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6h-Lauf - Salzburg 14.4.2012

6h-Lauf in Salzburg am 14. April 2012

Bericht von Kurt Ulreich

Gleich mit vier Freunden des Laufsports (Ludwig Wolf, Christian Magadits, Helmut Treitler und Martin Ulreich ) war ich beim ersten 6h-Lauf der in der Stadt Salzburg stattfand, am Start. Es sollte für alle Beteiligten ein tolles und erfolgreiches Erlebnis werden.

Es ist der 14.04.2012, um 04:00 Uhr läutet der Wecker und ich treffe mich um 04:45 Uhr mit meinem Sohn Martin bei der U-Bahn um zum Bahnhof und von dort mit der Westbahn weiter nach Salzburg zum Lauf zu reisen. Nach einer angenehmen Fahrt steigen wir nach drei Stunden um 08:45 Uhr bei ca. 15 Grad und starker Bewölkung in Salzburg aus dem Zug. Zehn Minuten zu gehen und wir sind im Startbereich der Laufveranstaltung, der direkt an der Salzach gelegen ist.

Wie in der großen Lauffamilie üblich, geht es gleich mit großem Hallo los. Martin und ich treffen viele alte Laufkumpels die mich zum Teil schon seit Jahrzehnten auf vielen Ultralaufstrecken dieser Welt begleitet haben. Auch unsere Vereinskollegen und Christian Ulreich der als Betreuer angereist ist, sind schon vor Ort und wir bereiten uns auf den bevorstehenden Start vor.

Mein persönliches Ziel war, meinen Sohn Martin, der gemeinsam mit Helmut das Rennen bestreiten wollte um erstmalig in seinem jungen Läuferleben den 65er zu knacken, die ersten vier Stunden in ihrem Tempo von ca. 05:20 bis 5:30 min/km zu begleiten und dann das Rennen zu beenden. Meine, in vielen Laufjahren „hart“ erarbeiteten Bandscheibenprobleme erlauben im Normalfall keine längere Belastung.

Christian Magadits startet mit dem Ziel 70km ++??++!! zu erreichen und unser „alter Laufhaudegen“ Ludwig Wolf hat auch den 70er im Kopf.

Also, los geht es und wir starten bei besten Bedingungen unser Laufabenteuer. Die ersten Runden, es ist ein 1,5km Rundkurs an der Salzach, versuchen wir unseren Rhythmus zu finden. Problemlos nehmen wir das angedachte Tempo auf, haben so richtig Spaß am Laufen und ich alter Laufhase bin ganz stolz gemeinsam mit meinem Sohn im gleichen Rennen einige Kilometer gemeinsam zu laufen. Nach ca. einer Stunde ist das gemeinsame Laufen vorbei, meine erste Pinkelpause trennt uns und ich bin erfahren genug um nicht mein Tempo zu erhöhen, ich möchte ja zumindest die Marathondistanz schaffen. Schon bald werde ich das erste Mal von „Magi“ überrundet dann läuft auch Ludwig an mir vorbei, beiden geht es offensichtlich sehr gut und sie sind im Plan. Nach ca. zwei Stunden werde ich erstmals in einem Ultralauf von meinem eigenen Sohn, noch immer in Begleitung von Helmut, überrundet und ich bin richtig Stolz diesen jungen dynamischen Burschen an mir vorbeilaufen zu sehen. Ein kurzes, Papa geht’s Dir gut und weg ist er, nach seiner Körpersprache zu schließen,sollte sein Vorhaben die 65 Kilometermarke mit der Unterstützung von Helmut zu überschreiten, gelingen.

So vergeht die Zeit, wir laufen Runde um Runde, ich werde wieder von meinen Kollegen, Ludwig, Magi überrundet, es geht allen sehr gut.

Nach 3.53.30 Std. kommt mein persönliches Erfolgserlebnis, ich habe die Marathondistanz geschafft und habe noch die Kraft während des Laufes mit meinem Freund Herbert Christian zu telefonieren um ihn über diesen Umstand zu informieren und die gleiche Zeit von Ihm beim Wienmarathon der am nächsten Tag startet, zu fordern.

