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Nordseelauf - Bericht Monika - er ist komplett

Nordseelauf – 8 Etappen – 8 Inseln - 88,9 km

8. bis 17. Juni 2012

Bericht Monika – jetzt komplett

 

Könnte gut sein, dass ich hier das eine oder andere durcheinander gebracht habe. Bei so vielen Busfahrten durch ungewohnte Landschaften, Fährenüberfuhren, einzigartigen Eindrücken, Begegnungen und Erlebnissen an acht Tagen – ach ja – und (immer in Wettkampfatmosphäre) gelaufenen 88,9 km – es war ein Nordseetraum pur !

Fakten:

2 x Silber in der AK-Tourenwertung gesamt: Traude und Rudi – Hurraaaa …

3 x Gold in der AK-Etappenwertung = Rudi – Hurraaa ….

Die FdL haben sich in einem leistungsmäßig extrem dichten Teilnehmerfeld behauptet ...

Wir waren als (österreichisches) Team unübersehbar, und das lag nicht nur an unserem

allen auffallenden outfit fdl

 

Ergebnisse der FdL als pdf

und hier ein link zu youtoube vom Wattlauf - da kann man mal sehen, was wir geschafft haben

http://www.youtube.com/watch?v=NQZz9c2hD_w

 

Für's ENTschleunigen war die Nordseeluft verantwortlich - unser gesamtes Team konnte täglich bei den Bewerben mehr und mehr BEschleunigen - das ist unser tolles Training !

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 Ein dreifaches HOCH an unsere Begleitpersonen Feli, Christl, Stefan und Gisi. Es sollte für sie eigentlich Urlaub sein, sie hatten aber alle Hände voll zu tun (an überfüllten Schauplätzen für 15 Personen geeignete Lokalitäten zu suchen, wo wir uns nach den Läufen laben konnten, stundenlang – auch immer wieder im teilweise starken Regen (hab ich in meinen Etappenberichten eigentlich erwähnt, dass es auch geregnet hat, und das teilweise nicht wenig J - auf uns zu warten, unschätzbare Fotos zu fabrizieren, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zur Stelle zu sein und zu organisieren, und ganz allgemein sich derart für unsere Sache zu geben), war ein sehr wichtiger Beitrag. Wir haben uns alle zu jeder Zeit – auch in durchaus stressigen Situationen – immer wohl gefühlt und viel viel Spaß gehabt . DANKESCHÖN !

Gemeinsam sind wir stark, das ist es, was uns ausmacht. Und es wird an allen Ecken und Enden (diesfalls an der Nordsee) nicht nur besprochen, sondern gelebt.

DANKE

Eure Monika

 

Aus den tausenden Fotos muss ich jene selektieren, die unser NordseeLaufABENTEUER widerspiegeln, ohne zu überfordern, es wird schwer sein, deshalb dauerts noch ein wenig ….

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8. Etappe – Wattlauf von der Insel Neuwerk nach Cuxhaven, 16. Juni 2012

Tagwache 6:45 h – Frühstück 7:15 h – Bus nach Cuxhaven– Fähre nach Neuwerk – Überfahrt ca 60 min.

Die Königsetappe ! Wir hatten nicht die geringste Ahnung, was auf uns zukommt. Lange vor Antritt der Reise versuchte jeder von uns, Informationen einzuholen, welches Schuhwerk am geeignetsten wäre (alte Laufschuhe, die man anschließend entsorgt oder auch nicht, Basketballschuhe, Surfschuhe, vielleicht auch barfuß ….).

Während der Überfahrt von Cuxhaven nach Neuwerk begegnen wir einigen der größten Containerschiffen unterwegs nach China und sonstwohin in der Welt von und ab Hamburg und erfahren Überwältigendes: 15 m Tiefgang, Beladung mit tausenden Containern …. Die Vorstellung, dass wir einige Stunden später in dieser Umgebung von Neuwerk etwa 12 km zurück ans Festland laufen werden, hat nachdenklich gemacht.

