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Radtour Inn--Donau Juni 2011

Radtour Kufstein - Passau - Linz (ca 400 km) 23. -26.6.2011

Bericht von Monika

 Am 22.6. fanden wir uns am frühen Nachmittag am Treffpunkt – aus verschiedenen Richtungen kommend - in Kufstein beim „Lanthalerhof“ ein (bei Julita bedanke ich mich nochmals für den wirklich guten Tipp).

 Elfriede und Karl waren bereits am 20.6. in Linz gestartet und hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ca 400 Rad-km intus .... Hans und ich eröffneten diesen Aktivurlaub mit einem kleinen Läufchen entlang des Waldrandes am Ortsende von Kufstein.

Gerhard Konrath (als rasender Übersiedlungshelfer) traf so rechtzeitig in Kufstein ein, dass wir den Abend gemeinsam in einem sensationellen Lokal etwas außerhalb von Kufstein verbringen konnten (auch hier sei Julita gedankt, ihre beharrliche Überzeugungsarbeit hat sich – für uns - gelohnt ...). Während unseres Aufenthaltes dort braute sich ein Mega-Gewitter zusammen (ein DOPPELTER  riesiger Regenbogen verzückte uns). War dies der Vorgeschmack für die kommenden Tage ? Denn die Wetteraussichten versprachen nicht wirklich allzu Gutes ... doch was kann unsereins schon abhalten ???

 In der Hoffnung, der Himmel hätte sich während der Nacht von seinen Wasservorräten befreit, starteten wir am nächsten Tag um 9.00 Uhr unsere im Frühling beschlossene Radtour Inn-Radweg nach Passau und anschließend am Donauradweg nach Linz.

 Wir sind derzeit alle in Vorbereitung zum Berlin-Marathon am 25.9., es sollte neben (Aktiv)Urlaub und Freundschaftsbesuchen also durchaus auch ein Training (Grundlage-Ausdauer ...) sein.

 23.6.2011: Kufstein – Kerschdorf –77 km

Und dieser erste Tag hatte es gleich so richtig in sich:

Die Berggipfel Tirols wichen bald flacheren Bergkuppen und später den Hügeln des bayerischen Voralpenlandes. Wir radelten über Kiefersfelden Richtung Rosenheim.

Im Raum um Rosenheim kam uns ein „niederländischer Holländer“ (oder umgekehrt, wie war das bitte ? ) entgegen, er berichtete, dass entwurzelte Bäume ein Weiterkommen auf dem Radweg verhindern. Während eines kurz darauf notwendigen Zwangsaufenthaltes wegen starken Regens unter einer Brücke wurde endgültig Regenbekleidung angezogen und wir beschlossen auch, bei der nächsten „Abfahrt“ einen Umweg durch die Dörfer zu nehmen.

 Jetzt überkam uns Entsetzen und Trauer: kilometerweit kein Halm mehr auf den Feldern, unzählige Bäume entwurzelt, Häuserdächer beschädigt, entlang des Inn alle Bäume auf halber Höhe wie abrasiert. Wir erfuhren später, dass dies am Vortag tennisballgroße Hagelkörner angerichtet hatten, und dass Hagel in dieser Gegend noch niemals vorgekommen ist.

 Fassung bekamen wir erst wieder halbwegs, als uns klar wurde, dass wir diesem Inferno entgangen waren ...

 Nach einer Rast im Zentrum von Rosenheim, wo sich sehr viele Radtouristen tummelten (es tröpfelte so zwischendurch immer wieder) setzten wir unsere Tour fort.

 Der sehr gut beschilderte Inn-Radweg machte es uns bisher sehr leicht, den Weg zu finden, aber in der Gegend um das Etappenziel Kerschdorf zerfransten wir uns, irgendwie hatten wir das Gefühl, im Kreis zu fahren – und das hügelab-hügelrauf ... (mögliche Begründung, warum aus Pumuckl–Dietmar Mücke ein derart begnadeter ULTRA werden konnte: hat er sich vielleicht bei Trainingsläufen öfter mal - im Kreis - verlaufen?)

 Und dann kams auch für uns: auf den letzten 3 km gerieten wir doch noch in sintflutartigen Regen und Sturmböen ... Tapfer kämften wir uns dennoch bis  zu dem von Dietmar vorbestellten Quartier im Gasthaus Schmid durch.

 Nach unserer Trockenlegung verbrachten wir mit unseren bayerischen Freunden und dem Langen Hans (er ist unglaubliche 2,08 Meter GROSS und ganz ganz liiiieb) einen verdient schönen Abend, bei dem unser Lachkontingent ordentlich strapaziert wurde ... Ein Treffen mit unserer Elsa, die mittlerweile in Salzburg wohnt (die FdL gibt esja  quer durch Österreich) wurde leider wegen der gesperrten Bahnstrecke Salzburg - Rosenheim vereitelt.

