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Berlin 2011 - Bericht Monika

 

Das war der Berlin-Marathon am 25.9.2011

Bericht Monika

Eine große Abordnung von FdL war beim Berlin-Marathon am 25.9.2011:

Elfriede, Claudia, Gaby, Karl, Herbert, Wolfgang, die drei Marathon-Neulinge Gaby, Hans und Peter; Uschi musste leider aus gesundheitlichen Gründen ihr Marathondebüt verschieben, ihr hat aber das Betreuen und Anfeuern auch großen Spaß bereitet, Wolfgang S., und als Schlachtenbummler Gerhard L. (in Läuferkreisen aus früheren Zeiten kein Unbekannter).

 Ich gönnte mir den Start (hab ja STARTgebühr bezahlt), stieg jedoch – geplant, da noch immer im „orthopädischen Sonderzustand“ – noch vor der ersten Matte (5 km) aus, um mich der Betreuung unserer Debüttanten Peter und Hans zu widmen.

Ein Moderator entdeckte mich am – entgegen der Laufstrecke den Weg gemütlich entlang spazierend  (zu demam Vortag  genau geplanten und besichtigten Treffpunkt bei KM32). Nachdem er sich von meinem Wohlbefinden überzeugt hatte, verkündete er übers Mikro: Wir begrüßen Monika aus Österreich von den FREUNDEN des LAUFSPORTS,  die hier auf einen Läufer wartet. Daraufhin applaudierte mir die gesamte Riege von etwa 20 Personen der (natürlich noch vollkommen ungenutzten) Verpflegungsstelle. Damit kam mir vielleicht mehr Aufmerksamkeit zu, als so manchem Eliteläufer.

 Ich sicherte mir etwa 1h30 nach dem Startschuss die beste Warteposition bei KM 32 und kurze Zeit später flogen auch schon der spätere Sieger auf Weltrekordkurs an mir vorbei, mit einigem Abstand der 2. und 3. (darunter auch Haille), eine Viertelstunde danach die spätere Siegerin, danach in Gruppen viele weitere Eliteläufer. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, wie viele Läufer offensichtlich mit einer Endzeit zwischen 2:30 bis 3 h unterwegs waren.

 Um von meinen Schützlingen nur ja nicht im Vorbeiflitzen übersehen zu werden, musste ich mich immer wieder gegen andere Zuseher und Ordner durchsetzen. Unübersehbar huschte Pumuckl Dietmar Mücke an mir vorbei, über meine Zurufe kehrte er aber  kurzerhand für einen längeren Tratsch um (wer ihn kennt ist sicher nicht überrascht, dass er trotz vieler Tratsch- und anderer -pausen in 3h31min im Ziel war.

 Im dichten Läuferstrom konnte ich keine weiteren Bekannten mehr entdecken. Ab ca 12:30 h machte ich mir ein wenig Gedanken, ob ich Peter versäumt haben könnte, meine Intuition sagte mir aber eher, dass er es recht gemütlich angegangen war. Davon konnte ich mich kurz danach überzeugen. Von weitem winkend und über und über freudestrahlend machte er bei mir Rast, um die vorbereiteten Gels zu übernehmen. Er berichtete von seiner „Taktik“: dieses Spektakel von der ersten bis zur letzten Sekunde zu genießen, zu genießen und nochmal zu genießen. Er war mit Hans die ersten 20 km gelaufen, wie es aussah, sollte er in Bälde nachfolgen. Noch niemals zuvor sah ich einen so überglücklichen Läufer wie Peter in diesem Augenblick (ich glaube, er ist noch immer in diesem Zustand).

 Einige Zeit später lief Karl vorbei, ebenso strahlend, wohlauf und froh.

Dann traf Hans ein, zuerst vergewisserte ich mich von seinem Wohlbefinden und ab gings 10,195 km bis zum Ziel. Ich übernahm ein bisschen die Führungsarbeit und Hans nahm dies offensichtlich gerne an. Hatte ich vor zwei Jahren ständig das Gefühl gehabt, die Ideallinie vor lauter Menschenmassen niemals gesehen zu haben, konnte ich ihr diesmal jederzeit frei folgen. Etwa bei km 38 tauchte plötzlich Herbert neben uns auf. Er befand sich gerade im Gehmodus, so war unsere Begegnung eher kurz. (Sowohl Sturz mit Knie- und Handabschürfungen und Gehpausen können einen Laufprofi wie ihn nicht abhalten, trotzdem in einer recht guten Zeit ins Ziel zu kommen.)