Ein vermeintlich verlassenes Seehundbaby wälzt sich am Anlegesteg im Sand. Wir inspizieren nach der Ankunft diese winzige (in Normalzeiten 13 Einwohner) Insel:  Nationalparkhaus, Inselkaufmann (wir sind schon 8 Tage an der Nordsee unterwegs und glauben es aufs Wort: „Hier gibt es alles, was Sie brauchen, was es hier nicht gibt, brauchen Sie nicht“ ….), es regnet, es schüttet. Ok. Wir reden nicht darüber, aber jeder von uns denkt sich: wie kommen wir wieder ans Festland ? Wie kommt man hier weg, wenn Tide ist und Sturm ? Schau-ma-mal ????????

Wir wurden bereits darauf vorbereitet, dass der Start überhaupt nur dann freigegeben wird, wenn die Wetterstation in Cuxhaven das OK gibt.

Wir sind bereits mehrfach durchnässt, jeder sucht eine Möglichkeit, sich auf das absolut Unbekannte vorzubereiten. Karin und ich (wir hatten uns für Surfschuhe entschieden) machen eine kleine Excursion bei zurückziehendem Meer: wir bleiben sofort stecken, verlieren fast unsere Schuhwerkzeuge und rutschen aus … wir interviewen Leute mit Wattlauferfahrung und meinen: da geht’s ums blanke Überleben.

Wir finden Zuflucht im „Heuhotel“, offenbar einem ehemaligen Pferdestall, ausgelegt mit etwa ½ hm Stroh (lupenrein), solche „Hotels“ stehen Trampern als preiswerte Unterkünfte zur Verfügung.

Karin, Josef, Silviie und ich beschließen, bei dieser Laufüberfuhr an Land, sofern sie überhaupt stattfindet und wir nicht im Heu übernachten müssen: Sicherheit Sicherheit und nochmals Sicherheit: wir werden gehen, wann immer es notwendig ist.

Das obligatorische Aufwärmen wurde wegen starken Regens unterbrochen. Alle Teilnehmer wurden in Bereitschaft gehalten, nach einigen Zwischenmeldungen dann der gemeinsame Start dann letztendlich - nach Freigabe vom Festland - etwa um 17:00 h (ursprünglich sollten die Walker und die langsamsten der letzten Etappen ¼ h vor den Tourenläufern starten).

Feli, Christl und Stefan starteten bereits eine ½ h zuvor mit einem Wattwagen (Pferdekutsche) Richtung Festland.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass keinem von uns das Wort „Müdigkeit“ (7 Etappen = ca 80 km) über die Lippen kam ? Es kam niemand über die Lippen, weils nicht so war J

Also, wir starten und laufen zunächst etwa einen KM auf einer Wiese, um dann in das Watt einzutauchen. Welch Überraschung, es rutscht nicht wirklich. Fester Sand, wo einige Stunden zuvor noch viel viel Wasser war, jetzt sind es Pfützen, tiefere Pfützen, noch tiefere Pfützen. Ich laufe langsam (gehen ist fad), und gehe, wo ich die Tiefe des Wassers nicht abschätzen kann. Karin, Josef und ich sind in Sichtweite und warten aufeinander, wann immer Warten angesagt ist. Die „Pfützen“ sind manchmal hüfttief (bei mir, bei Josef kniehoch). Kann sich einer vorstellen, dass bei diesem Lauf zwei Wasserstellen = Kontrollstellen - eingerichtet waren ?  – Sicherheit – Sicherheit – Sicherheit.

Ab etwa KM 6 stellen Josef und ich fest: da geht was …. nein …. da läuft was …. und ab hier laufen Josef und Monika übers Watt …. und überholen und überholen und überholen. Und kommen statt der von uns selbst ausgedachten „unter 2h“ kommen wir in „1:31“ ins Ziel – gemeinsam (so wie beim errsten Lauf dieser Tour).

Unser Team hat übereinstimmend festgestellt: es war einfach super, das zeitweise kniehohe Wasser hat – vorausgesetzt das richtige Schuhwerk – therapeutische Wirkung. Fast alle von uns hatten ein „laufhigh“.

Feli, Christl und Stefan hatten es nicht ganz so gut, bei ihrer Wattfahrt per Kutsche hat sie der Vollregen erwischt. Trotzdem waren sie da: jeden einzelnen von uns haben sie beim Finale dieses Laufabenteuers erwartet. Dankeschön dafür !!!!