Ich beschließe, nach dem sich meine Rückenprobleme noch in Grenzen halten und meine Muskulatur ja ohnehin gut trainiert ist, ich bewege mich noch immer in einem Geschwindigkeitsbereich von 5:30 bis 5:40 min/km, weiter zu laufen. Ich nähere mich der 50 Kilometermarke, die noch überschreiten und dann ist aber Schluss, meine Bandscheiben machen sich schon bemerkbar und mein linker Oberschenkel beginnt aus für mich unerklärlichen Gründen zu krampfen. Es gelingt mir relativ Problemlos mein Vorhaben umzusetzen und ich freue mich über meine Leistung. Martin läuft auf mich auf und wird mich ein zweites Mal überrunden, er ist alleine und erzählt dass sich Übelkeit bei ihm bemerkbar macht und er das Tempo von Helmut nicht mehr halten kann, er bei mir bleibt um mit mir weiter zu laufen.

Jetzt kann ich natürlich nicht stehen bleiben und mein Rennen beenden, das wäre wie ein Niederschlag für ihn und ich befürchte, er würde auch stehen bleiben. Ich muss irgendwie versuchen, Martin soweit zu motivieren, dass er trotz seiner Probleme versuchet wieder Tempo aufzunehmen.

Du bist zwei Runde vor mir und nur noch ca. 12 Kilometer zum 65er, versuche über den Schmerz drüber zu gehen, nicht langsamer werden, nimm Tempo auf und entferne dich wieder langsam von mir den du musst etwas schneller laufen als ich und und und

Martin nimmt wieder etwas Tempo auf und entfernt sich etwas von mir, wir sind bereits in der letzten Stunde und ich merke auf einmal wie sich mein Körper bemerkbar macht. Mir tut alles weh, der Rücken schmerzt, der Ischias strahlt bis in die Zehenspitzen, Muskelkrämpfe u.v.m., ich habe es wieder einmal geschafft meinen Körper zu überfordern. Aber ich kann nicht aufhören, mein Sohn braucht meine Unterstützung, ich muss ihn beobachten und versuchen ihn weiter zu motivieren. Meine Hochrechnung ergibt auf einmal, dass es sich bei Martin, wenn er so weiter läuft, die 65 Kilometer nicht ausgehen. Daher trotz Schmerzen wieder Tempo aufnehmen und Martin einholen um ihn zu informieren, es ist ja noch eine halbe Stunde Zeit.

Habe gar nicht gewusst, dass ich noch diese Härte in mir habe und trotz größter Probleme ganz ordentlich laufen kann. Ich hole Martin ein und rede sehr intensiv und zum Teil schon verärgert auf ihn ein um ihn zu einem höheren Tempo zu treiben um sein angestrebtes Ziel doch noch zu erreichen.

Es gelingt, er überwindet seine Probleme und nimmt wieder ordentlich Tempo auf, läuft auf einmal wieder Zeiten wie zu Beginn des Rennens. Das Wettkampffieber ist wieder geweckt und er wird sein gestecktes Ziel erreichen.

Auch ich bekomme jetzt noch Stress, durch meine Bemühungen um meinen Sohn, habe ich eine nicht zu erhoffen gewagte Kilometerleistung von über 60 Kilometer erreicht und muss nun versuchen noch in den Zielbereich zu kommen um nicht im Nirgendwo auf die Nachvermessung zu warten.

Ende gut, alles gut, das Rennen ist zu Ende und wir haben alle zum Teil sogar unerwartete Leistungen erbracht, ich bin wieder einmal sehr Stolz auf uns.

Bei der anschließenden Siegerehrung konnten wir folgende Erfolge feiern:

Christian Magadits erreicht trotz knapp zurückliegender Verkühlung, mit großer Härte zu sich selbst und mit der Unterstützung durch Christian Ulreich als Betreuer, eine tolle Leistung von 71,313 km.

Ludwig Wolf gelingt mit 70,559 eine Leistung die vor ihm noch kein Österreicher in der AK 60 geschafft hat und gewinnt diese Klasse.

Helmut Treitler hat diesen Lauf als Vorbereitung für den 24h-Lauf von Irdning genützt und mit 67,155 km voll überzeugt.

Martin Ulreich ist seinen ersten 6h-Lauf bis zum Ende durchgelaufen, hat mit 65,768km sein selbstgestecktes Ziel und den zweiten Stockerlplatz in der allgemeinen Klasse erreicht und sehr, sehr viel über den Ultralaufsport gelernt.

Und ich, ich war auch nicht schlecht, habe unerwartete nicht geplante 62,483 km erreicht und sollte ich jemals wieder aufrecht gehen können und meinen Körper wieder spüren, könnte es sein, dass ich sogar wieder einmal laufen gehe.

In diesem Sinne,

weiter viel Spaß beim Sport und g´sund bleiben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

fdl