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6h-Lauf Wildon 30.7.2011 - Bericht Kurt

6h Lauf Wildon am 30.07.2011

Bericht von Kurt

 ... Vier kleine „Läuferlein“ die fuhren nach Wildon,  einige Zeit später, da gab es nur mehr einen davon ...

 

... so geschehen in  Wildon/Stmk. beim dortigen Nacht-6h-Lauf, an dem Ingrid Bandel, Michael Hanacek, TomTom Pekarek und Martin Ulreich teilnahmen.

Auf einer nicht optimalen Strecke, unebener Schotteruntergrund auf  dem Großteil des 1,1km langen Rundkurses, aber dafür sehr romantisch an einem kleinen See gelegen, fand dieser Lauf bei guten äußeren Bedingungen mit Start um 17:00 Uhr statt.   

Leider konnte die Veranstaltung in vielen Bereichen nicht den allgemein üblichen Standards entsprechen. So konnte ich z.B. bis zum Schluss nicht herausfinden ob die Strecke nun 1150m lang oder 1100m lang ist. Wir rechnen mit 1100m weil es einfacher  ist, wurde mir  von einem Rundenzähler gesagt. Nach meinem Gefühl hat weder das eine noch das andere gestimmt. Die Rundenzähler waren  sowieso nicht immer im Bilde , was viele Diskussionen mit Läufern und Betreuern zur Folge hatte. Keinerlei an Infrastruktur für Betreuer und Zuschauer, keine Musik, schlechte und vor allem ahnungslose Moderation und… und und………………..ich kann diese Veranstaltung jedenfalls nicht weiterempfehlen.   

Unseren Läufern waren diese Umstände zu diesem Zeitpunkt jedoch egal und sie starten wie gewohnt mit sehr viel Elan.

Leider hatten wir schon nach zweieinhalb Stunden den ersten Ausfall zu beklagen. Martin, der auf dem unebenen Untergrund der Laufstrecke nach ca. einer Stunde umgeknickt war,  bekam einige Zeit später Schmerzen am betroffenen Knöchel, welche trotz intensiver Behandlung nicht gemildert werden konnten und  ihn zur Aufgabe zwangen.   Also war Michael Hanacek, der bis zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit ihm unterwegs war, alleine.

Unsere Ingrid Bandel, die seit Beginn des Rennens in Führung gelegen war, lief die ganze Zeit in der gleichen Runde wie Martin und Michael und machte zum Zeitpunkt des Ausfalls von Martin noch einen sehr guten Eindruck. Obwohl, für mein Gefühl war sie etwas zu schnell (durch viel Stress im Job war der Trainingszustand laut ihrer Aussage nicht optimal) unterwegs, ich sollte leider recht behalten.

Ach ja, da war ja auch noch unser TomTom. Still und leise hat er sich in den letzten Monaten zum Viel.-u. Ultraläufer entwickelt. Leider kommt aus beruflichen Gründen bei ihm immer wieder die Regeneration (zu wenig Schlaf durch Nachtarbeit) zu kurz. Die Folgen bei diesem Lauf, obwohl sehr gescheit angelaufen, nach meiner Meinung alles richtig gemacht, hat TomTom nach drei Stunden 170 Pulsschläge,  ist leer und ganz einfach übermüdet (er hat seit Tagen nicht richtig geschlafen), nichts geht mehr und

 da waren es auf einmal nur mehr zwei „Läuferlein“.

Die beiden müssen  jetzt aber die Kastanien für unseren Verein aus dem Feuer holen. Ingrid, nach der Halbzeit des Rennens mit zwei Runden Vorsprung souverän in Führung und unser Michael mit einer soliden gleichmäßigen Leistung auf dem guten achten Gesamtplatz. Er läuft wie ein Uhrwerk Runde um Runde, lässt sich gut betreuen und verspricht bis zu Schluss alles zu geben.

Jetzt kommt aber die härteste Zeit bei einem 6h-Lauf also, schau ma` mal was da noch so kommt. Ich erkläre Michael, es ist ja schließlich sein erster 6h-Lauf, dass bei einem 6er das eigentliche Rennen erst ab der vierten Stunde beginnt und er es mit einer noch nicht bekannten Gefühlswelt und einigen Schmerzen zu tun bekommen wird. Ingrid brauche ich nichts mehr zu sagen, sie ist ein „alter“ Ultralaufhase und kennt sich aus. Michael wird etwas langsamer, behält aber seinen für ihn typischen runden, leicht gebückten Laufstil bei, ein gutes Zeichen. Geduldig und dankbar nimmt er Tipps und Verpflegung ohne Wiederspruch  entgegen und versucht seinen Rhythmus zu halten.

Gegen Ende der fünften Stunde beginnt Ingrid sich die Sinnesfrage zu stellen und zu jammern, es geht ihr nicht gut, irgendwie ist sie kaputt und sie klagt über Übelkeit. Kurz lässt sie sich motivieren, läuft noch einige Minuten. Trotz einer ordentlichen Führung mit zwei Runden Vorsprung will bzw. kann sie nicht mehr und macht Schluss. Auch der sichere Sieg vor Augen kann sie an diesem Tag nicht mehr motivieren.„

Da waren es nur noch………. „EINER“

Der aber hält die Fahnen unseres Vereins hoch und läuft und läuft und .....

 steigert in der letzten Stunde wieder sein Tempo, schließlich ist der siebente Platz, der die Teilnahme an der Siegerehrung (es werden nur die ersten sieben in der Gesamtwertung geehrt und bekommen einen Preis) noch möglich. Ich versorge ihn mit Gels, Melone, Getränken und aufmunternden Worten. Michael nimmt alles dankbar auf und erreicht mit einer tollen letzten Stunde sowie rund 64 gelaufenen Kilometer tatsächlich noch den siebenten Platz in der Gesamtwertung. Eine tolle Leistung, zu der man nur herzlich gratulieren kann.

Siegerehrung von 23:30 Uhr bis 00:15 Uhr und ab ins Bett, aber nur für unsere müden Läufer samt Begleitung. Und ich, ich setze mich ins Auto und fahre bei strömendem Regen noch 100 km nach Bad Tatzmannsdorf,  schließlich bin ich ja auf Kur und werde  die letzten Tage meines Aufenthaltes noch dazu verwenden, um mich, unter anderem auch von diesem Lauf, zu erholen.

Viel Spaß beim Sport und g´sund bleiben wünscht, Kurt Ulreich

fdl