Bemerkenswerte Einzelheit – es gäbe viele viele davon, nur ein Minibruchteil unserer Erlebnisse hat Eingang in diesen Bericht gefunden: 

Die Kleiderbeutelabholung fand am Strand statt: unsere „Sachen“ waren dort –akribisch in 100ter-Feldern organisiert – am Strand – per Selbstabholung im Sand zu finden. 2 Stunden später war dieser wieder überflutet. Ihr dürft raten, wie und wo wir geduscht haben …

Die anschließende Siegerehrung - sie fand aus REGEN/STURMtechnischen Gründen in einem Zelt statt – war aus FdL-Sicht überaus erfreulich. Seht die Ergebnisse weiter oben ….

11 x 11,9 km = 130,9 km erledigt. Schade ...

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7. Etappe – Nordeney 15. Juni 2012

 

Tagwache 6:45 h – Frühstück 7:15 h – Bus nach Norden-Norddeich – Fähre nach Nordeney – Überfahrt ca 60 min.

 

Was wir wussten: Nordeney ist die Insel „der Reichen“ - Was wir feststellten: Nordeney ist die Insel der „Uninteressierten“ – jedenfalls mit unserem „Läufertross“ hatten sie offenbar nicht viel am Hut. Diese Einstellung der Inselbewohner fand ihren Niederschlag darin, dass die Veranstalter des Nordseelaufs hier an ihre organisatorischen Grenzen stießen: fehlende Infrastruktur beim Start (direkt am Hafen) und viele von uns mussten feststellen, dass sich an der Laufstrecke befindliche Einheimische oder Touristen, was auch immer, sich desinteressiert bis ablehnend verhielten L

Gerade an dieser Stelle des Berichts ist die absolut einzigartige Besonderheit des Nordseelaufs angebracht: Der durch die Nordseeinsellande ziehende „Läufertross“ (ca 650 Tourenläufer = die alle Etappen bewältigten, dazu täglich mehrere hundert Läufer = entweder Absolventen der Einzelläufe oder Teilpaketbucher, also ausgewählte 2-3 Läufe der Gesamttour) hatte niemals die geringste Schwierigkeit, sich den Gegebenheiten, nämlich zum Teil nicht ausreichend vorhandenen Duschen, Umkleidemöglichkeiten etc anzupassen. Es WAR ganz einfach ausreichend: Man zog sich aus und um und deponierte sein Hab und Gut einfach dort, wo es Platz gab, wohlgemerkt: ÜBERALL. Ob man sich gerade in der Damen- oder in der Herrendusche oder DH-WC , in einem Abstellraum, oder in sonst einer Ecke befand. Egal, es funktionierte - unbeschreiblich (fragt uns einfach danach, erzählen kann man es wahrscheinlich besser …).

Aber jetzt zum Lauf selbst, und der war für das FdL-Team sensationell:

Etwa 1 km entlang dem Hafengelände geht’s einige KM entlang der Küste auf Klinkerboden. Ich warte heute, so wie zuletzt täglich, auf ein Zeichen des Körper, dass die Reserven ausgeschöpft sind. Aber nein … es geht einfach dahin und macht Spaß, Spaß und nochmal Spaß. Gerade denke ich, ich mache heute einen schau-ma-mal-rechtsmeer-linkspferdeweidelauf – holen mich Helmut (das kühle Wasser der Nordsee und Christl‘s fachkundige Massagen haben ihn wieder fit gekriegt, hurra ….) Rudi und Brigitte ein (ich war offensichtlich im Starterfeld „vornerer“) . Ich hänge mich dieser Gruppe an, wenig später holen wir Karl ein. Es war ein erhebendes Gefühl: Wir liefen als FdL-5er-Gruppe kilometerlang dahin und überholten und überholten und überholten … Helmut, Brigitte und ich überquerten die Ziellinie zeitgleich und teammäßig händehaltend – danke lieber Helmut, Du hast perfekte Betreuer- und Tempomacherqualitäten – Du hast dafür gesorgt, dass Brigitte und ich am 7 !!!! Tag der Tour Bestzeiten gelaufen sind.

Rudi läuft ein weiteres Mal als Klassensieger über die Ziellinie – der zweite ERSTE Stockerplatz !!!!!

Gesehen hab ich sie natürlich nicht, weil: sie waren vor uns im Ziel: Traude, Hans, Elfriede (was soll ich sagen, außer: Ihr seid’s ein Wahnsinn).

Kurz danach sind alle weiteren FdL hier: Josef, Karin und Silviiie.