 24.6.2011: Kerschdorf – Simbach/Braunau – 108 km

Nach einer Pflicht-Kurzvisite der wunderschönen mittelalterlichen Stadt Wasserburg, die an einer Innschleife liegt, setzten wir unsere Radtour mit dem ins Auge gefassten Tagesziel Braunau fort. Weitere Wetterkapriolen blieben aus, die Sonne versuchte sogar immer wieder, sich zu zeigen. Am rechten Inn-Ufer entlang durch Mühldorf, Neuötting, Marktl beendeten wir unsere Tagesetappe ein klein wenig müde gegen 19.00 h in Simbach. Wir zogen die deutsche Seite des Inns (statt Braunau) aus Kostengründen vor. In einem Gasthaus/Pension ergatterten wir gerade noch Quartiere, diese verleiteten uns zwar zum Murren, was uns aber sofort verging, ein Aushang bei unserem Tisch war mehr als eindeutig: „Hier wird jeder Dritte, der meckert, erschossen ....“  Geendet hat der Tag dann wiederum unter vollständiger Ausnützung des Lachkontingents.

 25.6.2011: Simbach – Engelhartszell – 102 km

Einem Rat folgend setzten wir unsere Tour auf der deutschen Seite des Inns fort, wir wollten einen der hightlights der Tour, das Naturreservat Unterer Inn, ausgiebigst genießen. Dieses Gebiet zieht sich über viele Kilometer dahin, beherbergt unzählige, vieleäußerst seltene Vogelarten und erinnert mit seiner Weite und den vielen Inseln ans Donaudelta. Spektakulärer ist es dort aber in der Brutzeit.

 Kurz vor Passau folgendes erzählenswerte Erlebnis: Eine sehr dezent ausgeschilderte Sperre des Donauradweges wegen ÖBB-Bauarbeiten ignorierend kam uns bald eine Kolonne von schimpfenden Radfahrern, hauptsächlich ...Innen – ein Durchkommen als absolut unmöglich gestikulierend – entgegen und veranlasste uns zur Umkehr. Die Alternative sah nicht sehr einladend aus: eine extrem steile Straße hinauf auf den Berg. Wir versuchten es auf der gegenüber liegenden Bahnseite, landeten aber im Gestrüpp. Hans kletterte einen Weg hoch, um eventuelle Alternativen für uns auszukundschaften, entdeckte dort oben aber nur die Passauerhütte ... Uns graute vor dem Anstieg so sehr, dass wir doch einen „Durchbruch“ beschlossen, und was geschah ? Die Bauarbeiter lächelten uns freundlich an, stoppten ihre schweren Maschinen und ließen uns anstandslos durch. Wie war der Spruch nochmal: Traue niemals Fremden - und schon gar nicht hysterischen Damen – ok, in diesem Fall lass ich es gelten .

 Wegen noch immer vorhandener Reserven wurde das ursprüngliche Ziel Passau um 40 km verlängert, wir steuerten Engelhartszell an. Dort hatten Hans und ich das Vergnügen, in einer Pension Quartier zu finden, das ab 1585 als Hufschmiede diente. Dieses original erhaltene Haus ist heute eine hervorragende Herberge für müde Radfahrer !

 26.6.2011: Engelhartszell – Linz – 70 km

Dieser Tag verging einfach so mit Dahinradeln längerer Etappen. Hintereinander wie am Schnürchen brausend, hingen wir unseren Gedanken nach und genossen die unendlich scheinende Fluss- und Uferlandschaft. Highlights dieses Abschnitts: Schlögener Schlinge – Aschach (kleiner schöner Ort direkt an der Donau mit lieber  Uferpromenade) und Ottensheim. Da hatten das Vergnügen, ein 8er-Kajak-Rennen aus sensationeller Position beobachten zu können – mit den Rädern konnten wir das Tempo bei weitem nicht mithalten ... Danach nahmen wir die restlichen ca 25 km in Angriff. Etwa um 14.00 Uhr landeten wir in Linz - hier endete unsere abwechslungsreiche wunderschöne Unternehmung.

 Elfriede und Karl hatten noch eine (glaublich kleine) Fahrt zu ihrem Auto auf der anderen Donauseite (es wurden weitere 30 km ... ) vor sich. Hans und ich konnten uns nach einem etwas stressigen Verladen (auch das Ausladen in Kufstein war nicht ganz stressfrei gewesen, dies wäre eine eigene Geschichte wert ...) unserer Drahtesel im Zug aber dann doch völlig entspannt auf unser Zuhause in Wien freuen.

 Mein FAZIT dieser Unternehmung einiger Freunde des Laufsports:

 -       viel viel Spaß

-       schöne und interessante Erlebnisse am laufenden Band

-       die Regenjacke aus unserem Vereins-Sortiment kann ich als absolut wetterfest empfehlen

-       4 FdL fit wie 8 Turnschuhe (was ich immer sage, mit Laufen als Grundlage  ist alles möglich): die gefahrenen 400 Rad-km mit vielen hm (in 4 Tagen) haben niemanden von uns beeindruckt ... am darauf folgenden Montag fanden wir uns natürlich vollzählig zum Lauftreff-Training auf der Prater Hauptallee ein ...

 ... Als Jüngste in dieser Truppe ziehe ich vor Elfriede, Karl und Hans nicht nur meinen Hut, ich verneige mich – allergrößten Respekt, kann ich nur sagen, wenn sie gewollt hätten, wären sie mir um die „Ohren gefahren“ ...

 Es war mir – wieder einmal – ein Volksfest (ich verlange Zugaben ...)

Eure Monika

fdl