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Das war Irdning 2011 - Bericht Kurt

24-h-Lauf Irdning vom 8.7. bis 10.7.2011

Bericht von Kurt

Seit 1993, damals war die Marathondistanz die höchste für mich vorstellbare Distanz, bin ich ein Fan der Region Wörschach/Irdning.

Ich bin als Fan meines Bruders Christian, der diesen für mich verrückten Bewerb damals bereits zum dritten Mal bewältigte , angereist. Es hat damals schon geheißen, einmal Wörschach, immer Wörschach und so ist es auch gekommen.

Viele, viele Jahre und bei diesem Bewerb gelaufene Kilometer später, bin ich  immer öfter als Betreuer bzw. Obmann des Laufclubs „Freunde des Laufsports“ bei dieser Veranstaltung, um Laufkollegen mit meiner Erfahrung zur Seite zu stehen. Eine sehr schöne aber auch anstrengende mit immer wieder neuen Erfahrungen verbundene Aufgabe, so auch dieses Mal.

Zwei Einzelstarter (Pauline u. Helmut), die auf Ergebnis laufen und Christian der als Einzelstarter gemeldet ist, um zum einen zu betreuen und zum anderen bei dieser Gelegenheit einige Kilometer zu sammeln, um seine Position, als derjenige Athlet, der  in Wörschach/Irdning die meisten Kilometer gelaufen ist, zu verteidigen.

Zusätzlich habe ich eine Megastaffel mit einigen interessierten Laufkollegen zusammengestellt, um aktiv dabei zu sein und gleichzeitig zu betreuen.

Nun eine kurze Zusammenfassung dieses Rennens aus meiner Sicht:

Nach der Anreise am Freitag, Startnummernabholung und Organisation unseres eigenen Verpflegplatzes an bester Örtlichkeit beim Badesee, wird dieses Rennen am Samstag bei tropischen Temperaturen pünktlich um 14:00 Uhr gestartet.

Die Ausgangslage von Pauline und Helmut war die gleiche. Nicht auf das Ergebnis  schauen, sondern das auf Grund der Trainingsleistungen vorgegebene Ziel von 200 Kilometer zu realisieren. Das heißt, taktisch richtig laufen, sich nicht von verrückten Überrundungsmanövern der anderen, die wie immer wieder viel zu schnell begonnen haben,  irritieren zu lassen und versuchen, einen der Temperatur entsprechende Rhythmus zu finden.

Pauline - unsere Sonnenanbeterin -  ist bei diesen hohen Temperaturen in Ihrem Element und muss sich disziplinieren, um nicht zu schnell (eine alte Krankheit von ihr) zu beginnen.

Die vielen Gespräche, die Christian und ich im Vorfeld dieser Veranstaltung mit ihr geführt haben und ihre mittlerweile sehr große Erfahrung auf diesem Gebiet führen zu einem wirklich sehr gescheiten Anfangstempo und der Lohn dafür sollte nicht ausbleiben.

Helmut, unser Greenhorn, hat seine Erfahrung in vielen, vielen Gesprächen, einer tollen Vorbereitung und entsprechenden Vorbereitungswettkämpfen gesammelt und beginnt durch den entsprechenden Respekt vor diesem Wettkampf sowie der Begleitung durch Christian ebenfalls mit dem richtigen Tempo.

Pauline ist in ihrem Element, schaut blendend aus und läuft Runde um Runde, Stunde um Stunde,  immer mit einem Lächeln im Gesicht (ist ja ihr Wetter) an unserem Verpflegplatz, wo auch die Megastaffel und unsere Fans ihren Stützpunkt haben, vorbei.

Helmut läuft ebenfalls wie ein Uhrwerk, sein Problem ist allerdings die „optische Erscheinung“. Durch den geschmeidigen Laufstil konnte man erkennen, dass er sich besser fühlt als er aussieht da ja diese hohen Temperaturen  nicht unbedingt seines sind. Aber was ist bei so einem Unternehmen schon Schönheit, noch dazu bei einem gestandenen Mann.