11 x 11,6 km = 106 km erledigt. 

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 Nachtrag zur 6. Etappe – unser Rudi wird erstmals Klassensieger – wie wir später dann erlebt haben (Frage an unsere Grammatik-Experten: ist DAS Mitvergangenheit ? J ) er bleibt es fortan …

ALSO: der erste ERSTE Stockerlplatz J - ZWEITE haben wir ja schon jede Menge J

 

6. Etappe – Juist 14. Juni 2012

Tagwache 6:30 h – Frühstück 7:00 h – Bus nach Norden-Norddeich – Fähre nach Juist - Überfahrt1:40 min.

 Heute ist die allgemeine Müdigkeit (die auch bei uns schon Fuß gefasst hat) bei der Überfahrt nicht zu übersehen: überall gähnende Personen, oder überhaupt schlafende, es ist ziemlich still …

 Heute nun schon die 6. Nordseeinsel – ich muss es einfach erwähnen: schön – und ganz anders ! In Juist sind die Häuser und Hotels größer und höher, das Kurhaus am „Gipfel“ = Erhebung zwischen Hafen und Nordstrand, erinnert mich an ein Kurhotel in Baden. Auch hier sind Pferde & Kutschen die Haupttransportmittel.

 Gleich nach dem Start um 12:00 h geht’s etwa 400 m entlang der Hauptstraße relativ steil bergauf, danach bergab 100 m auf Bretterboden, danach 200 m durch tiefen Sand, aber dann wird’s super: wie uns der Moderator versprach, das Laufen entlang der Wasserkante am festen Sandboden, die Millionen von Muscheln knirschen oft wie im Schnee, alles das reinste Vergnügen –ein unvergesslicher Traum, der leider nach etwa 10 km im Ziel endete, aber in unseren Köpfen noch lange nachwirkt und wirken wird. Dieses für uns alle unglaublich schöne Lauferlebnis ist sicherlich dafür verantwortlich, dass offenbar für alle die Müdigkeit auf der Stelle verschwand !!!!!

 Natürlich haben Traude (sie kommt heute als erste unseres Teas ins Ziel) und Rudi ihre 2. AK-Plätze erfolgreich gehalten (der bisher Drittplatzierte hat Rudi bereits heute zu seinem 2. Platz in der Gesamt-Tourwertung gratuliert …).

 Helmut muss leider noch immer pausieren.

 Brigitte, Elfriede, Karl und Karin genießen, genießen, genießen, Hans finished heute als Zweiter unseres Teams (das üppige Essen = Grillabend gestern Abend in unserer Pension) hat sich ausgewirkt.

 Silviiie ist seit Anbeginn der Tour als Walkerin sensationell schnell unterwegs und bestätigt täglich, dass in ihr eine tolle Läuferin stecken würde, wäre sie nicht seit einigen Jahren „knietechnisch extrem eingeschränkt“.

Josef konnte mir heute beinahe 3min abknöpfen (und das noch fotografierend), er steigert sich gewaltig gegenüber den letzten Tagen.

Im tiefen Sand knicke ich um und ein, ein Weiterlaufen mit etwa 1 kg Sand in meinen Schuhen ist unmöglich, also Schuhe ausziehen und Sand ausschütten, ich finde erst bei km5 meinen Rhythmus, kann aber trotzdem noch in einer halbwegs respektablen Zeit finishen.

 Bei der Retourfahrt mit der Fähre stellen die meisten von uns fest: auch wenn die letzten Tage körperlich anstrengend waren, es ständig viele viele Eindrücke zu speichern gilt (verarbeitet können diese wohl erst so nach und nach werden) – wir fühlen uns völlig entspannt und wohl. Die Nordseeluft – sie tut uns allen gut, gut, gut, gut …

 10 x 10,6 km = 106 km erledigt - morgen geht’s auf die Insel der reichen Ostfriesen – Nordeney – auf geht’s.

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 5. Etappe – Baltrum 13. Juni 2012

Tagwache 6:30 h – Frühstück 7:00 h – Bus nach Meßmersiel – Fähre nach Baltrum Überfahrt 35 min.

Bei der Überfahrt sehen wir an einem nahen Strand zig-zig Seehunde samt zahlreichem Nachwuchs.

