand. Ich legte mich ins Bett, die Schmerzen wurden aber noch ärger, absolut unvorstellbar, meine Füße würde ich mit Sicherheit nicht mehr in Laufschuhe bringen.

Dann höre ich Wolfram’s Stimme, kenn mich nicht aus, was er will, und wie ich nachher erfahre, hab ich ihn angepflaumt. Ich verstehe das nicht, denn ich war ja im Wachzustand und glaubte, Chefin meiner Worte zu sein. Ich entschuldige mich hiemit in aller Form in der Öffentlichkeit J für mein unerklärliches Verhalten, lieber Wolfram !

Kurz danach fragt Judit bei mir an, ob ich es nochmal versuchen möchte. Sie macht mir die Sache schmackhaft, indem sie mir vorrechnet, ich hätte für die restlichen 24 km auf mein 101erter-Ziel noch 9 Stunden zur Verfügung – ok, das könnte ich notfalls kriechend schaffen (ich verleihe Judit hiemit die höchstmögliche Auszeichnung f+r die beste Betreuerin der Welt – und das nicht nur für diese Einzelleistung !!!!!).

Ich versuche, in meine Laufschuhe einzusteigen, brauche dazu aber massive Hilfe von Judit, ich zerre herum und herum und verstehe nicht, wieso die Schuhbänder sich nicht von selbst ausdehnen, bei dieser Gelegenheit beschimpfe ich auch diese (Gottseidank die Schuhbänder – und nicht Judit). Auch das weiß ich nur, weil es mir glaubhaft versichert wurde (ua von Christian, der um die Ecke gerade entspannte).

Bald danach war ich offenbar wieder ganz bei Verstand und kapierte sehr schnell: DAS WAR DER MANN MIT DEM HAMMER ... denn: ab jetzt lief es – fast schmerzfrei – wie am Schnürchen. Runde um Runde kam ich meinem Ziel näher, abwechselnd gehend und laufend. Zwischendurch gab mir Hannes die Meldung: „Weißt Du überhaupt, dass Du Erste in Deiner AK bist – also: dran bleiben!“ Ich wusste es nicht, und es war durchaus ein Motivator … (so passt einer auf den anderen auf, wieder einmal: einfach toll). Jetzt, wo ich meinem Ziel immer näher kam, interessierte mich die aktuelle Rundenanzahl, so bat ich beim Vorbeilaufen beim FdL-Standplatz um eine diesbezügliche Information.Ein paar hundert Meter weiter tauchte bereits Sigi auf - er tut sich halt mit ein paar hundert Meter etwas leichter als ich :-) und motivierte mich enorm mit der Nachricht  "wenn Du diese Runde beendet hast, sind es noch 4 Runden" ! Ich verspürte jedes Mal einen Schub beim Stützpunkt der FdL, weil mir Sigi ab nun die noch zu absolvierenden Runden heruntergezählt servierte.

Als mir die Rundenzähler dann die Tafel „100 km“ zeigten, kam Euphorie pur auf. Ich absolvierte in Begleitung von Martina (ein großes Dankeschön für Deine Initiative - es hat diese an sich schon besondere Runde noch feierlicher gemacht) bei allergrößter Hitze im 6:40/Schnitt, pfahhh ... ein Gefühl zum Konservieren J

Julie hat ihren Hunderter schon längst, ihre von vielen vielen zentimetergroßen Blasen gepeinigten Füße haben sie zum Aufhören veranlasst, sie sitzt bereits mit ihrem verdienten Frühstück (man darfs sagen – einem Bierchen) an der Strecke.

Sodalla, ab jetzt ist für mich alles nur noch Fleißaufgabe – und ich habe noch 4,5 Stunden ! Ein paar km will ich schon noch machen, aber auch gut in meinen Körper hineinhören. An diesem Tag wäre noch viel viel mehr möglich gewesen, aber ich sehe keinen rechten Sinn und Grund, zu schinden. Ich bin froh, dass ich Fahndi auf seinem Weg zum 100erter noch etwas beitragen konnte, es brachte mir nebenbei ja auch noch einige KM. Um etwa 12:00 h stellte ich die Rundendreherei ein und ging auch zum Frühstück über J

Zur Ehrenrunde erinnerte mich dann Andi noch rechtzeitig, Julie konnte ich überreden, mit mir um 13:35 h diese zu absolvieren (mit vom Arzt verbundenen Füßen und flipflops).

Kurt’s Rat: „Genießt diese letzte Runde – es ist Eure Runde – Ihr habt es verdient“ nehmen wir gerne an: Ja, wir genießen es - das 2 km lange Bad in tobenden, gratulierenden, händeabklatschenden Fans, denen Ehrfurcht und Respekt vor den Leistungen der Aktiven abzulesen ist - das schönste Bad meines Lebens !

Auf meine 113,7 km bin ich stolz, und ich bin seeehr glücklich ! Ich weiß es schon einige Zeit, aber jetzt ists fixer als fix: Laufen – und ganz besonders in unserem Umfeld, auf das ich mächtig stolz bin - macht süchtig. Hab ich schon erwähnt, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin ...

Ich kann nur jeden bestärken (der es möchte): traut Euch einfach – man kann seine Ziele, auch wenn sie manchmal recht hoch angesetzt sind, mit durchdachter Vorbereitung und eisernem Willen erreichen. Dass Euch bei der Umsetzung dieser Ziele zu jeder Zeit viele viele Freunde des Laufsports mit Rat UND Tat zur Seite stehen, müsste nicht gesagt werden, tue es aber trotzdem - gemeinsam sind wir stark, so ist es.

Eure Monika

 PS: Laufen ist nicht nur gesund, macht glücklich und und und - es macht viel viel mehr ... es verbindet im allerposotivsten Sinn die Welt und macht Freunde -

hier der link zu einem Bericht unserer Freundin Micha aus Deutschland

 

http://www.kinleanita.de/de/aktuelles/1072-unsere-micha-gibt-so-schnell-nicht-auf-vorallem-wenn-sie-den-polal-schon-foermlich-qriechenq-kann.html