Unsere Megastaffel ist ebenfalls gut gestartet und läuft mit viel Spaß Runde um Runde. Zu diesem Zeitpunkt stehen bei unserer Staffel nicht die Gesamtkilometer sondern der Spaß des Einzelnen im Vordergrund. Jeder läuft sein Tempo und feuert gleichzeitig unsere Einzelkämpfer an und betreut sie bei Bedarf.

Ab Mitternacht überschlagen sich dann für uns Betreuer die Ereignisse.  Beide Athleten (Pauline und Helmut) machen in der Ergebnisliste einen Sprung nach vorne. Helmut ist bereits unter den ersten Zehn und Pauline übernimmt zu unserer Überraschung ab 02:00 Uhr morgens bereits die Führung in der Gesamtwertung bei den Damen.

Die ersten Hochrechnungen werden unter uns Betreuern gemacht und unsere beiden Läufer über ihre tollen Leistungen informiert, in der Hoffnung sie damit zu motivieren und ihnen damit durch die Nacht (eine der schwierigsten Zeiten bei so einem Lauf) zu helfen.

Wobei gerade diese Nacht bei unseren beiden unterschiedlicher nicht wahrgenommen werden kann. Helmut ist bei diesen etwas kühleren Temperaturen voll motiviert und macht Platz um Platz gut. Pauline ohnehin schon erste, mag endlich wieder Ihre Sonne haben.

Es ist 08.00 Uhr am Morgen und unsere Helden liegen, Pauline mit Respektabstand vor einer Kroatin auf dem ersten und Helmut auf dem vierten Platz mit Chance nach vorne. Nach einem kurzen Gespräch mit meinen Kollegen von der Megastaffel, beschließen wir, uns ab diesem Zeitpunkt nur mehr um die Betreuung von Helmut und Pauline zu kümmern. Das Ergebnis: Pauline baut ihren Vorsprung immer weiter aus und die 200km Marke kommt immer näher und Helmut ist bereit auf dem dritten Platz vorgelaufen.

Ab 11:00 Uhr bündeln wir Betreuer unsere Kräfte und versuchen unsere Läufer dabei zu unterstützen ihre Platzierung zu behalten bzw. auch noch die magische 200 Kilometermarke zu erreichen. Die Reaktion auf die Betreuung kann unterschiedlicher nicht sein als es bei unseren zwei Superstars war.

Helmut ist durch die Rundenzählung  der Fa. Pentek, die leider immer zeitversetzt bekannt gegeben wurde, verunsichert und entscheidet, mehr zu gehen als zu laufen da sich nach seiner Meinung die 200 Kilometer ohnehin nicht mehr ausgehen. Alles Zureden hilft nicht, ich Sch…  drauf war noch die nobelste Aussage auf unser Zureden.

Auf Wunsch von Christian, der zu diesem Zeitpunkt nicht von Helmut's Seite wich, versuchte ich so gegen 11:00 Uhr die richtige  Rundenanzahl von Helmut und seinen Mitstreitern um den dritten Platz bzw. die fehlenden Kilometer zur 200er Marke herauszufinden. Das Ganze auf einem Zettel notiert laufe ich zwei Runden neben den beiden um sie zu informieren. Helmut reagiert unwirsch, es ist ihm egal (in seinem Bericht schreibt er zwei Tage später, er habe das Ganze als nervöses Herumgefuchtel von mir wahrgenommen, was ihn sehr gestört hat). Ich kann diese Reaktion nachvollziehen, unser „Burli“ wurde in seinem Leiden (ich bin so arm, keiner versteht mich, ich will nicht, ich kann nicht und und und….) gestört. Ich weiß aber, dass gerade solche Reaktionen dazu gehören (der Betreuer muss so etwas aushalten) um im Kopf wach und aufmerksam zu bleiben. Ich habe 1995 den 200er um lächerliche 400m versäumt, weil ich keine Betreuung und dadurch keine Infos hatte. Die Gefühlswelt danach war schlimmer als die von Helmut und wünsche ich keinem.