Unglaublich, aber wirklich so: nach wenigen Schritten auf dieser autofreien Insel schon wieder dasselbe: die bisher schönste Nordseeinsel, und wieder ganz anders ! Gleich beim Hafen entdecken wir die Baltrumer Art des Transportes, angefangen von Schiffscontainer(chen), Müllwagen usw: hier wird alles mit Pferden transportiert ! Hier wurde wahrscheinlich das Wort „entschleunigt“ erfunden ?

Vor dem Start zu unserem heutigen Lauf um 12:00 h werden wir mehrfach darauf hingewiesen, den knochenbrecherischen Kaninchenlöchern auf der Laufstrecke besondere Aufmerksamkeit zu schenken (diese sind sehr gut durch Einkreisen etc gekennzeichnet, keinem von uns tun sie etwas an).

Helmut macht heute sicherheitshalber noch nicht mit, und so stehen 10 FdL am Start um 12:00 h.

Sehr kurzweilige Strecke kurz durch das Dorf, hinaus in die Dünen, über Sand, über Stroh, über Dünen (die Hasenlöcher haben wir schon besprochen). Gelaufen wird in zwei Runden à 5,3 km. Im Nu ist die heutige Etappe beendet, schade …

Keiner von uns berichtet mir von nennenswerten Ermüdungserscheinungen !!!!!

Traude und Rudi können mit ihren anhaltend tollen Leistungen ihre jeweils 2. AK-Plätze weiterhin halten (ich schätze mal, dies wird wohl so bleiben), Karl ist seit gestern im Aufwind und scheint in seine alte Form zu kommen. Die salzhaltige Luft tut uns allen gut, ihm aber ganz besonders (er litt seit Oktober letzten Jahres an Lungenproblemen).

Wir werden schon rundherum als „Team Österreich“ gesehen und ich nehme an, es liegt an unserem auffälligen und schönen outfit, dass wir als sehr gorße Gruppe eingeschätzt werden (Zitat: „man sieht überall das lustige Maxl“ …)

Ein bisschen was haben wir ja noch vor uns, aber für heute sind 10 x 10,6 km = 106 km erledigt – und - die Tour geht weitergehen ...

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4. Etappe – Wangerooge 12. Juni 2012 (10,6 km)

 Tagwache 6:30 h – Frühstück 7:00 h – Bus nach Harlesiel – Fähre nach Wangerooge Überfahrt 45 min.

 Nun kennen wir schon viele viele Gesichter, unser gestriger Eindruck, dass bei dieser Veranstaltung das Gemeinsame und Verbindende einen sehr großen Stellenwert hat, vertieft sich.

 Was gestern für Spiekeroog galt, gilt heute für Wangerooge: nach wenigen Schritten auf dieser autofreien Insel schon wieder dasselbe: abermals die bisher schönste Nordseeinsel, aber ganz anders ! Und das Erstaunliche: keine Insel gleicht der anderen.

 Wir werden nach einer etwa 15minütigen Inselbahnfahrt im Inselzentrum vom Inselpastor ( Österreicher) mit Trompetenklängen empfangen, gleich zu Beginn Superstimmung. Alle bleiben kurz stehen, singen mit und wandern anschließend gemütlich weiter, um das heutige Start/Ziel“gebiet“ und die Infrastruktur zu erkunden. Start zur 4. Etappe ist heute um 12:30 hat, wir haben also etwa 3 h Zeit, schlendern am Strand entlang, trinken gemütlich noch einen Kaffee …

 Helmut wird die heutige Etappe auslassen, nachdem ihn bereits seit zwei Tagen permanent Wadenverspannungen und ständige Schmerzen plagen. Diese Entscheidung ist auch unter dem Aspekt der noch auf weiteren 4 Etappen zu sehen, jetzt heißt es, mit unseren Kräften zu haushalten.

 Und so nehme ich mir für heute einen sehr zurückhaltenden Lauf vor, was ich bis zum 6. km auch mit einem 6:30 h/min umsetze. Ich genieße mit vollen Zügen diese superschöne vielseitige Strecke zuerst die Strandpromenade entlang, nach 1,5 km eine Treppe hinauf in die Dünen, abwechselnd lockerem Sand, festem Dünenboden, Straßenpflaster (traditionell aus Klinkersteinen), kurzes Stück auf Waldboden, dann kilometerlang am Damm mit Meerblick inklusive natürlich. Ich sehe vor mir - und auch hinter mir - eine kilometerlange laufende Menschenkette. Ich hole viele wieder ein, die mich anfangs überholten (mich von solchen Überholmanövern nicht mitreißen zu lassen, habe ich schon lange im Rahmen unserer Trainings und von den Vorbildern in unserem Verein gelernt). Und so kann ich die 4. Etappe wieder mit einer guten Zeit beenden. Ein Erlebnis der Sonderklasse, einfach spitze !