 Das Thermometer war auf etwa 25 Grad gestiegen, wir labten uns daher öfter mit Wasser.

 Hans absolvierte diese letzten km ohne Probleme, auch wenn er im Vorfeld ein bisschen fraglich war, ob sein Knie und so manch anderes Körperteil das Unternehmen Marathon gutheißen würden. Wir passierten das Brandenburger Tor und ein paar hundert Meter danach die Ziellinie – geschafft !

 An unserem Treffpunkt - natürlich bei Sektor „F“ – trudelten so nach und nach alle anderen Helden ein, und ausnahmslos ALLE strahlten übers ganze Gesicht. Jeder Einzelne erklärte überglücklich: Ich habe jeden einzelnen Meter genossen !!!

 Ist es nicht so, dass der absolvierte Marathon mal verdaut und  dann frühestens am nächsten Tag an einen nächsten Marathon gedacht wird (wenn überhaupt) ? Bei uns war es anders: Noch beim Treffpunkt wurde gefragt: „Und zu welchem Marathon fahren wir nächstes Jahr ?“ ....

 Peter hat es in seinem Bericht schon erwähnt, an diesem Tag lag das Schwergewicht offenbar bei allen am Spaß an der Sache, Zeiten waren eher nachrangig.

Ich denke, bei einer Großveranstaltung wie dieser (grandiose Organisation !) sind Superzeiten sowieso nur für Starter aus den vorderen Blöcken möglich, daher eben bestens für Einsteiger geeignet, man wird durch die mitreißende Atmosphäre endgültig vom Marathonfieber gepackt.

 Herausheben muss ich hier aber doch Folgendes:

Karl, 70 überschritten, finished, obwohl durch Ischiasbeschweden gehandicapt, seinen 21. Marathon (begann erst mit 45 zum Laufen);

Hans, läuft seit zig Jahren, meinte, jetzt mit 72 müsse einfach mal ein Marathon sein, und ist der Sache, ebenfalls gehandicapt durch Knie- und andere Beschwerden, mehr als gewachsen (lest seinen eigenen Bericht);

Elfriede, jenseits von 60 (mit 48 begann sie zu laufen), genoss ihren dritten Marathon jeden einzelnen Meter;

Herbert, 67, absolvierte mit sehr wenig Vorbereitung seinen etwa 80. Marathon.

 Respekt unseren Vorbildern, kann ich nur sagen.

Claudia spult ihren xten Marathon in 4:09h ab, Gaby A. entschließt sich mit 54 zu ihrem ersten Marathon und finished total locker und glücklich, Wolfgang S. habe ich selbst zwar nicht getroffen, weiß aber, dass auch er, trotz minimaler Vorbereitung, gut durchgekommen ist;, bei Bettina P. hat  ihre gute Vorbereitung (ich sah sie sehr oft auf der Hauptallee ihre LongJogs absolvieren)  in diesem Tag  gut umsetzen können, tja, und dann noch Peter ... lest bitte seinen eigenen Bericht !

 Ich bedanke mich bei Herbert H. für die wertvolle Hilfe bei der Organisation (fjord-Hotel und Ristorante Marinelli waren einfach hervorragend und können wir wärmsten weiterempfehlen).

 Ich bedanke mich bei allen FdL, die dabei waren. Wir waren eine überaus harmonische Gruppe, es war eine wunderschöne Zeit. Wir haben viel erlebt, gelacht und gesehen.

 ABER, liebe Freunde: für die nächste gemeinsame Marathonreise wird jemand anderer den Betreuer-Job übernehmen müssen, denn ICH werde alles daran setzen, dieses Abenteuer auch selbst wieder LAUFEND genießen zu können. In Anbetracht  der mentalen und körperlichen Top-Vorbereitung im Rahmen unseres Lauftreffs wird aber eine Betreuung gar nicht notwendig sein. Leute, ich beneide Euch um jeden gelaufenen Meter ...

 Eure Monika

 Übrigens: Ich bin irrtümlich in der Wertung geblieben, ehrlich wie ich aber nun mal bin, hier die Tatsachen: für mich bestand der Marathon aus 14,5 gelaufenen und ca 7 gegangenen km ... jeder einzelne davon (natürlich) ein Genuss, jede wartende (betreuende) Minute ebenso ...

 Und nochmal übrigens: unser nächstes Projekt „Marathon“ ist schon in Planung

fdl