Knapp vor dem Ende des Rennens war diese Aufmerksamkeit dann gefordert, wenn du noch eine Runde schaffst hast du die 200 Kilometer erreicht, wird ihm vom Rundenzähler (eine Bestätigung für uns Betreuer, wir haben es gewusst, nur Helmut hat nicht mehr daran geglaubt dass es noch möglich ist) zugerufen. Da schau her, Helmut kann ja auf einmal  ( zu diesem Zeitpunkt von Christoph begleitet) laufen und wie……………..

Zur gleichen Zeit ist auch Pauline in Ihrer 200er Runde. Sie hat den Glauben daran nie verloren und war für diverse erlaubte Tricks von Seiten der Betreuer sehr empfänglich. Ein Beispiel: Pauline legt immer wieder Gehpausen ein, mich stört das, weil ich das Erreichen der 200 Kilometer gefährdet sehe. Also muss eine Notlüge her.

 Kurt: Pauline die Zweitplazierte ist knapp (dabei waren es 10km) hinter dir und kommt immer näher.

Antwort von Pauline: Na ja dann lauf` ich halt wieder……………….

Trotz (Pauline verzeihe mir) Schwinden der Schönheit (Mann hätte ich zu diesem Zeitpunkt keinen für sie gefunden) einen massiven Schrägstand nach links spult sie Runde um Runde  herunter, läuft die letzten beiden Runden nur mehr mit den erhobenen Händen einer großen Siegerin und erreicht dabei auch noch über 201 Kilometer.

Und was macht unser launischer Helmut, er läuft und läuft und läuft, einige Minuten vorher noch undenkbar, überholt er noch seine Clubkollegin Pauline und beendet das Rennen mit fast 202 Kilometer auf dem sensationellen dritten Gesamtplatz.

Tränen in den Augen unserer Superstars, Tränen in den Augen von uns Betreuern, der Jubel kennt keine Grenzen. Zwei Läufer unseres Vereins „Freunde des Laufsports“ auf dem Siegerpodest,

Herz was willst Du mehr.

Bei all dem Jubel ist die Leistung von Christian fast untergegangen, er hat sich als Einzelläufer in den Dienst von Pauline und Helmut gestellt und ist so nebenbei (noch dazu auf Grund einer längeren Verletzungspause fast ohne Training) über 160 Kilometer gelaufen. Er ist damit mit insgesamt 3600 gelaufenen Kilometern der alleinige Rekordhalter an gelaufenen Kilometern seit Bestehen dieser Veranstaltung. Ein Rekord für die Ewigkeit.

Ich denke, wir können alle sehr stolz auf die Leistungen unserer Athleten sein, die im Laufe dieses Jahres schon erbracht worden sind. Bin aber auch sehr stolz darauf, dass dies mit Sicherheit auch mit dem tollen Umfeld, welches wir in unserem Verein seit der Gründung im Jahr 2006 geschaffen haben, zu tun hat.

Hobbyläufer, Gesundheitsläufer und unsere Wettkampfläufer, egal über welche Distanzen, alle fühlen sich wohl,  halten zusammen und helfen sich bei Bedarf gegenseitig. Das ist der Grund unseres Erfolges im Laufsport und ich bin sehr froh über diesen Umstand.

Ich habe diesen Bericht in der Pause zwischen Moorvollbad, Heilmassage und Kohlensäurewannenbad geschrieben und bereite mich jetzt, erschöpft vom gedanklichen 24h - Lauf  auf meine Unterwassermassage vor.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Sport und g´sund bleiben

Mir reicht´s jetzt……………………..ich geh` zur Massage!!!!!!!!!

 

 Fotos hier .... 

fdl