 Traude und Rudi können ihre bisher 2. AK-Plätze in der Tourwertung weiter behaupten bzw ausbauen, Hans liegt nach der heutigen Etappe am 5. Platz seiner AK, Karl fühlt sich heute sehr wohl und zeigt aufsteigende Form, Helmut ist trotz des heutigen „Ausfalls“ noch immer gut platziert. Karin macht sich wie immer ein Volksfest aus dem Ganzen, aber auch allen anderen geht es gut.

 10 x 10,6 km = 106 km sind erledigt !

 Wir freuen uns schon auf Baltrum morgen, ich gehe davon aus, dass sich ab der morgigen Etappe die Spreu vom Weizen trennen wird, 5 Tage hintereinander täglich unter Wettkampfbedingungen zu laufen, sind mit Sicherheit keine Kleinigkeit, ganz egal, mit welcher Motivation dies absolviert wird. Und ein bisschen zwickts schon hier oder da J

 Unsere Wirtin, Frau Kappelmann, hat uns alle morgen zu einem Grillabend eingeladen (wirklich EINGELADEN – wir sind immerhin 15 !!!!) – so sind sie eben, die Ostfriesen …

 Und die Trourhypme summen wir schon den ganzen Tag …

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 3. Etappe – Spiekeroog 11. Juni 2012 (12 km)

 Tagwache 6:30 h – Frühstück 7:00 h – Bus nach Neuharlingsiel – Fähre nach Spiekeroog Überfahrt 45 min

Nach wenigen Schritten auf dieser autofreien Insel sind wir uns sofort alle einig: das ist die bisher schönste Nordseeinsel ! Die meisten von uns nehmen an einer sehr stimmigen Andacht bei der Inselkirche (der ältesten aller Nordseeinseln) teil. Rundherum traumhafte sanft wogende Dünenlandschaft, wir erklimmen bei einem Spaziergang vor dem Lauf einen höheren Punkt und sehen rundherum das Meer, einen wunderschönen kilometerlangen Badestrand mit den charakteristischen Strandkörben, das „Inselhauptdorf“ mit seinen charakteristischen Backsteinhäusern, Läden – einfach schön schön schön.

Dann die Nachricht des Tages: Traude hat ihr Laufschuhe vergessen ….

Laufschuhe gibt es hier nicht zu kaufen, um kein Geld der Welt, und so werden es eben weiße „Patscherln“ (immer noch besser als Straßenschuhe) und vielleicht kann sie ja auch mit dieser Ausrüstung die bisher Erstplatzierte etwas verwirren und mental schwächen J

Start zur 3. Etappe um 13:00 h                                                                                         

.. An der Nordseeküste – klatsch-klatsch-klatsch – am Plattdeutschen Strand

sind die Fiiiiiische im Wasser … und selten an Land …

ab heute beherrschen wir ach schon beim warming up vor dem Start bereits die Tour-Hymne und fühlen uns schon total eingebunden in diese ganz besondere „Lauffamilie der Tourenläufer“ – man kennt sich bereits irgendwie und findet immer wieder bekannte Gesichter. Sehr sehr nett !!!!!

Gelaufen wird in 2 x 6 km-Runden, Höhenmeter fehlen wieder nicht – Dünenlandschaften sind eben so, wir haben strahlend schönes Wetter, zwischendurch immer wieder richtig dosierter Wind, der die Hitze in Schach hält. Ein toller Lauf für uns alle.

Traude behauptet sich abermals als AK 2. - auch mit Leinenschuhen, Rudi baut den Vorsprung zum drittplatzierten Tourenläufer weiter enorm aus, Helmut kämpft seit gestern mit beleidigten Waden, ist aber trotzdem täglich sensationell unterwegs, uns allen hat dieser Lauf sehr sehr gut gefallen.

11 x 12 km = 132 km …

 

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2. Etappe – Borkum 10. Juni 2012

Tagwache 4:45 h, Frühstück 5:30 h – Busfahrt zum Hafen Emden – Fähre nach Borkum 2:15 h – mit dem Inselzug ca 3 km inseleinwärts

Start zur 2. Etappe 12:30 h

Heute meinte es der Wettergott schon etwas besser mit uns, „kurz/kurz“ war durchaus angebracht.

Start/Ziel war direkt an der Strandpromenade, dort ging es ca 1 km entlang, danach tauchten wir in eine Dünenlandschaft ein, Hügelchen rauf – runter, danach immer wieder in schattenspendende Waldstücke hinein, immer dann, wenn sich Hitze anbahnte, dämpfte angenehme leichte Windstöße dies ab. Wunderschöne abwechslungsreiche Strecke, 12 km lang einfach ein Traum (so haben wir es alle empfunden).

Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse, alle sind zufrieden, Traude und Rudi bestätigen ihre 2. AK-Plätze und bauen diese den Drittplatzierten gegenüber noch aus.

11 x 12 km = 132 km für die KM-Statistik sind erledigt !!!!

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Die Anreise (großteils per Flugzeug, Familie Groissenberger und Familie Washüttl reisten per Auto an) am Freitag verlief völlig unproblematisch und entspannt. Den von Brigitte organisierten Bus zur Weiterreise vom Flughafen Hamburg zu unserem Quartier in Esens / Ostfriesland wussten wir sehr zu schätzen.

  1. 1.Etappe - Langeoog 9. Juni 2012 (10 km)

Tagwache 7:00 h, Frühstück 7:30 h – Busfahrt zum Hafen Bensersiel – Fähre nach Langeoog

Start zum ersten Lauf dieser Etappe um 13:00 h

Karin und Josef meinten dazu:

Trotz einer unter dem Meeresspiegel gelegenen Laufstrecke wurden wir von heftigem Gegenwind und teilweise Regen erwischt, versetzt und ins Ziel geweht.

Das Traben und Stampfen durch den kilometerlangen Sandstrand war zwar kraftraubend, aber ein ungewohntes, völlig neue Erfahrungen bringendes Abenteuer. Die reizvolle Landschaft und Tierwelt bringt Vorfreude auf die nächste Insel.

Kahlenberg-Gefühle pur: Tagwache morgen SO, 10.6.2012 um 5:00 h (Abfahrt 6:20 nach Borkum - da kommt doch glatt Freude auf, denn - wir freuen uns auf das Laufabenteuer Nummer 2 an der Nordsee.

Ich sage:

Josef hat auf den letzten 3 km Bekanntschaft mit meinen Verzweiflungslaunen gemacht:

Es war wohl nicht so ganz mein Tag: Ich quälte mich (und quälen ist untertrieben) durch - Pflastersteine - Strand - Dünenlandschaft - rauf - runter - Regen - Gegenwind - Gegenwind+ - Gegenwind++ - Gegenwind+++ -(immerhin nahm ich aber trotzdem die traumhafte Landschaft wahr), als ich Josef vor mir laufen sah. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als wolle auch er grade in den Gehmodus schalten und so hatte ich leichtes Spiel, aufzuschließen. Bei ihm angekommen, versuchte ich ihm zu sagen, dass wir doch diese letzten 3 km+ gemeinsam durchkämpfen sollten (ich meinte allerdings langsam). Josef verstand wohl: „Ich will mit Dir kämpfen“ und so beschleunigte er immer mehr und mehr und mehr. Ein weiterer Versuch, ihm zu sagen „langsamer“ kam bei ihm offenbar bedingt durch Wetter und Windböjen an mit „gib Gas“ . (ich kann es aus heutiger Sicht nicht fassen, dass ich zu dieser Situation 5.23 „drauf hatte“ – wir haben gemeinsam sekundengleich gefinished. DANKE JOSEF ! Hast was gut bei mir – allerdings nicht während dieser Tour, da hab ich nämlich nichts zu verschenken J

 

Unsere Traude und Rudi leiteten gleich am ersten Tag der Tour ihre von mir von Anfang an prognostizierten Stockerplätze der Tourenläufer mit jeweils 2. AK-Plätzen ein.

11 x 10 km = 110 km sind abgehakt